Karl Marx

Ökonomisch-philosophische Manuskripte aus dem Jahre 1844

K. Marx u. F. Engels,
Werke,
Ergänzungsband, 1. Teil, S. 465–588.

Einde O’Callaghan
für das
Marxists’ Internet Archive,
18. Juli 2000.

Diese Schriften waren ein wichtiger Schritt in der Entwicklung von Marxens Ansichten. Sie sind das Ergebnis seines ersten ernsthaften Studiums der Schriften von Adam Smith, David Ricardo und der anderen klassischen politischen Ökonomen sowie seiner ersten Begegnung mit der kommunistischen Arbeiterbewegung in Paris während der Jahre 1843–44. Sie stellen einen riesigen Fortschritt gegenüber seinen früheren elitären Ansichten dar und enthalten eine frühe Version seiner materialistischen Geschichtstheorie. Vor allem wird die revolutionäre Rolle der Arbeiterklasse aus ihrer Rolle in der Warenproduktion erklärt, die sie zum Kampf gegen den Kapitalismus zwingt.

Vorrede

ERSTES MANUSKRIPT

Arbeitslohn

Profit des Kapitals

Grundrente

[Die entfremdete Arbeit]

ZWEITES MANUSKRIPT

[Das Verhältnis des Privateigentums]

DRITTES MANUSKRIPT

[Privateigentum und Arbeit]

[Privateigentum und Kommunismus]

[Bedürfnis, Produktion und Arbeitsteilung]

[Geld]

[Kritik der Hegelschen Dialektik und Philosophie überhaupt]

Diese Arbeit ist in drei Manuskripten erhalten geblieben, von denen jedes seine eigene Paginierung hat.

In dem ersten Manuskript (S. I–XXVII) hat Marx vor der Niederschrift die Seiten I bis XII und XVII–XXVII durch zwei Vertikalstriche in drei Spalten gegliedert und mit den Überschriften versehen:
Arbeitslohn, Profit des Kapitals
(resp.
Kapitalgewinn
und
Gewinn des Kapitals
) und
Grundrente.
Daher beginnt jeder dieser drei Abschnitte mit der Seitenzahl I. Auf Blatt VII bringt Marx in allen drei Spalten fortlaufend nur Text zum Abschnitt
Arbeitslohn.
Die Seiten XIII–XVI sind in zwei Spalten eingeteilt und bringen Text zu den Abschnitten
Arbeitslohn
(S. XIII–XV),
Profit des Kapitals
(XIII–XVI) und
Grundrente
(S. XVI). Von der Seite XVII an ist nur die Spalte mit Text gefüllt, die die Überschrift
Grundrente
trägt, und von der Seite XXII an bis zum Schluß des ersten Manuskriptes schrieb Marx über alle Spalten hin fortlaufend. Der Text dieser letzten sechs Seiten (S. XXII–XXVII) wird gemäß seinem Inhalt unter dem redaktionellen Titel
Die entfremdete Arbeit
wiedergegeben. Auf Seite XXVII bricht das erste Manuskript ab.

Von dem zweiten Manuskript liegen nur vier Seiten vor (S. XL–XLIII).

Das dritte Manuskript besteht aus den in zwei Spalten gegliederten Seiten I–XLIII (die Seitenzahlen XXII und XXV übersprang Marx). Dieses wie auch das zweite Manuskript enthält keine Überschriften der einzelnen Abschnitte. Der Text wurde seinem Inhalt nach gegliedert und mit redaktionellen Überschriften versehen. Auf den Seiten XXXIX–XL befindet sich die
Vorrede,
die hier an den Anfang der gesamten Arbeit gestellt wurde. Entsprechend der von Marx in seiner Vorrede gegebenen Weisung (siehe vorl. Band,
S.468
) wird die
Auseinandersetzung mit der Hegelschen Dialektik und Philosophie überhaupt
(S. XI–XIII, XVII–XVIII und XXIII–XXXIV) als
Schlußkapitel
wiedergegeben. Außerdem befindet sich im dritten Manuskript anschließend an S. XXXIV eingenäht ein Exzerpt mit einer fast wörtlichen Wiedergabe des Kapitels VIII
Das absolute Wissen
aus Hegels
Phänomenologie des Geistes,
das in diese Ausgabe nicht aufgenommen wurde.

Für die Gesamtarbeit, der Marx selbst keine Überschrift gegeben hat, behielten wir die redaktionelle Überschrift der
Marx-Engels-Gesamtausgabe,
Erste Abteilung, Band 3 (Berlin 1932)
Ökonomisch-philosophische Manuskripte aus dem Jahre 1844
bei. Das gleiche gilt für die redaktionellen Zwischentitel.

In der Handschrift sind einige Stellen vertikal durchgestrichen. Diese Stellen sind durch Winkelklammern < > kenntlich gemacht.

Die Seitenzahlen in den ursprünglichen Manuskript bögen werden durch senkrechte Striche gekennzeichnet (||XI| = Anfang S. XI und |XXIII|| = Ende S. XXIII) und die Seiten in Marx u. Engels,
Werke
, Ergänzungsband, 1. Teil, werden durch Winkelklammern gekennzeichnet ( = Anfang S.–496)

Es gibt vier Arten von Anmerkungen, die durch eckigen Klammern gekennzeichnet werden: Anmerkungen der Redaktion der Marx u. Engels,
Werke,
durch Ziffer [6], redaktionelle Fußnoten der Redaktion durch Ziffer mit Sternchen [6*], Fußnoten von Marx durch Buchstaben [B] und Anmerkungen des Korrektors durch Buchstaben mit Sternchen [B*].

## Vorrede

||IXXXIX| Ich habe in den
Deutsch-Französischen Jahrbüchern
die Kritik der Rechts- und Staatswissenschaft unter der Form einer Kritik der
Hegelschen
Rechtsphilosophie angekündigt.
Bei der Ausarbeitung zum Druck zeigte sich die Vermengung der nur gegen die Spekulation gerichteten Kritik mit der Kritik der verschiednen Materien selbst durchaus unangemessen, die Entwicklung hemmend, das Verständnis erschwerend. Überdem hätte der Reichtum und die Verschiedenartigkeit der zu behandelnden Gegenstände nur auf eine ganz aphoristische Weise die Zusammendrängung in
eine
Schrift erlaubt, wie ihrerseits eine solche aphoristische Darstellung den
Schein
eines willkürlichen Systematisierens erzeugt hätte. Ich werde daher in verschiednen selbständigen Broschüren die Kritik des Rechts, der Moral, Politik etc. aufeinanderfolgen lassen und schließlich in einer besondren Arbeit wieder den Zusammenhang des Ganzen, das Verhältnis der einzelnen Teile, wie endlich die Kritik der spekulativen Bearbeitung jenes Materials zu geben versuchen. Man findet aus diesem Grunde in der vorliegenden Schrift den Zusammenhang der Nationalökonomie mit Staat, Recht, Moral, bürgerlichem Leben etc. grade nur soweit berührt, als die Nationalökonomie selbst ex professo diese Gegenstände berührt.

Dem mit der Nationalökonomie vertrauten Leser habe ich nicht erst zu versichern, daß meine Resultate durch eine ganz empirische, auf ein gewissenhaftes kritisches Studium der Nationalökonomie gegründete Analyse gewonnen worden sind.

<Der unwissende Rezensent
dagegen, der seine völlige Ignoranz und Gedankenarmut dadurch zu verbergen sucht, daß er die Phrase „
utopische Phrase
“ oder auch Phrasen, wie „die ganz reine, ganz entschiedne, ganz kritische Kritik“, die „nicht bloß rechtliche, sondern gesellschaftliche,

ganz gesellschaftliche Gesellschaft“, die „kompakte massenhafte Masse“, die „wortführenden Wortführer der massenhaften Masse“ – dem positiven Kritiker an den Kopf wirft, dieser Rezensent hat noch den ersten Beweis zu liefern, daß er außer seinen theologischen Familienangelegenheiten auch in
weltlichen
Angelegenheiten ein Wort mitzusprechen hat.>

Es versteht sich von selbst, daß ich außer den französischen und englischen Sozialisten auch deutsche sozialistische Arbeiten benutzt habe. Die inhaltsvollen und
originalen
deutschen Arbeiten für diese Wissenschaft reduzieren sich indes – außer Weitlings Schriften – auf die in den
21 Bogen
gelieferten Aufsätze von
Heß

und auf
Engels’ „Umrisse zur Kritik der Nationalökonomie“ in den
Deutsch-Französischen Jahrbüchern
, wo ich ebenfalls die ersten Elemente der vorliegenden Arbeit in ganz allgemeiner Weise angedeutet habe.

<Außer diesen Schriftstellern, die sich mit der Nationalökonomie kritisch beschäftigt haben, verdankt die positive Kritik überhaupt, also auch die deutsche positive Kritik der Nationalökonomie, ihre wahre Begründung den Entdeckungen
Feuerbachs
, gegen dessen „
Philosophie der Zukunft
“ und „Thesen zur Reform der Philosophie“ in den
Anecdotis
– sosehr sie stillschweigend benutzt werden – der kleinliche Neid der einen, der wirkliche Zorn der andern ein förmliches Komplott zur
Verheimlichung
angestiftet zu haben scheint.>

Von
Feuerbach
datiert erst die
positive
humanistische und naturalistische Kritik. Je geräuschloser, desto sichrer, tiefer, umfangsreicher und nachhaltiger ist die Wirkung der
Feuerbachischen
Schriften, die einzigen Schriften seit Hegels
Phänomenologie
und
Logik
, worin eine wirkliche theoretische Revolution enthalten ist.

Das Schlußkapitel der vorliegenden Schrift, die Auseinandersetzung mit der
Hegelschen Dialektik
und Philosophie überhaupt, hielt ich für durchaus notwendig im Gegensatz zu den
kritischen Theologen
unsrer Zeit, [da] ||XL| eine solche Arbeit nicht vollbracht worden ist – eine notwendige
Ungründlichkeit
, da selbst der
kritische
Theologe
Theologe
bleibt, also entweder von bestimmten Voraussetzungen der Philosophie als einer Autorität ausgehn muß oder, wenn ihm im Prozeß der Kritik und durch fremde Entdeckungen Zweifel an den philosophischen Voraussetzungen entstanden sind, sie feiger- und ungerechtfertigterweise verläßt, von ihnen
abstrahiert
, seine Knechtschaft unter dieselben und den Ärger über diese Knechtschaft nur mehr in negativer, bewußtloser und sophistischer Weise kundtut.

<nur negativ und bewußtlos dadurch äußert, teils daß er beständig die Versichrung von der
Reinheit
seiner eignen Kritik wiederholt, teils daß er, um das Auge des Beobachters wie sein eignes Auge von der
notwendigen
Auseinandersetzung der
Kritik
mit ihrer Geburtsstätte – der Hegelschen
Dialektik
und deutschen Philosophie überhaupt – von dieser notwendigen Erhebung der modernen Kritik über ihre eigne Beschränktheit und Naturwüchsigkeit zu entfernen, vielmehr den Schein hervorzubringen sucht, als habe es die Kritik nur noch mit einer beschränkten Gestalt der Kritik außer ihr – etwa der des 18ten Jahrhunderts – und mit der Beschränktheit der
Masse
zu tun. Endlich, indem der kritische Theologe teils, wenn Entdeckungen über das Wesen seiner eignen philosophischen Voraussetzungen – wie die
Feuerbachischen
– gemacht werden, sich den Schein gibt, als habe
er
das zustande gebracht, und zwar sich diesen Schein gibt, indem er die Resultate jener Entdeckungen, ohne sie ausbilden zu können, in der Form von
Stichworten
gegen noch in der Philosophie befangne Schriftsteller schleudert, teils sich das Bewußtsein sogar seiner Erhabenheit über jene Entdeckungen zu verschaffen weiß, indem er Elemente der Hegelschen
Dialektik
, die er an jener Kritik derselben noch vermißt, die ihm noch nicht kritisch zum Genuß dargeboten werden, nicht etwa nun selbst in das richtige Verhältnis zu bringen suchte oder zu bringen vermöchte, sondern sie in versteckter, hämischer und skeptischer Weise gegen jene Kritik der Hegelschen Dialektik, also etwa die Kategorie des vermittelnden Beweises gegen die Kategorie der positiven von sich selbst beginnenden Wahrheit, d. [...]
[1*]
in der ihr
eigentümlichen
Gestalt auf eine geheimnistuerische Weise geltend macht. Der theologische Kritiker findet es nämlich ganz natürlich, daß von philosophischer Seite her alles zu
tun
ist, damit er von der Reinheit, Entschiedenheit, von der ganz kritischen Kritik
schwatzen
könne, und er dünkt sich der wahre
Überwinder der Philosophie
, wenn er etwa ein Moment Hegels als an Feuerbach mangelnd
empfindet
, denn über die Empfindung zum Bewußtsein kömrnt der theologische Kritiker, sosehr er auch den spiritualistischen Götzendienst des „
Selbstbewußtseins
“ und des „
Geistes
“ treibt, nicht hinaus.>

Genau angesehn ist die
theologische Kritik
– so sehr sie im Beginn der Bewegung ein wirkliches Moment des Fortschritts war – in letzter Instanz nichts anders als die zur
theologischen Karikatur
verzerrte Spitze und Konsequenz der alten
philosophischen
und namentlich
Hegelschen Transzendenz
. Diese interessante Gerechtigkeit der Geschichte, welche die Theologie, von jeher der faule Fleck der Phil[osophie], nun auch dazu bestimmt, die negative Auflösung der Philosophie – d.h. ihren Verfaulungsprozeß – an sich darzustellen – diese historische Nemesis werde ich bei andrer Gelegenheit ausführlich nachweisen.

<Inwiefern dagegen
Feuerbachs
Entdeckungen über das Wesen der Philosophie noch immer – wenigstens zu ihrem
Beweise
– eine kritische Auseinandersetzung mit der philosophischen Dialektik nötig machten, wird man aus meiner Entwicklung selbst ersehn. –>|XL||

Redaktionelle Fußnoten:

1*.
In der Handschrift drei Wörter nicht zu entziffern

Anmerkungen:

1.
Siehe Marx’ Artikel
Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung
(Marx/Engels,
Werke
, Band 1, S.378-391).

2.

Der unwissende Rezensent
– gemeint ist Bruno Bauer, der in der
Allgemeinen Literatur-Zeitung
im Heft I (Dezember 1843) und im Heft IV (Marx 1844) unter dem Titel
Von den neuesten Schriften über die Judenfrage
eine Besprechung von Büchern, Broschüren und Artikeln sowie im Heft VIII (Juli 1844) den Artikel
Was ist jetzt der Gegenstand der Kritik
anonym veröffentlicht hatte. Die meisten der hier angeführten Zitate sind diesen Veröffentlichungen entnommen. Mit diesen Artikeln von Bruno Bauer hat sich Marx in dem Buch
Die heilige Familie oder Kritik der kritischen Kritik. Gegen Bruno Bauer & Konsorten
auseinandergesetzt (siehe Marx/Engels,
Werke
, Band 2).

3.
Der von Georg Herwegh herausgegebene Sammelband
Einundzwanzig Bogen aus der Schweiz.
Erster Teil (Zürich und Winterthur 1843) brachte von Moses Heß die Artikel
Sozialismus und Kommunismus
,
Philosophie der Tat
und
Die Eine und die ganze Freiheit!
. Alle drei Artikel erschienen anonym, die beiden ersten jedoch mit dem Zusatz
Vom Verfasser der
Europäischen Triarchie
.

4.
Diese Absicht verwirklichte Marx in dem mit Engels gemeinsam geschriebenen Buch
Die heilige Familie, oder Kritik der kritischen Kritik. Gegen Bruno Bauer & Konsorten
(siehe Marx/Engels,
Werke
, Band 2).

