Nr.68, 21. März 1850. Beilage

Rechnungs-Ablage
des sozial-demokratischen
Flüchtlings-Komitee's in London.

1) Ausgaben.

sh. Lst. sh. Pc.
16 Unterstützungen zu 7 5 12 -
29" w 7 10 3 —
3" ig 4 _ 12 =
pe " 6 — 6 —
1" Š 3 — 3 —
2" = 5 — 10 —
p 5 5V, — 5 6
= N 8 _ 8 _
1" " 12 — 12 —
4" a 10 2 = =
20" " 7 7 = =
i i ne 2 6
3" = 4 — 12 2
18" í 7 6 6 —
2" 2 5 — 10 £
1" " 2 — 2 —
Se 2 10 2 10 —
1" 5 3 — 3 —
Le n 13 — 13 —
2" 2 V, _ 2 6
1" 5 1 = 1 =
114 Unterstützungen zusammen 38 13 6

Lst. sh. Pc.
Porto, Stempel, Incassospesen und Schreibmaterial 15 1

Summe 39 18 7
Unter den Ausgaben befinden sich 26 f Vorschuß an verschiedene inzwischen

beschäftigte Flüchtlinge zur Anschaffung von Handwerkszeug, Kleidungsstücken
etc., deren spätere Rückzahlung versprochen worden ist.

2) Einnahmen.

Lst. sh. Pc.
Nov. 19. 10 9 5
Dezbr. 1. = 3 6
2 10. Durch die ,,Westdeutsche Zeitung"
in Köln Thlr. 30 abzüglich Kosten 4 1 2
a 15. Von deutschen Arbeitern in Paris 2 5 10
17. Durch Hr. Prof. Türk in Rostock . . 16 12 6
Febr. 11. Vom Hülf skomitee in Cincinnati . . 20 18 =
20. Von den Arbeitern in Schwerin... 3 = =
Summe 57 10 3
39 18 7
17 11 8

Die vorstehende Rechnung ist in der Sitzung des hiesigen deutschen Arbeiter-
Vereins vom 4. März abgelegt und richtig befunden worden. Die Quittungen und
Bücher des Komitee's liegen zur Einsicht der Geber oder ihrer Committenten beim
Kassirer bereit.

Seit dem Abschluß dieser Rechnung sind noch zwei Posten von Köln und New-
York eingegangen, welche in der nächsten Ablage verrechnet werden. Dagegen hat
sich durch die fortwährenden Ausweisungen aus der Schweiz und aus Frankreich
die Zahl der hiesigen unterstützungsbedürftigen Flüchtlinge in einem hohen Grade
vermehrt. Fast täglich kommen neue Flüchtlinge hier an und meistens in einem
Zustande, worin sie nicht nur die gewöhnliche nothdürftige Unterstützung bedürfen,
sondern auch eben so dringende Auslagen für Kleidung nöthig machen. Das unterzeichnete Komitee wird unter diesen Umständen um so mehr in Anspruch genommen, je weniger die Versuche von anderer Seite her, Mittel zur Unterstützung der
hiesigen Flüchtlinge aufzutreiben, von Erfolg gewesen zu sein scheinen, und jemehr
daher alle hier ankommenden Flüchtlinge ihm sofort zugewiesen werden. Es ist den
Bemühungen der hiesigen deutschen Arbeiter und der Flüchtlinge selbst gelungen,
für manche der letztern Beschäftigung zu finden. Aber eine Menge Geschäftszweige,

die den Flüchtlingen anderwärts offen stehen, sind ihnen aus verschiedenen Gründen
und namentlich durch die Hetzjagd der Konkurrenz in dem übervölkerten London
verschlossen. Und dann ist der Andrang der neuen Ankömmlinge so rasch, daß
trotzdem die Liste der zu Unterstützenden jede Woche anschwillt.

Obwohl bei der Verwendung der dem Komitee überwiesenen Gelder die größte
Sparsamkeit beobachtet und die regelmäßige Unterstützung auf das Nothdürftigste
beschränkt wird, was die hiesigen hohen Preise der Lebensbedürfnisse gestatten, so
haben unter diesen Umständen die Fonds des Komitee's sehr rasch zusammenschmelzen müssen. Wir müssen sogar befürchten, daß wir vielleicht bald außer Stand

1 o gesetzt werden, die hiesigen unbeschäftigten Flüchtlinge vor der Obdachlosigkeit und

dem äußersten Elend zu schützen.

Wir appelliren daher nochmals an die Mittel der Partei in Deutschland selbst. Wir
rufen ihr zu, daß in demselben Maße, in dem die Zahl und damit die Noth der
Flüchtlinge in der Schweiz und in Frankreich abnimmt, in demselben Maße sie
zunimmt in London und wir hoffen, daß es nicht dahin kommen wird, daß Leute,
die für die Freiheit und die Ehre des deutschen Volkes die Waffen geführt haben,
ihr Brod an den Straßenecken von London erbetteln müssen.

Alle Beiträge werden erbeten unter der Adresse:

Mr. Henry Bauer
64, Dean Street, Soho
London

London, Anfangs März 1850.

Das sozial-demokratische Flüchtlings-Komitee:
Karl Marx, Fr. Engels, H. Bauer, A. Willich, Karl Pfänder.