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Die deutschen Flüchtlinge in London

Erklärung des Sozial-demokratischen Flüchtlingskomitees

Westdeutsche Zeitung.
Nr. 149, 25. Juni 1850

Die deutschen Flüchtlinge in London.

Seit einiger Zeit sind die Gelder für die hiesigen deutschen Flüchtlinge so spärlich
eingegangen, daß diese dem größten Elende preis gegeben sind. Eine Anzahl von ihnen, die in ihrem Geschäft hier bisher keinen Erwerb finden konnten, schlafen fast
seit einer Woche in den Straßen und den Parks und kämpfen mit dem Hunger. Von
verschiedenen Seiten sind die Differenzen zwischen den Comités und die angeblich
partheiische Vertheilung des Geldes zum Vorwand genommen worden, um keine
Gelder für die Flüchtlinge herzuschicken. Die Herren Struve, Bobzin und andere
haben dazu beigetragen, indem sie erklärten, das unterzeichnete Comité unterstütze
nur „Communisten".

Wir erklären hier nochmals, daß wir Jeden ohne Unterschied unterstützt haben,
der sich als unterstützungsbedürftiger deutscher Flüchtling legitimirte. Unsere
Bücher und Quittungen sind da, um es zu beweisen, und liegen den Geldsendern oder
deren Mandataren jeden Augenblick zur Einsicht bereit. Der Mitunterzeichnete,
Willich, hat in voller Sitzung des Komitees der Herrn Struve, Bobzin und anderer
die dort unterstützten Flüchtlinge gefragt, wer von ihnen gefragt worden, ob er
„Kommunist" sei? Nicht ein Einziger meldete sich!

Wir erklären die obige Behauptung der Herren Struve, Bobzin und anderer für eine
Lüge und Verleumdung.

Hiernach fällt der Vorwand weg, unter dem bisher von verschiedenen Seiten den
Londoner Flüchtlingen die Unterstützung entzogen wurde.

London, den 14. Juni 1850.

Das sozial-demokratische Flüchtlings-Komitee
K.Marx. F.Engels. C.Pfänder. A. Willich. H.Bauer.

Briefe und Beiträge erbeten unter der Adresse C. Pfänder, 21 King Street, Soho,
London.