## ERSTES MANUSKRIPT

### Arbeitslohn

||I|
Arbeitslohn
wird bestimmt durch den feindlichen Kampf zwischen Kapitalist und Arbeiter. Die Notwendigkeit des Siegs für den Kapitalisten. Kapitalist kann langer ohne den Arbeiter leben als dieser ohne jenen. Verbindung unter den Kapitalisten habituell und von Effekt, die der Arbeiter verboten und von schlechten Folgen für sie. Außerdem können der Grundeigentümer und Kapitalist ihren Revenuen industrielle Vorteile hinzufügen, der Arbeiter seinem industriellen Einkommen weder Grundrente noch Kapitalinteresse. Darum die Konkurrenz unter den Arbeitern so groß. Also für den Arbeiter allein ist die Trennung von Kapital, Grundeigentum und Arbeit eine notwendige, wesentliche und schädliche Trennung. Kapital und Grundeigentum brauchen nicht in dieser Abstraktion stehnzubleiben, wohl aber die Arbeit des Arbeiters.

Für den Arbeiter also die Trennung von Kapital, Grundrente und Arbeit tödlich.

Die niedrigste und die einzig notwendige Taxe für den Arbeitslohn ist die Subsistenz des Arbeiters während der Arbeit und so viel mehr, daß er eine Familie ernähren kann und die Arbeiterrace nicht ausstirbt. Der gewöhnliche Arbeitslohn ist nach Smith der niedrigste, der mit der simple humanité
, nämlich einer viehischen Existenz, verträglich ist.

Die Nachfrage nach Menschen regelt notwendig die Produktion der Menschen wie jeder andren Ware.
Ist die Zufuhr viel größer als die Nachfrage, so sinkt ein Teil der Arbeiter in den Bettelstand oder den Hungertod herab. Die Existenz des Arbeiters ist also auf die Bedingung der Existenz jeder andren Ware reduziert. Der Arbeiter ist zu einer Ware geworden, und es ist ein Glück für ihn, wenn er sich an den Mann bringen kann. Und die Nachfrage, von der das Leben des Arbeiters abhängt, hängt von der Laune der Reichen und Kapitalisten ab. Üb[ertrifft die] Quantität der Zufuhr die Nachfrage, so ist ein[er] der den Preis konsti[tuierenden] Teile, Profit, Grundrente, Arbeitslohn, unter dem
Preis
gezahlt, [ein Teil die]ser Leistungen entzieht sich also dieser Anwendung, und so gravitiert der Marktpreis [nach dem] natürlichen Preis als Zentralpunkt.
[1*]
Aber 1. ist es dem Arbeiter bei einer großen Teilung der Arbeit am schwersten, seiner Arbeit eine andere Richtung zu geben, 2. trifft ihn, bei seinem subalternen Verhältnis zum Kapitalisten, zunächst der Nachteil.

Bei der Gravitation des Marktpreises zum natürlichen Preise verliert also der Arbeiter am meisten und unbedingt.
Und grade die Fähigkeit des Kapitalisten, seinem Kapital eine andere Richtung zu geben, macht den auf einen bestimmten Arbeitszweig eingeschränkten ouvrier entweder brotlos oder zwingt ihn, sich allen Forderungen dieses Kapitalisten zu unterwerfen.

||II| Die zufälligen und plötzlichen Schwankungen des Marktpreises treffen weniger die Grundrente als den in Profit und Salaire aufgelösten Teil des Preises, aber weniger den Profit als den Arbeitslohn. Auf einen Arbeitslohn, der steigt, kömmt meistens einer, der
stationär
bleibt, und einer, der
fallt
.

Der Arbeit
[
er
]
braucht nicht notwendig zu gewinnen mit dem Gewinn des Kapitalisten, aber er verliert notwendig mit ihm.
So gewinnt der Arbeiter nicht, wenn der Kapitalist durch Fabrik- oder Handelsgeheimnis, durch Monopol oder günstige Lage seines Grundstücks den Marktpreis über dem natürlichen Preis hält.

Ferner:
Die Arbeitspreise sind viel konstanter als die Preise der Lebensmittel.
Oft stehn sie in entgegengesetztem Verhältnis. In einem teuern Jahr Arbeitslohn vermindert wegen der Verminderung der Nachfrage, erhöht wegen der Erhöhung der Lebensmittel. Also balanciert. Jedenfalls eine Quantität Arbeiter außer Brot gesetzt. In wohlfeilen Jahren Arbeitslohn erhöht wegen der Erhöhung der Nachfrage, vermindert wegen der Preise der Lebensmittel. Also balanciert.

Ein andrer Nachteil des Arbeiters:

Arbeitspreise der verschiednen Arten von Arbeitern sind viel versehiedner
als die
Gewinne der verschiednen Zweige, worauf des Kapital sich legt.
Bei der Arbeit tritt die ganze natürliche, geistige und soziale Verschiedenheit der individuellen Tätigkeit heraus und wird verschieden belohnt, während das tote Kapital immer denselben Tritt geht und gleichgültig gegen die
wirkliche
individuelle Tätigkeit ist.

Überhaupt ist zu bemerken, daß da, wo Arbeiter und Kapitalist gleich leiden, der Arbeiter an seiner Existenz, der Kapitalist am Gewinn seines toten Mammons leidet.

Der Arbeiter muß nicht nur um seine physischen Lebensmittel, er muß um die Erwerbung von Arbeit, d.h. um die Möglichkeit, um die Mittel kämpfen, seine Tätigkeit verwirklichen zu können.

Nehmen wir die 3 Hauptzustände, in denen die Gesellschaft sich befinden kann, und betrachten die Lage des Arbeiters in ihr.

1. Ist der Reichtum der Gesellschaft im Verfall, so leidet der Arbeiter am meisten, denn: Obgleich die Arbeiterklasse nicht soviel gewinnen kann als die der Eigentümer im glücklichen Zustand der Gesellschaft,
aucune ne souffre aussi cruellement de son déclin que la classe des ouvriers

[2*]
.

||III| 2. Nehmen wir nun eine Gesellschaft, in welcher der Reichtum fortschreitet. Dieser Zustand ist der einzige dem Arbeiter günstige. Hier tritt Konkurrenz unter den Kapitalisten ein. Die Nachfrage nach Arbeitern überschreitet ihre Zufuhr: Aber:

Einmal:
Die Erhöhung des Arbeitslohns führt
Überarbeitung
unter den Arbeitern herbei. Je mehr sie verdienen wollen, je mehr müssen sie ihre Zeit aufopfern und vollständig aller Freiheit sich entäußernd im Dienst der Habsucht Sklavenarbeit vollziehn. Dabei kürzen sie dadurch ihre Lebenszeit ab. Diese Verkürzung ihrer Lebensdauer ist ein günstiger Umstand für die Arbeiterklasse im ganzen, weil dadurch immer neue Zufuhr nötig wird. Diese Klasse muß immer einen Teil ihrer selbst opfern, um nicht ganz zugrunde zu gehn.

Ferner:
Wann befindet sich eine Gesellschaft in fortschreitender Bereicherung? Mit dem Wachstum von Kapitalien und Revenuen eines Landes. Dies ist aber nur möglich

α) dadurch, daß viele Arbeit zusammengehäuft wird, denn Kapital ist aufgehäufte Arbeit; also dadurch, daß dem Arbeiter immer mehr von seinen Produkten aus der Hand genommen wird, daß seine eigne Arbeit ihm immer mehr als fremdes Eigentum gegenübertritt und die Mittel seiner Existenz und seiner Tätigkeit immer mehr in der Hand des Kapitalisten sich konzentrieren.

β) Die Häufung des Kapitals vermehrt die Teilung der Arbeit, die Teilung der Arbeit vermehrt die Zahl der Arbeiter; umgekehrt vermehrt die Zahl der Arbeiter die Teilung der Arbeit, wie die Teilung der Arbeit die Aufhäufung der Kapitalien vermehrt. Mit dieser Teilung der Arbeit einerseits und der Häufung der Kapitalien andrerseits wird der Arbeiter immer mehr rein von der Arbeit und einer bestimmten, sehr einseitigen, maschinenartigen Arbeit abhängig. Wie er also geistig und leiblich zur Maschine herabgedrückt und aus einem Menschen eine abstrakte Tätigkeit und ein Bauch wird, so wird er auch immer abhängiger von allen Schwankungen des Marktpreises, der Anwendung der Kapitalien und der Laune der Reichen. Ebensosehr wird durch die Zunahme der nur ||IV| arbeitenden Menschenklasse die Konkurrenz der Arbeiter erhöht, also ihr Preis erniedrigt. In dem Fabrikwesen erreicht diese Stellung des Arbeiters ihren Gipfelpunkt.

γ) In einer Gesellschaft, welche sich in zunehmendem Wohlstand befindet, können nur mehr die Allerreichsten vom Geldzins leben. Alle übrigen müssen mit ihrem Kapital ein Geschäft treiben oder es in den Handel werfen. Dadurch wird also die Konkurrenz unter den Kapitalien größer, die Konzentration der Kapitalien wird größer, die großen Kapitalisten ruinieren die kleinen, und ein Teil der ehemaligen Kapitalisten sinkt zu der Klasse der Arbeiter herab, welche durch diese Zufuhr teils wieder eine Herabdrückung des Arbeitslohns erleidet und in eine noch größere Abhängigkeit von den wenigen großen Kapitalisten gerät; indem die Zahl der Kapitalisten sich vermindert hat, ist ihre Konkurrenz in bezug auf die Arbeiter fast nicht mehr vorhanden, und indem die Zahl der Arbeiter sich vermehrt hat, ist ihre Konkurrenz unter sich um so größer, unnatürlicher und gewaltsamer geworden. Ein Teil von dem Arbeiterstand fällt daher ebenso notwendig in den Bettel- oder Verhungerungsstand wie ein Teil der mittleren Kapitalisten in den Arbeiterstand.

Also selbst in dem Zustand der Gesellschaft, welcher dem Arbeiter am günstigsten ist, ist die notwendige Folge für den Arbeiter Überarbeitung und früher Tod, Herabsinken zur Maschine, Knecht des Kapitals, das sich ihm gefährlich gegenüber aufhäuft, neue Konkurrenz, Hungertod oder Bettelei eines Teils der Arbeiter.

||V| Die Erhöhung des Arbeitslohns erregt im Arbeiter die Bereicherungssucht des Kapitalisten, die er aber nur durch Aufopferung seines Geistes und Körpers befriedigen kann. Die Erhöhung des Arbeitslohns setzt die Häufung des Kapitals voraus und führt sie herbei; stellt das Produkt der Arbeit also immer fremder dem Arbeiter gegenüber. Ebenso macht die Teilung der Arbeit ihn immer einseitiger und abhängiger, wie sie die Konkurrenz nicht nur der Menschen, sondern auch der Maschinen herbeiführt. Da der Arbeiter zur Maschine herabgesunken ist, kann ihm die Maschine als Konkurrent gegenübertreten. Endlich, wie die Häufung des Kapitals die Quantität der Industrie, also die Arbeiter vermehrt, bringt durch diese Akkumulation dieselbe Quantität der Industrie eine
größere Quantität Machwerk
herbei, die zur Überproduktion wird und entweder damit endet, einen großen Teil Arbeiter außer Arbeit zu setzen oder ihren Lohn auf das kümmerlichste Minimum zu reduzieren.

Das sind die Folgen eines Gesellschaftszustandes, der dem Arbeiter am günstigsten ist, nämlich des Zustandes des
wachsenden, fortschreitenden
Reichtums.

Endlich aber muß dieser wachsende Zustand doch einmal seinen Höhepunkt erreichen. Welches ist nun die Lage des Arbeiters?

3. „In einem Land, welches die letztmögliche Stufe seines Reichtums erreicht hätte, wären beide, Arbeitslohn und Kapitalinteresse, sehr niedrig. Die Konkurrenz unter den Arbeitern, um Beschäftigung zu erhalten, wäre so groß, daß die Salaire auf das reduziert wären, was zur Erhaltung der nämlichen Zahl von Arbeitern hinreicht, und da das Land sich schon hinreichend bevölkert hätte, könnte sich diese Zahl nicht vermehren.“

Das + müßte sterben.

Also im abnehmenden Zustand der Gesellschaft progressives Elend des Arbeiters, im fortschreitenden Zustand kompliziertes Elend, im vollendeten Zustand stationäres Elend.

||VI| Da aber nach Smith eine Gesellschaft nicht glücklich ist, wo die Majorität leidet
, da aber der reichste Zustand der Gesellschaft zu diesem Leiden der Mehrzahl und da die Nationalökonomie (überhaupt die Gesellschaft des Privatinteresses) zu diesem reichsten Zustand führt, so ist also das
Unglück
der Gesellschaft der Zweck der Nationalökonomie.

In bezug auf das Verhältnis zwischen Arbeiter und Kapitalist ist noch zu bemerken, daß die Erhöhung des Arbeitslohnes dem Kapitalisten durch die Verringerung der Quantität der Arbeitszeit mehr als kompensiert wird und daß die Erhöhung des Arbeitslohns und die Erhöhung des Kapitalinteresses auf den Warenpreis wie einfaches und zusammengesetztes Interesse wirken.

Stellen wir uns nun ganz auf den Standpunkt des Nationalökonomen, und vergleichen wir nach ihm die theoretischen und seine praktischen Ansprüche der Arbeiter.

Er sagt uns, daß ursprünglich und dem Begriff nach das
ganze Produkt
der Arbeit dem Arbeiter gehört. Aber er sagt uns zugleich, daß in der Wirklichkeit dem Arbeiter der kleinste und allerunumgänglichste Teil des Produkts zukommt; nur soviel als nötig ist, nicht damit er als Mensch, sondern damit er als Arbeiter existiert, nicht damit er die Menschheit, sondern damit er die Sklavenklasse der Arbeiter fortpflanzt.

Der Nationalökonom sagt uns, daß alles mit Arbeit gekauft wird und daß das Kapital nichts als aufgehäufte Arbeit ist, aber er sagt uns zugleich, da der Arbeiter, weit entfernt, alles kaufen zu können, sich selbst und seine Menschheit verkaufen muß.

Während die Grundrente des trägen Landbesitzers meistens den 3ten Teil des Erdproduktes und der Profit des geschäftigen Kapitalisten sogar das Doppelte des Geldzinses beträgt, beträgt das Mehr, was sich der Arbeiter im besten Fall verdient, so viel, daß auf 4 Kinder ihm 2 verhungern und sterben müssen.

||VII|
Während nach dem Nationalökonomen die Arbeit das einzige ist, wodurch der Mensch den Wert der Naturprodukte vergrößert, während die Arbeit sein tätiges Eigentum ist, ist nach derselben Nationalökonomie der Grundeigentümer und Kapitalist, die qua Grundeigentümer und Kapitalist bloß privilegierte und müßige Götter sind, überall dem Arbeiter überlegen und schreiben ihm Gesetze vor.

Während nach dem Nationalökonomen die Arbeit der einzig unwandelbare Preis der Dinge ist, ist nichts zufälliger als der Arbeitspreis, nichts größeren Schwankungen ausgesetzt.

Während die Teilung der Arbeit die produktive Kraft der Arbeit, den Reichtum und die Verfeinerung der Gesellschaft erhöht, verarmt sie den Arbeiter bis zur Maschine. Während die Arbeit die Häufung der Kapitalien und damit den zunehmenden Wohlstand der Gesellschaft hervorruft, macht sie den Arbeiter immer abhängiger vom Kapitalisten, bringt ihn in eine größere Konkurrenz, treibt ihn in die Hetzjagd der Überproduktion, der eine ebensolche Erschlaffung folgt.

Während das Interesse des Arbeiters nach dem Nationalökonomen nie dem Interesse der Gesellschaft gegenübersteht, steht die Gesellschaft immer und notwendig dem Interesse des Arbeiters gegenüber.

