* Köln, 16. Februar. Gestern erschien Hr. Gladbach, Abgeordneter zur
Nr. 224, 17. Februar 1849
Neue Rheinische Zeitung.
aufgelösten Nationalversammlung, vor dem Instruktionsrichter beim hiesigen Landgericht. Die Untersuchung gegen ihn und die übrigen Abgeordneten erstreckt sich auf fünf verschiedene Punkte. Gladbach wurde
namentlich befragt: ob er an dem Beschlusse wegen der Steuerverweige- 5
rung Theil genommen; ob er Aufforderungen zu seiner Vollziehung verbreitet, und an wen er sie geschickt; und endlich: wer von den Abgeordneten dabei besonders thätig gewesen sei!
Gladbach verweigerte natürlich jede gerichtliche Auslassung über Angelegenheiten, die sich auf seine Thätigkeit als Abgeordneter bezögen,
aufs Entschiedenste.
Wir sind begierig zu sehen, ob man wagen wird, einen so monströsen
Prozeß vor rheinische Geschworne zu bringen.
Wir bemerken bei dieser Gelegenheit, daß, wie wir aus guter Quelle
hören, Hr. Aldenhoven die Wahl in Neuß angenommen und auf die in 15
den Kreisen Mülheim und Köln (Landkreis) verzichtet hat. In diesem
Falle wird – wahrscheinlich am 22. d. – in Deutz eine neue Wahl stattfinden. Wir wiederholen: die Ehre der beiden Kreise erfordert, daß sie jetzt
Gladbach nach Berlin senden und zwar mit möglichst großer Majorität.
Gladbach, einer der talentvollsten, entschiedensten und selbst für die
schaamloseste Contrerevolution unangreifbarsten Steuerverweigerer,
darf um keinen Preis in der Kammer fehlen. Wir fordern alle freisinnigen
Wahlmänner auf, für Gladbach, und für keinen Andern zu stimmen.