Nach dem Nationalökonomen steht das Interesse des Arbeiters nie dem der Gesellschaft gegenüber, 1. weil die Erhöhung des Arbeitslohns sich mehr als ersetzt durch die Verminderung in der Quantität der Arbeitszeit, nebst den übrigen oben entwickelten Folgen; und 2. weil in bezug auf die Gesellschaft das ganze Bruttoprodukt Nettoprodukt ist und nur in bezug auf den Privatmann das Netto eine Bedeutung hat.

Daß die Arbeit aber selbst nicht nur unter den jetzigen Bedingungen. sondern insofern überhaupt ihr Zweck die bloße Vergrößerung des Reichtums ist, ich sage, daß die Arbeit selbst schädlich, unheilvoll ist, das folgt, ohne daß der Nationalökonom es weiß, aus seinen Entwicklungen.
[3*]

Nach dem Begriff sind Grundrente und Kapitalgewinn
Abzüge
, die der Arbeitslohn erleidet. Aber in der Wirklichkeit ist der Arbeitslohn ein Abzug, den Erde und Kapital dem Arbeiter zukommen lassen, eine Konzession des Produktes der Arbeit an d[en] Arbeiter, an die Arbeit.

Im verfallenden Zustand der Gesellschaft leidet der Arbeiter am schwersten. Er verdankt die spezifische Schwere seines Drucks seiner Stellung als Arbeiter, aber den Druck überhaupt der Stellung der Gesellschaft.

Aber im fortschreitenden Zustand der Gesellschaft ist der Untergang und die Verarmung des Arbeiters das Produkt seiner Arbeit und des von ihm produzierten Reichtums. Das Elend, welches also aus dem
Wesen
der heutigen Arbeit selbst hervorgeht.

Der reichste Zustand der Gesellschaft, ein Ideal, das aber doch annähernd erreicht wird, wenigstens der Zweck der Nationalökonomie wie der bürgerlichen Gesellschaft ist, ist
stationäres Elend
für die Arbeiter.

Es versteht sich von selbst, daß die Nationalökonomie den
Proletarier
, d.h. den, der ohne Kapital und Grundrente, rein von der Arbeit und einer einseitigen, abstrakten Arbeit lebt, nur als
Arbeiter
betrachtet. Sie kann daher den Satz aufstellen, daß er ebensowohl, wie jedes Pferd, soviel erwerben muß, um arbeiten zu können. Sie betrachtet ihn nicht in seiner arbeitslosen Zeit, als Mensch, sondern überläßt diese Betrachtung der Kriminaljustiz, den Ärzten, der Religion, den statistischen Tabellen, der Politik und dem Bettelvogt.

Erheben wir uns nun über das Niveau der Nationalökonomie und suchen aus der bisherigen, fast mit den Worten des Nationalökonomen gegebnen Entwicklung zwei Fragen zu beantworten.

1. Welchen Sinn, in der Entwicklung der Menschheit, hat diese Reduktion des größten Teils der Menschheit auf die abstrakte Arbeit?

2. Welche Fehler begehn die Reformatoren en détail, die entweder den Arbeitslohn
erhöhn
und dadurch die Lage der Arbeiterklasse verbessern wollen oder die
Gleichheit
des Arbeitslohns (wie Proudhon) als den Zweck der sozialen Revolution betrachten?

Die
Arbeit
körnmt nur unter der Gestalt der
Erwerbstätigkeit
in der Nationalökonomie vor.
[4*]

||VIII| „Das läßt sich behaupten, daß solche Beschäftigungen, die spezifische Anlagen oder längere Vorbildung voraussetzen, im ganzen einträglicher geworden sind; während der verhältnismäßige Lohn für die mechanisch einförmige Tätigkeit, auf welche der eine wie der andere schnell und leicht abgerichtet werden kann, bei der wachsenden Konkurrenz gefallen ist und notwendig fallen mußte. Und gerade
diese
Art der Arbeit ist bei dem jetzigen Stande ihrer Organisation noch weit die zahlreichste. Wenn also ein Arbeiter der ersten Kategorie jetzt siebenmal soviel, ein anderer der zweiten ebensoviel erwirbt, als etwa vor 50 Jahren, so erwerben beide
im Durchschnitte
freilich 4mal soviel. Allein wenn in einem Lande die erste Kategorie der Arbeit mit nur 1000, die 2te mit einer Million Menschen besetzt ist, so sind 999 000 nicht besser als 50 Jahren daran, und sie sind
schlimmer
daran, wenn zugleich die Preise der Lebensbedürfnisse gestiegen sind. Und mit solchen oberflächlichen
Durchschnittsberechnungen
will man sich über die zahlreichste Klasse der Bevölkerung täuschen. Überdies ist die Größe des
Arbeiterlohns
nur ein Moment für die Schätzung des
Arbeitereinkommens,
weil für die Bemessung des letztren noch wesentlich die gesicherte
Dauer
desselben in Anschlag kommt, wovon doch in der Anarchie der sogenannten freien Konkurrenz mit ihren immer wiederkehrenden Schwankungen und Stockungen schlechthin keine Rede ist. Endlich ist noch die früher und die jetzt gewöhnliche Arbeits
zeit
ins Auge zu fassen. Diese ist aber für die englischen Arbeiter in der Baumwollenmanufaktur seit etwa 25 Jahren, also grade seit Einführung der Arbeit ersparenden Maschinen, durch die Erwerbsucht der Unternehmer ||IX| auf 12-16 Stunden täglich erhöht worden, und die Steigerung in einem Lande und in einem Zweige der Industrie mußte sich, bei dem überall noch anerkannten Rechte einer unbedingten Ausbeutung der Armen durch die Reichen, mehr oder minder auch anderswo geltend machen.“
Schulz:

Bewegung der Production.
p.65.

„Allein selbst wenn es so wahr wäre, als es falsch ist, daß sich das Durchschnittseinkommen
aller
Klassen der Gesellschaft vergrößert hatte, können dennoch die Unterschiede und
verhältnismäßigen
Abstände des Einkommens größer geworden sein und hiernach die Gegensätze des Reichtums und der Armut schärfer hervortreten. Denn grade
weil
die Gesamtproduktion steigt und in demselben Maße, als dies geschieht, vermehren sich auch die Bedürfnisse, Gelüste und Ansprüche, und die
relative
Armut kann also zunehmen, während die
absolute
sich vermindert. Der Samojede ist nicht arm bei Tran und ranzigen Fischen, weil in seiner abgeschloßnen Gesellschaft alle die gleichen Bedürfnisse haben. Aber in einem
voranschreitenden Staate

[5*]
, der etwa im Lauf eines Jahrzehntes seine Gesamtproduktion im Verhältnis zur Gesellschaft um ein Dritteil vergrößert, ist der Arbeiter, der vor und nach 10 Jahren gleich viel erwirbt, nicht ebenso wohlhabend geblieben, sondern um ein Dritteil bedürftiger geworden.“
ibid.
p.65, 66.

Aber die Nationalökonomie kennt den Arbeiter nur als Arbeitstier, als ein auf die striktesten Leibesbedürfnisse reduziertes Vieh.

„Ein Volk, damit es sich geistig freier ausbilde, darf nicht mehr in der Sklaverei seiner körperlichen Bedürfnisse stehn, nicht mehr der Leibeigene des Leibes sein. Es muß ihm vor allem
Zeit
bleiben, auch geistig schaffen und geistig genießen zu
können
. Die Fortschritte im Organismus
[6*]
der Arbeit gewinnen diese Zeit. Verrichtet doch jetzt, bei neuen Triebkräften und verbessertem Maschinenwesen, ein einziger Arbeiter in den Baumwollefabriken nicht selten das Werk von 100, ja von 250-350 früheren Arbeitern. Ähnliche Folgen in allen Zweigen der Produktion, weil äußere Naturkräfte immer mehr zur Teilnahme ||X| an der menschlichen Arbeit gezwungen werden. War nun früher, zur Abfindung eines Quantums materieller Bedürfnisse, ein Aufwand von Zeit und menschlicher Kraft erforderlich, der sich später um die Hälfte vermindert hat: so ist zugleich, ohne irgendeine Einbuße an sinnlichem Wohlbehagen, der Spielraum für geistiges Schaffen und Genießen um soviel erweitert worden. – Aber auch über die Verteilung der Beute, die wir dem alten Kronos selbst auf seinem eigensten Gebiete abgewinnen, entscheidet noch das Würfelspiel des blinden, ungerechten Zufalls. Man hat in Frankreich berechnet, daß bei dem jetzigen Standpunkt der Produktion eine durchschnittliche Arbeitszeit von täglich 5 Stunden auf jeden Arbeitsfähigen zur Befriedigung aller materiellen Interessen der Gesellschaft ausreichen würde ... Ungeachtet der Zeitersparnisse durch Vervollkommnung des Maschinenwesens hat sich die Dauer der Sklavenarbeit in den Fabriken für eine zahlreiche Bevölkerung nur vergrößert.“ p.67, 68
ibid.

„Der Übergang von der zusammengesetzten Handarbeit setzt eine Zerlegung derselben in ihre einfachen Operationen voraus. Nun wird aber zunächst nur
ein Teil
der gleichförmig wiederkehrenden Operationen den Maschinen, ein anderer Teil aber den Menschen anheimfallen. Nach der Natur der Sache und nach übereinstimmenden Erfahrungen ist eine solche anhaltend einförmige Tätigkeit ebenso nachteilig für Geist als Körper; und so müssen denn bei dieser
Verbindung
des Maschinenwesens mit der bloßen Teilung der Arbeit unter zahlreichere Menschenhände auch noch alle Nachteile der letztren zum Vorschein kommen. Die Nachteile zeigen sich unter andrem in der größern Sterblichkeit der Fabrik-||XI|arbeiter ... Diesen großen Unterschied, wieweit die Menschen
durch
Maschinen oder wieweit sie
als
Maschinen arbeiten, hat man nicht ... berücksichtigt.“
ibid.
p.69.

„Für die Zukunft des Völkerlebens aber werden die in den Maschinen wirkenden verstandeslosen Naturkräfte unsere Sklaven und Leibeigenen sein.“
ibid.
p.74.

„In den englischen Spinnereien sind nur 158.818 Männer und 196.818 Weiber beschäftigt. Auf je 100 Arbeiter in den Baumwollfabriken der Grafschaft Lancaster kommen 103 Arbeiterinnen und in Schottland sogar 209. In den englischen Flachsfabriken von Leeds zählte man auf 100 männliche Arbeiter 147 weibliche; in Druden und an der Ostküste Schottlands sogar 280. In den englischen Seidenfabriken viele Arbeiterinnen; in den Wollfabriken, die größere Arbeitskraft erfordern, mehr Männer. Auch in den nordamerikanischen Baumwollfabriken waren im Jahre 1833 nebst 18.593 Männern nicht weniger als 38.927 Weiber beschäftigt. Durch die Veränderungen im Organismus der Arbeit ist also dem weiblichen Geschlecht ein weiterer Kreis von Erwerbstätigkeit zugefallen ... die Frauen eine ökonomisch selbständigere Stellung ... die beiden Geschlechter in ihren sozialen Verhältnissen einander nähergerückt.“ p.71, 72
ibid.

„In den von Dampf und Wasser getriebnen englischen Spinnereien arbeiteten im Jahr 1835: 20.558 Kinder zwischen 8-12 Jahren; 35.867 zwischen 12-13 und endlich 108.208 zwischen 13-18 Jahren ... Freilich wirken die weiteren Fortschritte der Mechanik, da sie alle einförmigen Beschäftigungen den Menschen mehr und mehr aus der Hand nehmen, auf eine allmähliche Besei||XII|tigung des Mißstandes hin. Allein diesen rascheren Fortschritten selbst steht grade der Umstand im Wege, daß sich die Kapitalisten die Kräfte der untern Klassen, bis in das Kindesalter hinein, auf die leichteste und wohlfeilste Weise aneignen können, um sie
statt
der Hilfsmittel der Mechanik zu brauchen und zu verbrauchen.“ p.70, 71.
Schulz:

Bewegung der Production.

„Lord Brougham’s Zuruf an die Arbeiter: ‚Werdet Kapitalisten!‘ Das ... das Übel, daß Millionen nur durch anstrengende, körperlich zerrüttende, sittlich und geistig verkrüppelnde Arbeit sich ein knappes Auskommen zu erwerben vermögen; daß sie sogar das Unglück, eine
solche
Arbeit gefunden zu haben, für ein Glück halten müssen.“ p.60
ibid.

„Pour vivre donc, les non-propriétaires sont obligés de se mettre directement ou indirectement
au service
des propriétaires, c.-à-d. sous leur dépendance.“
[7*]
Pecqueur:
Théorie nouvelle d’économie soc. etc.
, p.409.

Domestiques – gages; ouvriers – salaires; employés – traitement
ou
émoluments
.
[8*]

ibid.
p.409, 410.

„louer son travail“, „prêter son travail à l’intérêt“, „travailler à la place d’autrui.“
[9*]
„louer La matière du travail“, „prêter la matière du travail a l’intérêt“, „faire travailler autrui à sa place.“
[10*]

ibid.
[p.411.]

||XIII| „cette constitution économique condamne les hommes a des métiers tellement abjects, à une dégradation tellement désolante et amère, que la sauvagerie apparaît, en comparaison, comme une royale condition.“
[11*]

l.c.
p.417, 418. „la prostitution de la chair non-propriétaire sous toutes les formes.“
[12*]
p.421 sq. Lumpensammler.

Ch.Loudon
in der Schrift:
Solution du problème de la population, etc.
, Paris 1842, gibt die Zahl der Prostituierten in England auf 60-70.000 an. Die Zahl der femmes d’une vertu douteuse
[13*]
sei ebenso groß. p.228.

„La moyenne vie de ces infortunées créatures sur le pave, après qu’elles sont entrées dans la carrière du vice, est d’environ six ou sept ans. De manière que pour maintenir le nombre de 60 à 70 000 prostituées, il doit y avoir, dans les 3 royaumes, au moins 8 à 9000 femmes qui se vouent à cet infâme métier chaque année, ou environ vingt-quatre nouvelles victimes par jour, ce qui est La moyenne
d’une
par heure; et consé-quemment, si la même proportion a lieu sur toute la surface du globe, il doit y avoir constamment un million et demi de ces malheureuses.“
[14*]

ibid.
p.229.

„La population des misérables croît avec leur misère, et c’est à la limite extrême du dénûment que les êtres humains se pressent en plus grand nombre pour se disputer le droit de souffrir ... En 1821, la population de l’Irlande était de 6 801 827. En 1831, elle s’était élevée à 7 764 010; c’est 14 p.% d’augmentation en dix ans. Dans le Leinster, province où il y a le plus d’aisance, la population n’a augmente que de 8 p.%, tandis que, dans le Connaught, province la plus misérable, l’augmentation s’est élevée à 21 p.%. (
Extraits des Enquêtes publiées en Angleterre sur l’Irlande.
Vienne, 1840.)“
[15*]

Buret:

De La misère etc.
t.I, p.[36,] 37.

Die Nationalökonomie betrachtet die Arbeit abstrakt als eine Sache; le travail est une marchandise
[16*]
; ist der Preis hoch, so ist die Ware sehr gefordert; ist er niedrig, so ist sie sehr angeboten; „comme marchandise, la travail doit de plus en plus baisser de prix“
[17*]
[
l.c.
p.43]: teils die Konkurrenz zwischen Kapitalist und Arbeiter, teils die Konkurrenz unter den Arbeitern zwingt hierzu.

„... la population ouvrière, marchande de travail, est forcément réduite à la plus faible part du produit ... la théorie du travail marchandise est-elle autre chose qu’une théorie de servitude déguisée?“
[18*]

l.c.
p.43. „Pourquoi donc n’avoir vu dans le travail qu’une valeur d’échange?“
[19*]

ib.
p.44.

Die großen Ateliers kaufen vorzugsweise die Arbeit von Frauen und Kindern, weil diese weniger kostet als die der Männer.
l.c.

„Le travailleur n’est point vis-à-vis de celui qui l’emploie dans la position d’un
libre vendeur

[20*]
... le capitaliste est toujours libre d’employer La travail, et l’ouvrier est toujours forcé de la vendre. La valeur du travail est complètement détruite, s’il n’est pas vendu à chaque instant. Le travail n’est susceptible ni d’accumulation, ni même d’épargne, à la différence des véritables [marchandises].

||XIV| La travail c’est la vie, et si la vie ne s’échange pas chaque jour contre des aliments, elle souffre et périt bientôt. Pour qua la vie de l’homme soit une marchandise, il faut donc admettre l’esclavage.“
[21*]
p.49, 50
l.c.

Wenn die Arbeit also eine Ware ist, so ist sie eine Ware von den unglückseligsten Eigenschaften. Aber selbst nach nationalökonomischen Grundsätzen ist sie es nicht, weil nicht „
le libre résultat d’un libre marché
“
[22*]
[
l.c.
p.50]. Das jetzige ökonomische Regime

“abaisse à la fois à la prix et la rémunération du travail; il perfectionne l’ouvrier et dégrade l’homme“.
[23*]
p.52, 53
l.c.
„L’industrie est devenue une guerre et la commerce un jeu.“
[24*]

l.c.
p.62.

„Les machines travailler a coton“
[25*]
(in England) „repräsentieren allein 84.000.000 Handwerker.“ [
l.c.
p.193, Note.]

Die Industrie befand sich bis jetzt im Zustand des Eroberungskriegs:

„elle a prodigué la via des hommes qui composaient son armée avec autant d’indifférence que les grands conquérants. Son but était la possession de la richesse, et non la bonheur des hommes“
[26*]
. Buret,
l.c.
p.20. „Ces intérêts“ (sc. économiques), „librement abandonnés à eux-mêmes ... doivent nécessairement entrain en conflit; ils n’ont d’autre arbitre qua la guerre, et les décisions de la guerre donnent aux uns La défaite et la mort, pour donner aux autres la victoire ... c’est dans le conflit des forces opposées que la science cherche l’ordre et l’équilibre: La
guerre perpétuelle

[27*]
est salon elle le seul moyen d’obtenir la paix; cette guerre s’appelle la concurrence.“
[28*]

l.c.
p.23.

Der industrielle Krieg, um mit Erfolg geführt zu sei, erfordert zahlreiche Armeen, die en auf denselben Punkt aufhäufen und reichlich dezimieren kann. Und weder aus Devouement
[29*]
noch aus Pflicht ertragen die Soldaten dieser Armee die Anstrengungen, die man ihnen auferlegt; nur um der harten Notwendigkeit des Hungers zu entwischen. Sie haben weder Anhänglichkeit noch Erkenntlichkeit für ihre Chefs; diese hängen mit ihren Untergebnen durch kein Gefühl des Wohlwollens zusammen; sie kennen sie nicht als Menschen, sondern nur als Instrumente der Produktion, welche soviel als möglich einbringen und sowenig Unkosten als möglich machen müssen. Diese Völkerschaften von Arbeitern, mehr und mehr gedrängt, haben selbst nicht die Sorglosigkeit, immer angewandt zu sein; die Industrie, welche sie zusammenberufen hat, läßt sie nur leben, wenn sie ihrer bedarf; und sobald sie sich denselben entschlagen kann, verläßt sie dieselben ohne das mindeste Bedenken; und die Arbeiter sind gezwungen, ihre Person und ihre Kraft für den Preis, den man ihnen akkordieren will, anzubieten. Je mehr die Arbeit, die man ihnen gibt, lang, peinlich, ekelhaft ist, um so weniger werden sie bezahlt; man sieht welche, die mit l6stündiger Arbeit per Tag, bei fortdauernder Anstrengung, kaum das Recht erkaufen, nicht zu sterben.
l.c.
p. [68,] 69.

|XV| „Nous avons la conviction ... partagée par les commissaires chargés de l’enquête sur la condition des tisserands à la main, que les grandes villes industrielles pendraient, en peu des temps, leur population de travailleurs, si elles ne recevaient, à chaque instant des campagnes voisines, des recrues continuelles d’hommes sains, de sang nouveau.“
[30*]
p.362
l.c.
|XV||

Fußnoten

1*.
Die in diesem Satz in eckige Klammern gesetzten Wörter und Wortteile sind eine sinngemäße Ergänzung, da sie in der Handschrift infolge eines Tintenflecks nicht zu entziffern sind

2*.

leidet keiner grausamer unter ihrem Verfall als die Arbeiterklasse

3*.
Dieser Absatz ist in der Handschrift von dem folgenden durch einen Strich getrennt

4*.
In der Handschrift folgt ein Zwischenraum

5*.
Hervorhebung von Marx

6*.
in der Handschrift: Egoisrnus

7*.
„Um also zu leben, sind die Nichtbesitzenden gezwungen, sich direkt oder indirekt
in den Dienst
der Besitzenden zu begeben, d.h. in ihre Abhängigkeit.“

8*.

Dienerschaft – Löhnung; Arbeiter – Lohn; Angestellte – Besoldung oder Gehalt
.

9*.
„seine Arbeit vermieten“, „seine Arbeit gegen Zinsen verleihen“, „anstelle anderer arbeiten.“

10*.
„die Materie der Arbeit vermieten“, „die Materie der Arbeit gegen Zinsen verleihen“, „andere an seiner Stelle arbeiten lassen.“

11*.
„diese Wirtschaftsverfassung verdammt die Menschen zu derart niedrigen Beschäftigungen, zu einer derart trostlosen und bitteren Herabwürdigung, daß der Zustand der Wildheit im Vergleich dazu wie eine königliche Lage erscheint.“

12*.
„die Prostitution der Nichtbesitzenden in allen Formen.“

13*.
Frauen von zweifelhafter Tugend

14*.
„Die mittlere Lebensdauer dieser unglücklichen Geschöpfe auf dem Straßenpflaster beträgt, nachdem sie den Weg des Lasters beschritten haben, ungefähr sechs oder sieben Jahre. Soll die Zahl von 60 bis 70.000 Prostituierten erhalten bleiben, so müssen sich demnach in den 3 Königreichen jährlich mindestens 8 bis 9.000 Frauen diesem schmutzigen Gewerbe hingeben, das sind ungefähr 24 neue Opfer täglich oder durchschnittlich
eine
in jeder Stunde; wenn dieselbe Proportion auf dem gesamten Erdball herrscht, muß es folglich ständig ein und eine halbe Million dieser Unglücklichen geben.“

15*.
„Die Volksschicht der Ärmsten wächst mit ihrem Elend, und an der äußersten Grenze der Not drangt sich die größte Zahl menschlicher Wesen, um sich das Recht zu leiden, streitig zu machen ... Im Jahre 1821 betrug die Bevölkerung Irlands 6.801.827 Personen. Im Jahre 1831 war sie auf 7.764.010 gestiegen; das ist eine Zunahme von 14% im Laufe von zehn Jahren. In Leinster, der Provinz, in der der größte Wohlstand herrscht, hat die Bevölkerung nur um 8% zugenommen. während in Connaught, der ärmsten Provinz, der Zuwachs 21% betrug. (Auszüge aus den in England veröffentlichten [parlamentarischen] Untersuchungen über Irland. Wien 1840.)“

16*.
die Arbeit ist eine Ware

17*.
„als Ware muß die Arbeit im Preis immer mehr sinken“

18.*
„... die Arbeiterbevölkerung, Verkäuferin der Arbeit, ist gezwungen, sich mit dem kleinsten Anteil am Produkt zu bescheiden ... ist die Theorie von der Arbeit als Ware etwas anderes als eine Theorie verhüllter Sklaverei?“

19*.
„Warum also hat man in der Arbeit nur einen Tauschwert gesehen?“

20*.
Hervorhebung von Marx

21*.
„Der Arbeiter ist gegenüber demjenigen. der ihn verwendet, nicht in der Lage eines
freien Verkäufers
... dem Kapitalisten steht es immer frei, die Arbeit zu verwenden, und der Arbeiter ist immer gezwungen, sie zu verkaufen. Der Wert der Arbeit ist völlig zerstört, wenn sie nicht in jedem Augenblick verkauft wird. Die Arbeit kann, im Unterschied zu wirklichen [Waren], weder akkumuliert. noch auch nur gespart werden. Die Arbeit ist das Leben, und wenn das Leben nicht jeden Tag gegen Lebensmittel ausgetauscht wird, leidet es und geht bald zugrunde. Damit das Leben des Menschen eine Ware sei, muß man also die Sklavenei zulassen.“

22*.
„
das freie Ergebnis eines freien Handels
„

23*.
„drückt zugleich den Preis und die Entlohnung der Arbeit herunter; es vervollkommnet den Arbeiter und degradiert den Menschen“

24*.
„Die Industrie ist ein Krieg geworden und der Handel ein Spiel.“

25*.
Die Baumwollbearbeitungsmaschinen

26*.
„sie hat das Leben der Menschen, die ihre Armee bilden, ebenso gleichgültig vergeudet wie die großen Eroberer. Ihr Ziel war der Besitz des Reichtums und nicht das Glück der Menschen“

27*.
Hervorhebung von Marx

28*.
„Diese Interessen“ (d.h. die ökonomischen) „müssen, wenn sie frei sich selbst überlassen werden ..., notwendigerweise miteinander in Konflikt geraten; sie haben keinen anderen Schiedsrichter als den Krieg, und die Entscheidungen des Krieges geben den einen die Niederlage und den Tod und den andern den Sieg ... In diesem Konflikt der gegensätzlichen Kräfte sucht die Wissenschaft die Ordnung und das Gleichgewicht: Der
ständige Krieg
ist ihrer Meinung nach das einzige Mittel, zum Frieden zu kommen; dieser Krieg heißt die Konkurrenz.“

29*.
Ergebenheit

30*.
„Wir haben die Überzeugung ..., die von den mit der [parlamentarischen] Untersuchung den Lage der Handweber Beauftragten geteilt wird, daß die großen Industriestädte in kurzer Zeit ihre Arbeiterbevölkerung verlieren würden, wenn sie nicht jederzeit aus den benachbarten Landgebieten unaufhörlichen Zustrom an gesunden Menschen, an frischem Blut erhielten.“

Anmerkungen

5.

simple humanité
– diese Worte sind dem ersten Band (Kapitel VIII) des Hauptwerkes von Adam Smith entnommen. Marx benutzte hier und im folgenden die von Germain Garnier besorgte und 1802 in Paris erschienene französische Übersetzung
Recherches sur la nature et les causes de la richesse des nations
. Die Worte „simple humanité„ finden sich in dieser Ausgabe im Band 1, p.138.

6.
Adam Smith,
Recherches sur la nature et les causes de la richesse des nations
, Paris 1802, t.II (1.I, chap.XI), p.162.

7.

Ebendort
, t.I (1.I, chap. IX), p.193.

8.

Ebendort
, t.I (1.I, chap.VIII), p. 159-160. Smith sagt hier: „Une société ne peut sûrement pas être réputée dans le bonheur et la prospérité, quand la très majeure partie de ses membres sont pauvres et misérables“ (Eine Gesellschaft kann sicher nicht als glücklich und prosperierend betrachtet werden, wenn der bei weitem größte Teil ihrer Glieder arm und elend ist).

9.
Auf S.VII des ersten Manuskriptes bringt Marx in allen drei Spalten fortlaufend Text zum Abschnitt
Arbeitslohn
.

### Profit des Kapitals

### 1. Das Kapital.

||I| 1. Worauf beruht das
Kapital
, d.h. das Privateigentum an den Produkten fremder Arbeit?

„Wenn das Kapital selbst nicht auf Diebstahl oder Unterschleif sich reduziert, so bedarf es doch den Konkurs der Gesetzgebung, um die Erbschaft zu heiligen.“
Say
. t.I, p.136, nota.

Wie wird man Proprietär von produktiven fonds? Wie wird man Eigentümer von den Produkten, die vermittelst dieser fonds geschaffen werden?

Durch das
positive Recht
.
Say
. t.II, p.4.

Was erwirbt man mit dem Kapital, mit der Erbschaft eines großen Vermögens z.B.?

„Einer, der z.B. ein großes Vermögen erbt, erwirbt dadurch zwar nicht unmittelbar politische Macht. Die Art von Macht, die diese Besitzung ihm unmittelbar und direkt überträgt, das ist die
Macht zu kaufen
, das ist ein Recht des Befehls über alle Arbeit von andern oder über alles Produkt dieser Arbeit, welches zur Zeit auf dem Markt existiert.“ Smith. t.I, p.6l.

Das Kapital ist also die
Regierungsgewalt
über die Arbeit und ihre Produkte. Der Kapitalist besitzt diese Gewalt, nicht seiner persönlichen oder menschlichen Eigenschaften wegen, sondern insofern er
Eigentümer
des Kapitals ist. Die
kaufende
Gewalt seines Kapitals, der nichts widerstehn kann, ist seine Gewalt.

Wir werden später sehn, einmal, wie der Kapitalist vermittelst des Kapitals seine Regierungsgewalt über die Arbeit ausübt, dann aber die Regierungsgewalt des Kapitals über den Kapitalisten selbst.

Was ist das Kapital?

„Une certaine quantité de
travail amassé
et mis en réserve.“
[1*]
Smith. t.II, p.312.

Kapital ist
aufgespeicherte Arbeit
.

2.
Fonds
. Stock ist jede Häufung von Produkten der Erde und Manufakturarbeit. Der Stock heißt nur dann
Kapital
, wenn er seinem Eigentümer eine Revenue oder Gewinn abwirft. Smith. t.II, p.191.

### 2. Der Gewinn des Kapitals.

Der
Profit
oder
Gewinn des Kapitals
ist ganz vom
Arbeitslohn
verschieden. Diese Verschiedenheit zeigt sich in doppelter Weise: Einmal regeln sich die Gewinne des Kapitals gänzlich nach dem Wert des angewandten Kapitals, obgleich die Arbeit der Aufsicht und Direktion bei verschiedenen Kapitalien die nämliche sein kann. Dann kömmt hinzu, daß in großen Fabriken diese ganze Arbeit einem Hauptkommis anvertraut ist, dessen Gehalt in keinem Verhältnis mit dem ||II| Kapital steht, dessen Leistung er überwacht. Obgleich sich hier nun die Arbeit des Proprietärs fast auf nichts reduziert, verlangt er doch Profite im Verhältnis zu seinem Kapital. Smith. t.I, p.97-99.

Warum verlangt der Kapitalist diese Proportion zwischen Gewinn und Kapital?

Er hätte kein
Interesse
, die Arbeiter anzuwenden, wenn er nicht vorn Verkauf ihres Werks mehr erwartete, als nötig ist, um die für Arbeitslohn avancierten fonds zu ersetzen, und er hätte kein
Interesse
, eher eine große als eine kleine Summe von fonds anzuwenden, wenn sein Profit nicht im Verhältnis zum Umfang der angewandten fonds stände. t.I, p.96, 97.

Der Kapitalist zieht also erstens einen Gewinn auf die salaire, zweitens auf die avancierten Rohstoffe.

Welches Verhältnis hat nun der Gewinn zum Kapital?

Wenn es schon schwer ist, die gewöhnliche mittlere Taxe des Arbeitslohns an gegebnem Ort und in [gegebner] Zeit zu bestimmen, so noch schwerer der Gewinn der Kapitalien. Wechsel im Preis der Waren, mit welchen das Kapital handelt, Glück oder Unglück seiner Rivalen und Kunden, tausend andre Zufälle, denen die Waren ausgesetzt sind, sowohl während des Transports als in den Magazinen, bringen einen täglichen, fast stündlichen Wechsel im Profit hervor. Smith. t.I, p.179, 180. So unmöglich es nun ist, die Gewinne der Kapitalien mit Präzision zu bestimmen, so kann man sich doch eine Vorstellung von ihnen machen nach dem
Geldzins

[2*]
. Kann man viel Gewinn mit dem Geld machen, so gibt man vie1 für die Fähigkeit, sich seiner zu bedienen, wenn wenig durch seine Vermittlung, wenig. Smith. t.I, p.181. Die Proportion, welche die gewöhnliche Zinstaxe mit der Taxe des Reingewinns bewahren muß, wechselt notwendig mit Steigen oder Fallen des Gewinns. In Großbritannien berechnet man auf das Doppelte des Interesses das, was die Handelsleute nennen
un profit honnête, modéré, raisonnable

[3*]
, lauter Ausdrücke, die nichts sagen wollen als ein
gewöhnlicher und gebräuchlicher
Profit. Smith. t.I, p.198.

Welches ist die
niedrigste
Taxe des Gewinns? Welches seine
höchste
?

Die
niedrigste Taxe

[4*]
des gewöhnlichen Gewinns der Kapitalien muß immer
etwas mehr

[5*]
sein, als nötig ist, um die zufälligen Verluste zu kompensieren, welchen jede Anwendung des Kapitals ausgesetzt ist. Dieses surplus ist eigentlich der Gewinn oder le bénéfice net
[6*]
. Ebenso verhält es sich mit der niedrigsten Taxe des Zinsfußes. Smith. t.I, p.196.

||III| Die
höchste Taxe

[7*]
, auf welche die gewöhnlichen Gewinne steigen können, ist die, welche in der Mehrzahl der Waren die
Totalität der Grundrente wegnimmt
und den Arbeitslohn der gelieferten Ware auf den
niedrigsten Preis
, auf die bloße Subsistenz des Arbeiters während der Arbeit reduziert. Auf die eine oder die andere Art muß der Arbeiter immer genährt werden, solang er zu einem Tagwerk angewandt wird; die Grundrente kann ganz wegfallen. Beispiel: In Bengalien die Leute der indischen Handelskompagnie. Smith. t.I, p.[197,] 198.

Außer allen Vorteilen einer geringen Konkurrenz, die der Kapitalist in diesem Fall
ausbeuten
darf, kann er auf eine honette Weise den Marktpreis über den natürlichen Preis halten.

Einmal
durch
Handelsgeheimnis
, wenn der Markt von denen, die ihn beziehn, sehr entfernt ist: nämlich durch Geheimhaltung der Wechsel des Preises, seiner Erhöhung über den natürlichen Stand. Diese Geheimhaltung hat nämlich den Erfolg, daß nicht andre Kapitalisten ebenfalls ihr Kapital auf diese Branche werfen.

Dann
durch
Fabrikgeheimnis
, wo der Kapitalist mit weniger Produktionskosten seine Ware zu denselben oder sogar zu niedrigern Preisen als seine Konkurrenten mit mehr Profit liefert. – (Der Betrug durch Geheimhaltung ist nicht unsittlich? Börsenhandel.) –
Ferner
: wo die Produktion an eine bestimmte Lokalität gebunden (wie z.B. kostbarer Wein) und die
effektive Nachfrage
nie befriedigt werden kann.
Endlich
: durch
Monopole
von Individuen und Kompagnien. Der Monopolpreis ist so hoch als möglich.
[8*]

Smith.
t.I, p.120-124.

Andre zufällige Ursachen, welche den Gewinn des Kapitals erhöhn können:

Erwerbung von neuen Territorien oder neuer Handelszweige vermehren oft, selbst in einem reichen Lande, den Gewinn der Kapitalien, weil sie den alten Handelszweigen einen Teil der Kapitalien entziehn, die Konkurrenz vermindern, den Markt mit weniger Waren beziehn machen, deren Preise sich dann erhöhn; die Handelstreibenden mit denselben können dann das geliehne Geld mit stärkern Zinsen zahlen. Smith. t.I, p.190.

Je mehr eine Ware bearbeitet, Gegenstand der Manufaktur wird, steigt der Teil des Preises, der sich in Arbeitslohn und Profit auflöst, im Verhältnis zu dem Teil, der sich in Grundrente auflöst. In dem Fortschritt, den die Handarbeit über diese Ware macht, vermehrt sich nicht nur die Zahl der Gewinne, sondern jeder folgende Gewinn ist großer als der vorhergehende, weil das Kapital, von dem ||IV| er entspringt, notwendig immer größer ist. Das Kapital, welches die Leinweber in Arbeit setzt, ist notwendig immer größer als das, welches die Spinner arbeiten macht, weil es nicht nur das letzte Kapital mit seinen Gewinnen ersetzt, sondern außerdem noch die salaire der Leinweber zahlt – und es ist notwendig, daß die Gewinne immer in einer Art von Verhältnis mit dem Kapital stehn. t.I, 102, 103.

Der Fortschritt, den also die menschliche Arbeit über das Naturprodukt und das bearbeitete Naturprodukt macht, vermehrt nicht den Arbeitslohn, sondern teils die Zahl der gewinnenden Kapitale, teils das Verhältnis jedes folgenden Kapitals zu den vorhergehenden.

Über den Gewinn, den der Kapitalist von der Teilung der Arbeit zieht, später.

Er gewinnt doppelt, erstens von der Teilung der Arbeit, zweitens überhaupt von dem Fortschritt, den die menschliche Arbeit über das Natur-produkt macht. Je größer der menschliche Anteil an einer Ware, um so größer der Gewinn des toten Kapitals.

In einer und derselben Gesellschaft ist ein Durchschnittstaxe der Kapitalgewinne vie1 näher demselben Niveau als der Lohn der verschiedenen Arten von Arbeit. t.I, p.228. Bei den verschiedenen Anwendungen des Kapitals wechselt die gewöhnliche Taxe des Gewinns nach der größern oder geringern Gewißheit der Zurückkunft des Kapitals. „Die Taxe des Gewinns hebt sich mit dem risque, wenn auch nicht in vollständiger Proportion.“
ibid.
[p.226, 227].

Es versteht sich von selbst, daß die Kapitalgewinne auch durch die Erleichterung oder geringere Kostspieligkeit der Zirkulationsmittel (z.B. Papiergeld) steigen.

### 3. Die Herrschaft des Kapitals über die Arbeit und die Motive des Kapitalisten.

Das einzige Motiv, welches den Besitzer eines Kapitals bestimmt, es eher in der Agrikultur oder in der Manufaktur oder in einem besondern Zweig des Engros- oder En-détail-Handels zu verwenden, ist der Gesichtspunkt seines eignen Profits. Es kömmt ihm nie in den Sinn zu berechnen, wieviel
produktive Arbeit

[9*]
jede dieser verschiednen Anwendungsarten in Tätigkeit setzen ||V| oder an Wert dem jährlichen Produkt der Ländereien und der Arbeit seines Landes hinzufügen wird.
Smith
. t.II, p.400, 401.

Die nützlichste Anwendung des Kapitals für den Kapitalisten ist die, welche ihm bei gleicher Sicherheit den größten Gewinn abwirft. Diese Anwendung ist nicht immer die nützlichste für die Gesellschaft; die nützlichste ist die, welche darauf verwandt wird, Nutzen von den produktiven Naturkräften zu ziehn.
Say
. t.II, p.131.

Die wichtigsten Operationen der Arbeit sind geregelt und geleitet nach den Plänen und den Spekulationen derjenigen, welche die Kapitalien anwenden: und der Zweck, welchen sie sich in allen diesen Plänen und Operationen vorsetzen, ist der
Profit

[10*]
. Also: Die Taxe des Profits steigt nicht wie Grundrente und Arbeitslohn mit dem Wohlstand der Gesellschaft und fällt nicht wie jene mit ihrem Verfall. Im Gegenteil, diese Taxe ist natürlich niedrig in den reichen Ländern und hoch in den armen Ländern; und sie ist nie so hoch als in den Ländern, welche sich am schnellsten ihrem Ruin entgegenstürzen. Das Interesse dieser Klasse steht also nicht in derselben Verbindung, wie das der beiden andern, mit dem allgemeinen Interesse der Gesellschaft ... Das besondre Interesse derer, die einen besondren Handels- oder Manufakturzweig treiben, ist in gewisser Hinsicht immer verschieden von dem des Publikums und oft ihm sogar feindlich entgegengesetzt. Das Interesse des Kaufmanns ist immer, den Markt zu vergrößern und die Konkurrenz der Verkäufer einzuschränken ... Es ist dies eine Klasse von Leuten, deren Interesse niemals exakt dasselbe sein wird wie das der Gesellschaft, welche im allgemeinen ein Interesse haben, das Publikum zu betrügen und es zu überlisten. t.II, p.163-165. Smith.

### 4. Die Akkumulation der Kapitalien und die Konkurrenz unter den Kapitalisten.

Die
Vermehrung der Kapitalien

[11*]
, welche den Arbeitslohn erhöht, strebt den Gewinn der Kapitalisten zu vermindern durch die
Konkurrenz

[12*]
unter den Kapitalisten. t.I, p.179. Smith.

„Wenn z.B. das Kapital, das zum Epiceriegeschäft einer Stadt nötig ist, sich unter zwei verschiedne Epiciers geteilt findet, so wird die Konkurrenz machen, daß jeder von ihnen wohlfeiler verkaufen wird, als wenn sich das Kapital in den Händen eines einzigen befunden hatte; und wenn es unter 20 ||VI| geteilt ist, wird die Konkurrenz grade um so tätiger sein, und es wird um so weniger die Möglichkeit gegeben sein, daß sie sich untereinander verständigen können, den Preis ihrer Waren zu erhöhn.“ Smith. t.II, p.372, 373.

Da wir nun schon wissen, daß die Preise des Monopols so hoch als möglich sind, da das Interesse der Kapitalisten selbst vom gemein nationalökonomischen Gesichtspunkt aus feindlich der Gesellschaft gegenübersteht, da die Erhöhung des Kapitalgewinns wie das zusammengesetzte Interesse auf den Preis der Ware wirkt (Smith. t.I, p.199-201), so ist die
Konkurrenz
die einzige Hülfe gegen die Kapitalisten, die nach der Angabe der Nationalökonomie ebenso wohltätig auf die Erhöhung des Arbeitslohns als auf die Wohlfeilheit der Waren zugunsten des konsumierenden Publikums wirkt.

Allein die Konkurrenz ist nur dadurch möglich, daß die Kapitalien sich vermehren, und zwar in vielen Händen. Die Entstehung vieler Kapitalien ist nur möglich durch vielseitige Akkumulation, da das Kapital überhaupt nur durch Akkumulation entsteht, und die vielseitige Akkumulation schlägt notwendig in einseitige um. Die Konkurrenz unter den Kapitalien vermehrt die Akkumulation unter den Kapitalien. Die Akkumulation, welche unter der Herrschaft des Privateigentums
Konzentration
des Kapitals in wenigen Händen ist, ist überhaupt eine notwendige Konsequenz, wenn die Kapitalien ihrem natürlichen Lauf überlassen werden, und durch die Konkurrenz bricht sich diese natürliche Bestimmung des Kapitals erst recht freie Bahn.

Wir haben schon gehört, daß der Gewinn des Kapitals im Verhältnis zu seiner Größe steht. Ganz zunächst von der absichtlichen Konkurrenz abgesehn, akkumuliert ein großes Kapital sich also verhältnismäßig nach seiner Größe schneller als ein kleines Kapital. |VI||

||VIII| Hienach ist schon, ganz abgesehn von der Konkurrenz, die Akkumulation des großen Kapitals vie1 schneller als die des kleineren. Aber verfolgen wir weiter den Verlauf.

Mit der Vermehrung der Kapitalien vermindern sich, rnittelst der Konkurrenz, die Profite der Kapitalien. Also leidet zunächst der kleine Kapitalist.

Die Vermehrung der Kapitalien und eine große Anzahl von Kapitalien setzt ferner
[13*]
fortschreitenden Reichtum des Landes voraus.

„In einem Lande, welches auf eine sehr hohe Stufe des Reichtums gelangt ist, ist die gewöhnliche Taxe des Gewinns so klein, daß der Zinsfuß, welchen dieser Gewinn zu zahlen erlaubt, zu niedrig ist, als daß andre als die reichsten Leute vom Geldinteresse leben könnten. Alle Leute von mittlerem Vermögen müssen also selbst ihr Kapital anwenden, Geschäfte treiben oder sich an irgendeinem Handelszweig interessieren.“ Smith. t.I, p.[196,] 197
[14*]
.

Dieser Zustand ist der Lieblingszustand der Nationalökonomie.

„Die Proportion, welche zwischen der Summe der Kapitalien und der Revenuen besteht, bestimmt überall die Proportion, in welcher sich die Industrie und der Müßiggang befinden werden; wo die Kapitalien den Sieg davontragen, herrscht die Industrie; wo die Revenuen, der Müßiggang.“ t.II, p.325. Smith.

Wie steht es nun mit der Anwendung des Kapitals in dieser vergrößerten Konkurrenz?

„Mit der Vermehrung der Kapitalien muß die Quantität der fonds à prêter à intérêt
[15*]
sukzessiv größer werden; mit der Vermehrung dieser fonds wird der Geldzins kleiner, 1. weil der Marktpreis aller Sachen fällt, je mehr ihre Quantität sich vermehrt, 2. weil
mit der Vermehrung
der
Kapitalien in einem Land es schwerer wird

[16*]
, ein neues Kapital auf eine vorteilhafte Weise anzulegen. Es erhebt sich eine Konkurrenz unter den verschiednen Kapitalien, indem der Besitzer eines Kapitals alle möglichen Anstrengungen macht, um sich des Geschäftes zu bemächtigen, das sich durch ein andres Kapital besetzt findet. Aber meistens kann er nicht hoffen, dies andre Kapital von seinem Platz wegzubugsieren, wenn nicht durch die Anbietung, zu besseren Bedingungen zu handeln. Er muß die Sache nicht nur wohlfeiler verkaufen, sondern oft, um Gelegenheit zum Verkauf zu finden, sie teurer kaufen. Je mehr fonds zur Erhaltung der produktiven Arbeit bestimmt wird, desto größer wird die Nachfrage nach Arbeit: Die Arbeiter finden leicht Beschäftigung, ||IX| aber die Kapitalisten haben Schwierigkeit, Arbeiter zu finden. Die Konkurrenz der Kapitalisten läßt den Arbeitslohn steigen und die Gewinne fallen.“ t.II, p.358, 359. Smith.

Der kleine Kapitalist hat also die Wahl: 1. entweder sein Kapital aufzuessen, da er von den Zinsen nicht mehr leben kann, also aufzuhören, Kapitalist zu sein; oder 2. selbst ein Geschäft anzulegen, seine Ware wohlfeiler zu verkaufen und teurer zu kaufen als der reichere Kapitalist und einen erhöhten Arbeitslohn zu zahlen; also, da der Marktpreis durch die vorausgesetzte hohe Konkurrenz schon sehr niedrig steht, sich zu ruinieren. Will dagegen der große Kapitalist den kleinern wegbugsieren, so hat er ihm gegenüber alle Vorteile, welche der Kapitalist als Kapitalist dem Arbeiter gegenüber hat. Die kleinern Gewinne werden ihm durch die größere Quantität seines Kapitals ersetzt, und selbst momentane Verluste kann er so lange ertragen, bis der kleinere Kapitalist ruiniert ist und er sich von dieser Konkurrenz befreit sieht. So akkumuliert er sich die Gewinne des kleinen Kapitalisten.

Ferner: Der große Kapitalist kauft immer wohlfeiler ein als der kleine, weil er massenhafter einkauft. Er kann also ohne Schaden wohlfeiler verkaufen.

Wenn aber der Fall des Geldzinses die mittleren Kapitalisten aus Rentiers zu Geschäftsleuten macht, so bewirkt umgekehrt die Vermehrung der Geschäftskapitalien und der daher erfolgende kleinere Gewinn den Fall des Geldzinses.

„Damit, daß das Benefiz, das man vom Gebrauch eines Kapitals ziehn kann, sich vermindert, vermindert sich notwendig der Preis, den man für den Gebrauch dieses Kapitals zahlen kann.“ t.II, p.359.
Smith.

„Je mehr Reichtum, Industrie, Bevölkerung sich mehren, um so mehr vermindert sich der Geldzins, also der Gewinn der Kapitalisten; aber sie selbst vermehren sich nichtsdestoweniger und noch schneller wie früher trotz der Verminderung der Gewinne. Ein großes Kapital, obgleich von kleinen Gewinnen, vermehrt sich im allgemeinen viel schneller als ein kleines Kapital mit großen Gewinnen. Das Geld macht Geld, sagt das Sprichwort.“ t.I, p.189.

Wenn also diesem großen Kapital nun gar kleine Kapitale mit kleinen Gewinnen, wie das unter dem vorausgesetzten Zustand starker Konkurrenz ist, gegenübertreten, so ekrasiert es sie völlig.

In dieser Konkurrenz ist dann die allgemeine Verschlechterung der Waren, die Verfälschung, die Scheinproduktion, die allgemeine Vergiftung, wie sie in großen Städten sich zeigt, die notwendige Konsequenz.

||X| Ein wichtiger Umstand in der Konkurrenz der großen und kleinen Kapitalien ist ferner das Verhältnis von
capital fixe
und
capital circulant
.

„
Capital circulant
ist ein Kapital, das angewandt wird zur Erzeugung von Lebensmitteln, Manufaktur oder Handel. Dies so angelegte Kapital gibt seinem Herrn nicht Revenue oder Profit, solang es in seinem Besitz bleibt oder fortfährt, unter derselben Gestalt zu bleiben. Es geht beständig aus seiner Hand unter einer bestimmten Form, um unter einer andren zurückzukehren, und ist nur vermittelst dieser Zirkulation oder dieser sukzessiven Verwandlung und Vertauschung profitbringend.
Capital fixe
besteht in dem zur Verbesserung von Ländern, zum Ankauf von Maschinen, Instrumenten, Handwerkszeug, ähnlichen Sachen angelegten Kapital.“
Smith
. [t.II,] p.197, 198.

„Jede Ersparung in der Erhaltung des capital fixe ist ein Zuwachs des Reingewinns. Das Gesamtkapital eines jeden Arbeiterunternehmers teilt sich notwendig zwischen seinem capital fixe und seinem capital circulant. Bei der Gleichheit der Summe wird der eine Teil um so kleiner sein, je größer der andere ist. Das capital circulant liefert ihm die Materie und salaire der Arbeit und setzt die Industrie in Tätigkeit. Also jede Ersparnis im capital fixe, welche die produktive Kraft der Arbeit nicht vermindert, vermehrt den fonds.“ t.II, p.226.
Smith
.

Man sieht von vornherein, daß das Verhältnis von capital fixe und capital circulant viel günstiger für den großen als für den kleineren Kapitalisten ist. Ein sehr großer Bankier braucht nur unbedeutend mehr capital fixe als ein sehr kleiner. Ihr capital fixe beschränkt sich auf die Comptoirstube. Die Instrumente eines größren Landgutsbesitzers vermehren sich nicht in dem Verhältnis der Größe seines Grundstückes. Ebenso ist der Kredit, den ein großer Kapitalist vor dem kleineren besitzt, eine um so größere Ersparung im capital fixe, nämlich dem Gelde, was et immer parat haben muß. Es versteht sich endlich, daß, wo die Industriearbeit einen hohen Grad erreicht hat, also fast alle Handarbeit zur Fabrikarbeit geworden ist, dem kleinen Kapitalisten sein ganzes Kapital nicht zureicht, um nur das nötige capital fixe zu besitzen. On sait que les travaux de la grande culture n’occupent habituellement qu’un petit nombre de bras.
[17*]

Überhaupt findet bei der Akkumulation der großen Kapitalien verhältnismäßig auch eine Konzentration und Vereinfachung des capital fixe statt im Verhältnis zu den kleineren Kapitalisten. Der große Kapitalist führt für sich eine Art ||XI| von Organisation der Arbeitsinstrumente ein.

„Ebenso ist im Bereiche der Industrie schon jede Manufaktur und Fabrik eine umfassendere Verbindung eines größern sächlichen Vermögens mit zahlreichen und vielartigen intellektuellen Fähigkeiten und technischen Fertigkeiten zu einem
gemeinsamen
Zwecke der Produktion ... Wo die Gesetzgebung das Grundeigentum in großen Massen zusammenhält, drangt sich der Überschuß einer wachsenden Bevölkerung zu den Gewerben, und es ist also, wie in Großbritannien, das Feld der Industrie, auf dem sich hauptsächlich die größere Menge der Proletarier anhäuft. Wo aber die Gesetz-gebung die fortgesetzte Teilung des Bodens zuläßt, da vermehrt sich, wie in Frankreich, die Zahl der kleinen und verschuldeten Eigentümer, welche durch die fortgehende Zerstücklung in die Klasse der Dürftigen und Unzufriedenen geworfen werden. Ist endlich diese Zerstücklung und Überschuldung zu einem höhern Grade getrieben, so verschlingt wieder der große Grundbesitz den kleinen, wie auch die große Industrie die kleine vernichtet; und da nun wieder größere Güterkomplexe sich bilden, so wird auch die zur Kultur des Bodens nicht schlechthin erforderliche Menge der besitzlosen Arbeiter wieder der Industrie zugedrängt.“ p.[58,] 59, Schulz:
Bewegung der Production.

„Die Beschaffenheit der Waren derselben Art wird eine andre durch die Veränderung in der Art der Produktion und namentlich durch die Anwendung des Maschinenwesens. Nur durch Ausschließung der Menschenkraft ist es möglich geworden, von einem Pfund Baumwolle, 3 Shilling 8 Pence an Wert, 350 Zaspeln zu spinnen von 167 englischen oder 36 deutschen Meilen Lange und von einem Handelswerte von 25 Guineen.“
ibid.
p.62.

Im Durchschnitt haben sich in England seit 45 Jahren die Preise der Baumwollzeuge um
11
/
12
vermindert, und nach Marshalls Berechnungen wird das gleiche Quantum von Fabrikation, wofür noch im Jahr 1814 16 Shillinge bezahlt wurden, jetzt um 1 sh. 10 d. geliefert. Die größere Wohlfeilheit der industriellen Erzeugnisse vergrößert die Konsumtion sowohl im Inlande als den Markt im Auslande; und damit hängt zusammen, daß sich in Großbritannien die Zahl der Arbeiter in Baumwolle nach Einführung der Maschinen nicht nur nicht vermindert hat, sondern daß sie von 40.000 auf 1½ Millionen gestiegen ist. ||XII| Was nun den Erwerb der industriellen Unternehmer und Arbeiter betrifft, so hat sich durch die wachsende Konkurrenz unter den Fabrikherrn der Gewinst derselben im Verhältnisse zur Quantität der Erzeugnisse, die sie liefern, notwendig vermindert. In den Jahren 1820-1853 ist der Bruttogewinn des Fabrikanten in Manchester für ein Stück Kaliko von 4 sh. 1
1
/
3
d. auf 1 sh. 9 d. gefallen. Aber zur Einbringung dieses Verlustes ist der Umfang der Fabrikation um so mehr erweitert worden. Davon ist nun die Folge, daß in einzelnen Zweigen der Industrie teilweise
[18*]
Überproduktion eintritt; daß häufige Bankerotte entstehen, wodurch sich
innerhalb
der Klasse der Kapitalisten und Arbeitsherrn ein unsicheres Schwanken und Wogen des Besitzes erzeugt, was einen Teil der ökonomisch Zerrütteten dem Proletariat zuwirft; daß oft und plötzlich eine Einstellung oder Verminderung der Arbeit notwendig wird, deren Nachteile die Klasse der Lohnarbeiter stets bitter empfindet.“ ibid. p.63.

„Louer son travail, c’est commencer son esclavage; louer la matière du travail, c’est constituer sa liberté ... Le travail est l’homme, la matière au contraire n’est rien de l’homme.“
[19*]

Pecqueur:

Théor. soc. etc.
p.411, 412.

„L’élément matière, qui ne peut rien pour la création de la richesse sans l’autre élément
travail
, reçoit la vertu magique d’être fécond pour eux comme s’ils y avaient mis de leur propre fait cet indispensable élément.“
[20*]

ibid. l.c.
„En supposant que le travail quotidien d’un ouvrier lui rapporte en moyenne 400 fr. par an, et que cette somme suffise à chaque adulte pour vivre d’une vie grossière, tout propriétaire de 2000 fr. de rente, de fermage, de loyer, etc., force donc indirectement 5 hommes à travailler pour lui; 100 000 fr. de rente représentent le travail de 250 hommes, et 1 000 000 le travail de 2000 individus
[21*]
(also 300 Millionen (Louis-Philippe) die Arbeit von 750.000 Arbeitern).“
ibid.
p.412, 413.

„Les propriétaires ont reçu de la loi des hommes le droit d’user et d’abuser, c.-a-d. de faire ce qu’ils veulent de la matière de tout travail ... ils sont nullement obliges par la loi de fournir à propos et toujours du travail aux non-propriétaires, ni de leur payer un salaire toujours suffisant etc.“
[22*]
p.413.
l.c.
„Liberté entière quant à la nature, à la quantité, à la qualité, à l’opportunité de la production, à l’usage, à la consommation des richesses, à la disposition de la matière de tout travail. Chacun est libre d’échanger sa chose comme il l’entend, sans autre considération que son propre intérêt d’individu.“
[23*]
p.413.
l.c.

„La concurrence n’exprime pas autre chose que l’échange facultatif, qui lui-même est la conséquence prochaine et logique du droit individuel d’user et d’abuser des instruments de toute production. Ces trois moments économiques, lesquels n’en font qu’un: le droit d’user et d’abuser, la liberté d’échanges et la concurrence arbitraire, entraînent les conséquences suivantes: chacun produit ce qu’il veut, comme il veut, quand il veut, on il veut; produit bien ou produit mal, trop ou pas assez, trop tôt ou trop tard, trop cher ou à trop bas prix; chacun ignore s’il vendra, à qui il vendra, comment il vendra, quand il vendra, où il vendra: et il en est de même quant aux achats. ||XIII| Le producteur ignore les besoins et les ressources, les demandes et les offres. Il vend quand il veut, quand il peut, où il veut, à qui il veut, au prix qu’il veut. Et il achète de même. En tout cela, il est toujours le jouet du hasard, l’esclave de la loi du plus fort, du moins pressé, du plus riche ... Tandis que sur un point il y a disette d’une richesse, sur l’autre il y a trop-plein et gaspillage. Tandis qu’un producteur vend beaucoup ou très cher, et à bénéfice énorme, l’autre ne vend rien ou vend à perte ... l’offre ignore la demande, et la demande ignore l’offre. Vous produisez sur la foi d’un goût, d’une mode qui se manifeste clans le public des consommateurs; mais déjà, lorsque vous êtes prêts à livrer la marchandise, la fantaisie a passé et s’est fixée sur un autre genre de produit ... conséquences infaillibles la permanence et l’universalisation des banqueroutes, les mécomptes, les ruines subites et les fortunes improvisées; les crises commerciales, les chômages, les encombrements ou les disettes périodiques; l’instabilité et l’avilissement des salaires et des profits; la déperdition ou le gaspillage énorme de richesses, de temps et d’efforts dans l’arène d’une concurrence acharnée.“
[24*]
p.414-416,
l.c.

Ricardo
in seinem Buch
(rent of land): Die Nationen sind nur Ateliers der Produktion, der Mensch ist eine Maschine zum Konsumieren und Produzieren; das menschliche Leben ein Kapital; die ökonomischen Gesetze regieren blind die Welt. Für Ricardo sind die Menschen nichts, das Produkt alles. Im 26. Kapitel der französischen Übersetzung heißt es:

„Il serait tout-à-fait indifférent pour une personne qui sur un capital de 20 000 fr. ferait 2000 fr. par an de profit, que son capital employât cent hommes ou mille ... l’intérêt réel d’une nation n’est-il pas le même? pourvu que son revenu net et réel, et qua ses fermages et ses profits soient les mêmes, qu’importe qu’elle se compose de dix ou de douze millions d’individus?“
[25*]
[t.II, p.194. 195.] „En vérité, dit M. de Sismondi [in
Nouveau principes ...
] (t.II, p.331), il me reste plus qu’à désirer que le roi, demeuré tout seul clans l’île, en tournant constamment une manivelle (Kurbel), fasse accomplir, par des automates, tout l’ouvrage de l’Angleterre.“
[26*]

„Le maître, qui achète le travail de l’ouvrier à un prix si bas, qu’il suffit à peine aux besoins las plus pressants, n’est responsable ni de l’insuffisance des salaires, ni de la trop longue durée du travail: il subit lui-même la loi qu’il impose ... ce n’est pas tant des hommes que vient la misère, qua de la puissance des choses.“
[27*]
[Buret]
l.c.
82.

In England gibt es viele Plätze, wo den Einwohnern zur vollständigen Erdkultur die Kapitalien fehlen. Die Wolle der Südprovinzen
[28*]
Schottlands muß großenteils eine lange Reise zu Land durch schlechte Wege machen, um in der Grafschaft York bearbeitet zu werden, weil es an ihrem Produktionsplatz an Kapitalien zur Manufaktur fehlt. Es gibt in England mehre kleine Fabrikstädte, deren Einwohnern hinreichendes Kapital fehlt zum Transport ihres industriellen Produkts auf entfernte Märkte, wo dasselbe Nachfrage und Konsumenten findet. Die Kaufleute hier sind ||XIV| nur Agenten reicherer Kaufleute, die in einigen großen Handelsstädten residieren.“
Smith
, t.II, p.382. „Pour augmenter la valeur du produit annuel de la terre et du travail, il n’y a pas d’autres moyens qua d’augmenter, quant au
nombre, les ouvriers productifs
, ou d’augmenter, quant a la puissance, la
faculté productive des ouvriers

[29*]
précédemment employés ... Dans l’un et dans l’autre cas il faut presque toujours un surcroît de capital.“
[30*]

Smith.
t.II, p.338.

„Weil es also in dar Natur der Dinge liegt, daß die
Akkumulation

[31*]
eines Kapitals ein notwendiger Vorläufer der Teilung der Arbeit ist, kann die Arbeit keine weiteren Unterabteilungen empfangen als in dem Verhältnis, in welchem sich die Kapitalien nach und mach aufgehäuft haben. Je mehr die Arbeit in Unterabteilungen zerfällt, vermehrt sich die Quantität der Materien, welche dieselbe Anzahl von Personen ins Werk setzen kann; und da die Aufgabe jedes Arbeiters sich nach und nach auf eine größere Stufe von Einfachheit reduziert findet, werden eine Menge neuer Maschinen entdeckt, um diese Aufgaben zu erleichtern und abzukürzen. Je weiter sich also die Teilung der Arbeit ausbreitet, ist es notwendig, damit eine selbe Zahl von ouvriers beständig beschäftigt sei, daß man eine gleiche Provision von Lebensmitteln und eine Provision von Materien, Instrumenten und Handwerkszeug im voraus aufhäuft, welche viel stärker ist, als dies früher in einem minder avancierten Zustand dar Dinge nötig war. Die Zahl der Arbeiter vermehrt sich in jedem Arbeitszweig zur selben Zeit, als sich hier die Teilung der Arbeit vermehrt, oder vielmehr ist es diese Vermehrung ihrer Zahl, welche sie in den Stand setzt, sich zu klassifizieren und unterabzuteilen auf diese Art.“ Smith. t.II, 193, 194.

„Ebenso wie die Arbeit diese große Ausdehnung der produktiven Kraft nicht erhalten kann, ohne eine vorhergehende Akkumulation der Kapitale, ebenso führt die Akkumulation der Kapitalien natürlicherweise diese Ausdehnung [herbei]. Der Kapitalist will nämlich durch sein Kapital die größtmöglichste Quantität Machwerk produzieren, strebt also, unter seinen Arbeitern die schicklichste Arbeitsteilung einzuführen und mit den möglichst besten Maschinen sie zu versehn. Seine Mittel, um in diesen beiden Gegenständen zu reüssieren, ||XV| stehn im Verhältnis zur Ausdehnung seines Kapitals und zur Zahl der Leute, welche dieses Kapital beschäftigt halten kann. Also nicht nur die Quantität der Industrie vermehrt sich in einem Lande vermittelst des
Wachstums des Kapitals

[32*]
, welches sie in Bewegung setzt, sondern infolge dieses Wachstums produziert dieselbe Quantität von Industrie eine viel größere Quantität des Machwerks.“ Smith.
l.c.
, p.194, 195.

Also
Überproduktion
.

„Umfassendere Kombinationen der produktiven Kräfte ... in Industrie und Handel durch Vereinigung zahlreicher[er] und vielartiger[er] Menschenkräfte und Naturkräfte für Unternehmungen in größrem Maßstabe. Auch – schon hie und da – engere Verbindung der Hauptzweige der Produktion unter sich. So werden große Fabrikanten gleich großen Grundbesitz zu erwerben suchen, um wenigstens einen Teil der zu ihrer Industrie erforderlichen Urstoffe nicht erst aus 3ter Hand beziehn zu müssen; oder sie werden mit ihren industriellen Unternehmungen einen Handel in Verbindung setzen, nicht bloß zum Vertrieb ihrer eignen Fabrikate, sondern wohl auch zum Ankauf von Produkten andrer Art und zum Verkauf derselben an ihre Arbeiter. In England, wo einzelne Fabrikherrn mitunter an der Spitze von 10-12.000 Arbeitern ..., schon solche Verbindungen verschiedener Produktionszweige unter
einer
leitenden Intelligenz, solche kleinere Staaten oder Provinzan im Staat, nicht selten. So übernehmen in neuerer Zeit die Minenbesitzer bei
Birmingham

[33*]
den
ganzen
Prozeß der Eisenbereitung, dar sich früher an verschiedene Unternehmer und Besitzer verteilte. Siehe
Der bergmännische Distrikt bei Birmingham
.
Deutsche Viertelj[ahrs-Schrift]
, 3, 1838. – Endlich sehn wir in den so zahlreich gewordenen größren Aktienunternehmungen umfassende Kombinationen dar Geldkräfte
vieler
Teilnehmenden mit den wissenschaftlichen und technischen Kenntnissen und Fertigkeiten anderer, welchen die Ausführung der Arbeit übertragen ist. Hierdurch den Kapitalisten möglich, ihre Ersparnisse in mannigfachrer Weise und wohl auch gleichzeitig auf landwirtschaftliche, industrielle und kommerzielle Produktion zu verwenden, wodurch ihr Interesse ein gleichzeitig vielseitigeres wird, ||XVI| Gegensätze zwischen den Interessen der Agrikultur, dar Industrie und des Handels sich rnildern und verschmelzen. Aber selbst diese erleichterte Möglichkeit, des Kapital in verschiedenster Weise nutzbringend zu machen, muß den Gegensatz zwischen den bemittelten und unbemittelten Klassen erhöhen.“ Schulz. p.40, 41.

Ungeheurer Gewinn, den die Hausvermieter von dem Elend ziehn. Der loyer
[34*]
steht im umgekehrten Verhältnis zum industriellen Elend.

Ebenso Prozente von den Lastern der ruinierten Proletarier. (Prostitution, Soff, prêteur sur gages
[35*]
.)

Die Akkumulation der Kapitalien nimmt zu und ihre Konkurrenz ab, indem Kapital und Grundbesitz sich in einer Hand zusammenfinden, ebenso, indem das Kapital durch seine Größe befähigt wird, verschiedene Produktionszweige zu kombinieren.

Gleichgültigkeit gegen die Menschen. Die 20 Lotterielose von Smith.

Revenu net et brut
[36*]
von Say. |XVI||

Redaktionelle Fußnoten

1*.
„Eine gewisse Menge
aufgespeicherte
und auf Vorrat gelegte
Arbeit
.“

2*.
Hervorhebung von Marx

3*.

einen angemessenen, mäßigen, vernünftigen Profit

4*.
Hervorhebung von Marx

5*.
Hervorhebung von Marx

6*.
der Nettogewinn

7*.
Hervorhebung von Marx

8*.
Alle Hervorhebungen von Marx

9*.
Hervorhebung von Marx

10*.
Hervorhebung von Marx

11*.
Hervorhebung von Marx

12*.
Hervorhebung von Marx

13*.
„ferner“ in der Handschrift nicht eindeutig zu entziffern

14*.
nach diesem Absatz in der Handschrift gestrichen: je weniger Kapitalien auf Geldzins und je mehr auf Manufakturgeschäfte oder den Handel geworfen werden, um so stärker wird die Konkurrenz unter den Kapitalisten.

15*.
gegen Zins verleihbaren Fonds

16*.
Hervorhebung von Marx

17*.
Man weiß, daß die Arbeiten der [landwirtschaftlichen] Großkultur gewöhnlich nur eine geringe Zahl von Arbeitskräften beanspruchen.

18*.
Bei Schulz: zeitweise

19*.
„Seine Arbeit vermieten, heißt seine Sklaverei beginnen; die Materie der Arbeit vermieten, heißt seine Freiheit begründen ... Die Arbeit ist der Mensch, die Materie dagegen hat nichts Menschliches.“

20*.
„Das Element Materie, das nichts zur Schaffung des Reichtums vermag ohne das andere Element
Arbeit
, erlangt die magische Kraft, für sie fruchtbar zu sein, als hätten sie selber dieses unentbehrliche Element hineingelegt.“

21*.
„Wenn man annimmt, daß die tägliche Arbeit eines Arbeiters ihm im Durchschnitt 400 Francs im Jahr einbringt und daß diese Summe für einen Erwachsenen zu einem notdürftigen Leben ausreicht, dann zwingt also jeder Besitzer von 2.000 Francs Rente, Pacht, Miete usw. indirekt 5 Menschen, für ihm zu arbeiten; 100.000 Francs Rente repräsentieren die Arbeit von 250 Menschen und 1.000.000 die Arbeit von 2.500 Individuen“

22*.
„Die Besitzenden haben durch das Gesetz der Menschen das Recht erhalten, die Materie jeder Arbeit zu gebrauchen und zu mißbrauchen, d.h. mit ihr zu machen, was sie wollen ... sie sind keineswegs durch das Gesetz verpflichtet, rechtzeitig und immer den Nichtbesitzenden Arbeit zu liefern, noch ihnen einen immer ausreichenden Lohn zu zahlen etc.“

23*.
„Vollkommene Freiheit in bezug auf die Natur, die Quantität, die Qualität, die Zweckmäßigkeit der Produktion, in bezug auf den Gebrauch und Verbrauch der Reichtümer, in bezug auf die Verfügung über die Materie jeder Arbeit. Jeder ist frei, seine Sache auszutauschen, wie er will, ohne andere Rücksicht als sein eigenes individuelles Interesse.“

24*.
„Die Konkurrenz drückt nichts anderes aus als den beliebigen Austausch, der selbst die nächste und logische Folge des individuellen Rechts ist, alle Produktionswerkzeuge zu gebrauchen und zu mißbrauchen. Diese drei ökonomischen Momente, die in Wirklichkeit nur ein einziges sind, das Recht des Gebrauchs und des Mißbrauchs, die Tauschfreiheit und die unumschränkte Konkurrenz ziehen folgende Konsequenzen nach sich: Jeder produziert was er will. wie er will, wann er will, wo er will; er produziert gut oder schlecht, zuviel oder zuwenig, zu spät oder zu früh, zu teuer oder zu billig; keiner weiß ob er verkaufen wird, wem er verkaufen wird, wie er verkaufen wird, wann er verkaufen wird, wo er verkaufen wird; ebenso verhält es sich mit dem Kauf. Der Erzeuger kennt weder die Bedürfnisse noch die Rohstoffquellen, weder die Nachfrage noch das Angebot. Er verkauft wann er will, wann er kann, wo er will, wem er will, zu dem Preis, den er will. Ebenso kauft er. In alledem ist er stets der Spielball des Zufalls, der Sklave des Gesetzes des Stärkeren. des weniger Bedrängten, des Reicheren ... Während es an einem Ort an Reichtum mangelt, ist er an einer anderen Stelle im Überfluß vorhanden und wird verschwendet. Während ein Produzent viel oder sehr teuer und mit riesigem Profit verkauft, verkauft der andere nichts oder mit Verlust ... Das Angebot weiß nichts von der Nachfrage, und die Nachfrage weiß nichts vom Angebot. Ihr produziert im Vertrauen auf eine Vorliebe, eine Mode, die unter den Verbrauchern aufgetreten ist, aber schon während ihr euch anschickt, die Ware zu liefern, ist die Laune verflogen und hat sich auf ein anderes Produkt gerichtet ... die unausbleiblichen Fo1gen sind ständige und immer weiter um sich greifende Bankrotte, getäuschte Hoffnungen. plötzliche Zusammenbrüche und unerwartete Vermögen; Handelskrisen, Stillegungen, periodisches Überangebot oder Warenmangel; Unbeständigkeit und Heruntergehen der Löhne und der Profite, Verderb oder ungeheure Verschwendung von Gütern, von Zeit und von Anstrengungen auf dem Kampfplatz einer erbitterten Konkurrenz.

25*.
„Es wäre durchaus gleichgültig für eine Person, die auf ein Kapital von 20.000 Francs einen Profit von 2.000 Francs jährlich macht, ob ihr Kapital hundert oder tausend Menschen beschäftigt ... Ist das reale Interesse einer Nation nicht dasselbe? Wenn nur ihr Netto- und Realeinkommen, ihre Pachtgelder und ihre Profite dieselben bleiben, was liegt daran, ob sie aus zehn oder zwölf Millionen Menschen besteht?“

26*.
„Wahrhaftig“, sagt Herr de Sismondi, „man braucht nur noch zu wünschen, daß der König, der ganz allein auf der Insel geblieben ist, ständig die Kurbel drehe und durch Automaten die ganze Arbeit Englands verrichten lasse.“

27*.
„Der Herr, der die Arbeit des Arbeiters zu einem so niedrigen Preis kauft, daß dieser kaum für die dringendsten Bedürfnisse ausreicht, ist weder für die Unzulänglichkeit der Löhne noch für die allzu lange Arbeitsdauer verantwortlich: er unterliegt selbst dem Gesetz, das er auferlegt ... des Elend kommt nicht sosehr von den Menschen wie von der Macht der Dinge.“

28*.
in der Handschrift: Ostprovinzen (bei Smith: provinces du midi)

29*.
Hervorhebung von Marx

30*.
Um den Wert des Jahresprodukts des Bodens und der Arbeit zu vermehren, gibt es kein anderes Mittel, als die
Zahl der produktiven Arbeiter
zu vermehren oder die
Produktivkraft
der bisher beschäftigten
Arbeiter
zu steigern ... in dem einen wie in dem anderen Fall ist fast immer ein Zuwachs an Kapital notwendig.“

31*.
Hervorhebung von Marx

32*.
Hervorhebung von Marx

33*.
Hervorhebung von Marx

34*.
Mietzins

35*.
Pfandleiher

36*.
Netto- und Bruttorevenue

Anmerkungen

10.
Jean-Baptiste Say,
Traité d’économie politique ...
, 3me ed., Paris 1817.

11.
Auf S.VII des ersten Manuskriptes bringt Marx in allen drei Spalten fortlaufend Text zum Abschnitt
Arbeitslohn
.

12.
David Ricardo,
On the principles of political economy, and taxation
.

13.
Dieser ganze Absatz (einschließlich der Zitate aus dem Buch Ricardos in der französischen Übersetzung von F.-S. Constancio,
Des principes de l’économie politique, et de l’impôt
, 2de ed., Paris 1835, t.II, p.194-195 und des Zitates aus dem Buch von J.-C.-L. Simonde de Sismondi,
Nouveaux principes d’économie politique ...
, Paris 1819, t.II, p.331) ist der Schrift von Antoine-Eugene Buret,
De la misère des classes laborieuses en Angleterre et en France ...
, Paris 1840, t.I, p.6-7. Note, entnommen.

14.
Marx meint folgende Betrachtung Adam Smith’ im Buch I, Kapitel X, Teil I seines Werkes
An inquiry into the nature and causes of the wealth of nations
: „In a perfectly fair lottery, those who draw the prizes ought to gain all that is lost by those who draw the blanks. In a profession, where twenty fail for one that succeeds, that one ought to gain all that should have been gained by the unsuccessful twenty“ (In einer Lotterie, in der es absolut gerecht zugeht, müssen diejenigen, welche die Treffer ziehen. all das gewinnen, was die übrigen, welche die Nieten ziehen, verlieren. In einem Berufe, in dem auf einen, der Erfolg hat, zwanzig Personen kommen, die ihr Ziel verfehlen, müßte der eine all das gewinnen, was die zwanzig Erfolglosen nicht erreichen).

### Grundrente

||I|
Das Recht der Grundeigentümer
leitet seinen Ursprung vorn Raub. Say, t.I, p.136, not. Die Grundeigentümer lieben wie alle Menschen da zu ernten, wo sie nicht gesät haben, und sie verlangen eine Rente salbst für das natürliche Produkt der Erde.
Smith
, t.I, p.99.

„Man könnte sich vorstellen, die Grundrente sei nur der Gewinn des Kapitals, welches dar Eigentümer zur Verbesserung des Bodens benutzt hat ... Es gibt Fälle, wo die Grundrente dies zum Teil sein kann ... aber der Grundeigentürner fordert 1. eine Rente selbst für die nicht verbesserte Erde, und was man als Interesse oder Gewinn auf die Verbesserungskosten betrachten kann, ist meistens nur eine Zutat (Addition)
[1*]
zu dieser primitiven Rente; 2. überdem sind diese Verbesserungen nicht immer mit den fonds der Grundeigentümer gemacht, sondern manchmal mit denen des Pächters: nichtsdestoweniger, wenn es sich darum handelt, die Pacht zu erneuen, verlangt der Grundeigentümer gewöhnlich eine solche Erhöhung der Rente, als wenn alle diese Verbesserungen mit seinen eignen fonds gemacht wären; 3. ja, er verlangt manchmal selbst eine Rente für das, was durchaus unfähig der geringsten Verbesserung durch Menschenhand ist.“
Smith
, t.I, p.300, 301.

Smith führt als Beispiel für letztren Fall das Salzkraut (Seekrapp, salicorne) an,

eine Art von Seepflanze, welche nach der Verbrennung ein alkalisches Salz gibt, womit man Glas, Seife etc. machen kann. Es wächst in Großbritannien, vorzüglich in Schottland an verschiednen Plätzen, aber nur auf Felsen, die unter der Ebbe und Flut liegen (hohen Flut, marée), 2mal des Tags durch die Seewellen bedeckt sind und deren Produkt also niemals durch die menschliche Industrie vermehrt worden ist. Dennoch verlangt der Eigentümer eines solchen Grundstücks, wo diese Art von Pflanze wächst, eine Rente ebensogut wie von Getreideboden. In der Nähe der Inseln von Shetland ist das Meer außerordentlich reich. Ein großer Teil ihrer Einwohner ||II| lebt vom Fischfang. Um aber Gewinn vom Meerprodukt zu ziehn, muß man eine Wohnung auf dem benachbarten Lande haben. Die Grundrente steht im Verhältnis nicht zu dem, was der Pächter mit der Erde, sondern zu dem, was er mit der Erde und dem Meer zusammen machen kann.
Smith
, t.I, p.30l, 302.

„Man kann die Grundrente als das Produkt der
Naturmacht

[2*]
betrachten, deren Gebrauch der Eigentümer dem Pächter leiht. Dies Produkt ist mehr oder weniger groß je nach dem Umfang dieser Macht oder, in andern Worten, nach dem Umfang der natürlichen oder künstlichen Fruchtbarkeit der Erde. Es ist das Werk der Natur, welches übrigbleibt nach Abziehung oder nach der Balance alles dessen, was man als das Werk des Menschen betrachten kann“
Smith
. t.II, p.377, 378.

„Die
Grundrente

[3*]
als Preis betrachtet, den man für den Gebrauch der Erde zahlt, ist also natürlich ein
Monopolpreis

[4*]
. Sie steht durchaus nicht im Verhältnis zu den Verbesserungen, die der Grundeigentümer an die Erde gewandt hat, oder mit dem, was er nehmen muß, um nicht zu verlieren, sondern mit dem, was der Pächter möglicherweise geben kann, ohne zu verlieren.“ t.I, p.302.
Smith
.

„Von den 3 produktiven Klassen ist die der Grundeigentümer diejenige, der ihre Revenue weder Arbeit noch Sorge kostet, sondern der sie sozusagen von selbst kömmt, und ohne daß sie irgendeine Absicht
[5*]
oder einen Plan hinzutut.“
Smith
. t.II, p.161.

Wir haben schon gehört, daß die Quantität der Grundrente von dem Verhältnis der
Fruchtbarkeit
des Bodens abhängt.

Ein andres Moment ihrer Bestimmung ist die
Lage
.

„Die Rente wechselt nach der
Fruchtbarkeit

[6*]
der Erde, welches auch immer ihr Produkt sei, und nach der Lage, welches auch immer die Fruchtbarkeit sei.“
Smith
, t.I, p,306.

„Sind Ländereien, Minen, Fischereien von gleicher Fruchtbarkeit, so wird ihr Produkt im Verhältnis zur Ausdehnung der Kapitalien stehn, welche man zu ihrer Kultur und Exploitation anwendet, wie zu der mehr ||III| oder minder geschickten Weise der Anwendung der Kapitalien. Sind die Kapitalien gleich und gleich geschickt angewandt, so wird das Produkt im Verhältnis zur natürlichen Fruchtbarkeit der Ländereien, Fischereien und Minen stehn.“ t.II, p.210.

Diese Sätze von Smith sind wichtig, weil sie bei gleichen Produktionskosten und gleichem Umfang die Grundrente auf die größere oder kleinere Fruchtbarkeit der Erde reduzieren. Also deutlich die Verkehrung der Begriffe in der Nationalökonomie bewiesen, welche Fruchtbarkeit der Erde in eine Eigenschaft des Grundbesitzers verwandelt.

Betrachten wir aber nun die Grundrente, wie sie sich im wirklichen Verkehr gestaltet.

Die Grundrente wird festgesetzt durch den
Kampf zwischen Pächter
und
Grundeigentümer
. Überall in der Nationalökonomie finden wir den feindlichen Gegensatz dem Interessen, den Kampf, den Krieg als die Grundlage der gesellschaftlichen Organisation anerkannt.

Sehn wir nun, wie Grundeigentümer und Pächter zueinander stehn.

„Der Grundeigentümer sucht bei der Stipulation der Pachtklauseln möglicherweise dem Pächter nicht mehr zu lassen, als hinreicht, um das Kapital zu ersetzen, welches den Samen liefert, die Arbeit bezahlt, Tiere und andre Instrumente kauft und unterhält und außerdern den gewöhnlichen Gewinn der übrigen Pachtungen im Kanton abwirft. Offenbar ist dies der kleinste Teil, womit der Pächter sich befriedigen kann, ohne in Verlust zu geraten, und der Grundeigentümer ist selten der Ansicht, ihm mehr zu lassen. Alles, was vom Produkt oder seinem Preise über diese Portion bleibt, wie auch der Rest beschaffen sei, sucht sich der Proprietär als Grundrente zu reservieren, die stärkste, die der Richter bei dem jetzigen Zustand der Erde zahlen ||IV| kann. Dieses surplus kann immer als die natürliche Grundrente betrachtet werden oder als die Rente, zu welcher die meisten Grundstücke natürlicherweise vermietet werden.“
Smith
. t.I, p.299, 300.

„Die Grundeigentümer“, sagt Say, „üben eine gewisse Art von Monopol gegen die Pächter. Die Nachfrage nach ihrer Ware, dem Grund und Boden, kann sich unaufhörlich ausdehnen; aber die Quantität ihrer Ware erstreckt sich nur bis zu einem gewissen Punkt ... Der Handel, der sich zwischen Grundeigentümer und Pächter abschließt, ist immer so vorteilhaft wie möglich für den ersten ... außer dem Vorteil, den er aus der Natur der Dinge zieht, zieht er einen andern aus seiner Stellung, größerem Vermögen, Kredit, Ansehn; allein schon der erste reicht dazu hin, daß er immer befähigt ist,
allein

[7*]
von den günstigen Umständen des Grund und Bodens zu profitieren. Die Eröffnung eines Kanals, Wegs, der Fortschritt der Bevölkerung und des Wohlstandes eines Kantons erheben immer den Pachtpreis ... Der Pächter selbst kann zwar den Boden auf seine Kosten verbessern; aber von diesem Kapital zieht er nur Vorteil während der Dauer seiner Pacht, und mit ihrem Ablauf bleibt es dem Grundeigentümer; von diesem Moment an zieht dieser die Interessen davon, ohne die Avancen gemacht zu haben, denn die Miete erhebt sich nun verhältnismäßig.“
Say
. t.II, p.[142,] 143.

„Die Grundrente, betrachtet als der Preis, der für den Gebrauch der Erde bezahlt wird, ist daher natürlicherweise der höchste Preis, den der Pächter zu zahlen imstande ist unter den gegenwärtigen Verhältnissen des Grund und Bodens.“
Smith
. t.I, p.299.

„Die Grundrente der Oberfläche der Erde beträgt daher meistens nur den 3ten Teil des Gesamtprodukts, und meistens ist das eine fixe und von den zufälligen Schwankungen ||VI| der Ernte unabhängige Rente.“
Smith
, t.I, p.351. „Selten betragt diese Rente weniger als ¼ des Gesamtprodukts.“
ib.
, t.II, p.378.

Nicht bei allen Waren kann die
Grundrente
bezahlt werden. Z.B. in manchen Gegenden
[8*]
wird für Steine keine Grundrente bezahlt.

„Gewöhnlich kann man nur die Produkte der Erde auf den Markt bringen, die Teile des Erdproduktes, deren gewöhnlicher Preis hinreicht, um das Kapital, welches man zu dieser Transportation braucht, und die gewöhnlichen Gewinne dieses Kapitals zu ersetzen. Reicht der Preis mehr als aus hierfür, so geht das surplus natürlich zur Grundrente. Ist er nur hinreichend, so kann die Ware wohl auf den Markt gebracht werden, aber sie reicht nicht hin, um dem Landbesitzer die Grundrente zu zahlen. Wird oder wird nicht der Preis mehr als hinreichend sein? Das hängt von der Nachfrage ab.“ Smith, t.I, p.302, 303.

„Die Grundrente geht in die Komposition des
Preises der Waren
auf eine ganz
andere Art ein
als der Arbeitslohn und der Gewinn des Kapitals. Die
hohe oder niedre Taxe
der
Salaire und Gewinne
ist die
Ursache
des hohen oder niedern Preises der Waren: die hohe oder niedre Taxe der Grundrente ist die
Wirkung
des Preises.“
[9*]
t.I, p.303[, 304],
Smith
.

Zu den
Produkten
, die immer eine
Grundrente
bringen, gehört die
Nahrung
.

„Da die Menschen, wie alle Tiere, sich im Verhältnis zu ihren Subsistenzmitteln vermehren, so gibt es immer mehr oder weniger Nachfrage nach Nahrung. Die Nahrung wird immer einen größern oder kleinern ||VI| Teil von Arbeit kaufen können, und es werden sich immer Leute aufgelegt finden, etwas zu tun, um sie zu gewinnen. Die Arbeit, welche die Nahrung kaufen kann, ist zwar nicht immer
gleich
der Arbeit, die von ihr subsistieren könnte, wenn sie auf die ökonomischste Weise verteilt wäre, und dies wegen der zuweilen hohen Arbeitssalaire. Aber die Nahrung kann immer soviel Arbeit kaufen, als sie nach der Taxe, auf welche diese Arbeitsart gewöhnlich im Linde steht Arbeit subsistieren machen kann. Die Erde produziert fast in allen möglichen Situationen mehr Nahrung, als zur Subsistenz aller Arbeit nötig, welche dazu beitragt, diese Nahrung
[10*]
auf den Markt zu bringen. Das Mehr dieser Nahrung ist immer mehr als hinreichend, um mit Gewinn das Kapital zu ersetzen, welches diese Arbeit in Bewegung setzt. Also bleibt immer etwas, um dem Grundeigentümer eine Rente zu geben.“ t.I, p.305, 306. Smith. „Die Grundrente zieht nicht nur ihren ersten Ursprung von der Nahrung, sondern auch wenn ein anderer Teil des Erdproduktes in der Folge dazu kömmt, eine Rente abzuwerfen, so verdankt die Rente diese Zufügung von Wert dem Wachstum der Macht, welche die Arbeit erlangt hat, um Nahrung zu produzieren, vermittelst (au moyen) der Kultur und Verbesserung der Erde.“ p.345. t.I, Smith. „Die Nahrung der Menschen reicht also immer zur Zahlung der Grundrente aus.“ t.I, p.337. „Die Länder bevölkern sich nicht im Verhältnis der Zahl, welches ihr Produkt kleiden und logieren kann, sondern im Verhältnis dessen, was ihr Produkt nähren kann.“ Smith, t.I, p.342.

„Die 2 größten menschlichen Bedürfnisse nach der Nahrung sind Kleidung, Logis, Heizung. Sie werfen meistens eine Grundrente ab, nicht immer notwendig.“ t.I,
ib.
, p.288 |VI||

||VIII| Sehn wir nun, wie der Grundeigentümer alle Vorteile der Gesellschaft exploitiert.

1. Die Grundrente vermehrt sich mit der Bevölkerung. Smith, t.I, p.335.

2. Wir haben schon von Say gehört, wie die Grundrente mit Eisenbahnen etc., mit der Verbesserung und Sicherheit und Vervielfachung der Kommunikationsmittel steigt.

3. „Jede Verbesserung im Zustand der Gesellschaft strebt entweder
direkt

[11*]
oder
indirekt

[12*]
, die Grundrente zu steigern, den Realreichtum des Proprietärs zu erhöhn, d.i. seine Macht, fremde Arbeit oder ihr Produkt zu kaufen ... Die Zunahme in Verbesserung der Ländereien und der Kultur strebt direkt dahin. Der Teil des Proprietärs am Produkt vermehrt sich notwendig mit der Vermehrung des Produkts ... Das Steigen in dem Realpreis dieser Arten von Rohstoffen, z.B. das Steigen im Preis des Viehs, strebt auch direkt dahin, die Grundrente zu steigern und in einer noch stärkeren Proportion. Nicht nur vermehrt sich der Realwert des Teils des Grundeigentümers, die reale Macht, die ihm dieser Teil auf fremde Arbeit gilt, notwendig mit dem Realwert des Produkts, sondern auch die Größe dieses Teils im Verhältnis zum Totalprodukt vermehrt sich mit diesem Wert. Nachdem der Realpreis dieses Produkts gestiegen ist, erfordert es keine größere Arbeit, um geliefert zu werden und um das angewandte Kapital samt seinen gewöhnlichen Gewinnen zu ersetzen. Der übrigbleibende Teil des Produkts, welcher dem Grundeigentümer gehört, wird also in bezug auf das Gesamtprodukt vie1 größer sein, als er vorher war.“ Smith, t.II, p.157-159.

||IX| Die größre Nachfrage nach Rohprodukten und daher die Erhöhung des Werts kann teils aus der Vermehrung der Bevölkerung und aus der Vermehrung ihrer Bedürfnisse hervorgehn. Aber jede neue Erfindung, jede neue Anwendung, welche die Manufaktur von einem bisher gar nicht oder wenig gebrauchten Rohstoff macht, vermehrt die Grundrente. So ist z.B. die Rente der Kohlengruben mit den Eisenbahnen, Dampfschiffen etc. ungeheuer gestiegen.

Außer diesem Vorteil, den der Grundeigentümer von der Manufaktur, den Entdeckungen, der Arbeit zieht, werden wir gleich noch einen andern sehn.

4. „Die Arten von Verbesserungen in der Produktivkraft der Arbeit, welche direkt darauf zielen, den Realpreis der Manufakturprodukte zu erniedrigen, streben indirekt dahin, die reale Grundrente zu erhöhn. Gegen Manufakturprodukt vertauscht nämlich der Grundeigentümer den Teil seines Rohstoffes, der seine persönliche Konsumtion überschreitet, oder den Preis dieses Teils. Alles, was den Realpreis der ersten Art von Produkt vermindert, vermehrt den Realpreis der 2ten. Dieselbe Quantität von Rohprodukt entspricht von nun an einer größeren Quantität von Manufakturprodukt, und der Grundeigentümer findet sich befähigt, eine größere Quantität von Bequemlichkeits-, Schmuck- und Luxussachen sich zu verschaffen.“ Smith. t.II, p.159.

Wenn aber nun Smith daraus, daß der Grundeigentümer alle Vorteile der Gesellschaft exploitiert, darauf ||X| schließt (p.161, t.II), daß das Interesse des Grundeigentümers immer mit dem der Gesellschaft identisch ist, so ist das albern. In der Nationalökonomie, unter der Herrschaft des Privateigentums, ist das Interesse, was einer an der Gesellschaft hat, grad im umgekehrten Verhältnis zu dem Interesse, was die Gesellschaft an ihm hat, wie das Interesse des Wucherers an dem Verschwender durchaus nicht identisch mit dem Interesse des Verschwenders ist.

Wir erwähnen nur im Vorübergehn die Monopolsucht des Grundeigentümers gegen das Grundeigentum fremder Länder, woher z.B. die Korngesetze datieren. Ebenso übergehn wir hier die mittelaltrige Leibeigenschaft, die Sklaverei auf den Kolonien, das Elend der Landleute, Taglöhner
[13*]
in Großbritannien. Halten wir uns an die Sätze der Nationalökonomie selbst.

1. Der Grundeigentümer ist am Wohl der .Gesellschaft interessiert, heißt nach nationalökonomischen Grundsätzen, er ist an ihrer fortschreitenden Bevölkerung, Kunstproduktion, Vermehrung ihrer Bedürfnisse, mit einem Wort am Wachstum des Reichtums interessiert, und dies Wachstum ist nach unseren bisherigen Betrachtungen identisch mit dem Wachsturn des Elends und der Sklaverei. Das wachsende Verhältnis der Miete mit dem Elend ist ein Beispiel vom Interesse des Grundeigentümers an der Gesellschaft, denn mit der Miete wächst die Grundrente, der Zins des Bodens, worauf das Haus steht.

2. Nach den Nationalökonomen selbst ist das Interesse des Grundeigentümers der feindliche Gegensatz des Interesses des Pächters; also schon eines bedeutenden Teils der Gesellschaft.

||XI| 3. Da der Grundeigentümer [von] dem Pächter um so mehr Rente fordern kann, um so weniger Arbeitslohn der Pächter zahlt, und da der Pächter um so mehr den Arbeitslohn herabdrückt, je mehr Grundrente der Eigentümer fordert, so steht das Interesse des Grundeigentümers grade so feindlich zum Interesse der Ackerknechte wie das der Manufakturherrn zu ihren Arbeitern. Er drückt ebenfalls den Arbeitslohn auf ein Minimum.

4. Da die reale Erniedrigung im Preis der Manufakturprodukte die Grundrente erhöht, so hat also der Grundbesitzer ein direktes Interesse an der Herabdrückung des Arbeitslohns der Manufakturarbeiter, an der Konkurrenz unter den Kapitalisten, an der Überproduktion, am ganzen Manufakturelend.

5. Wenn also das Interesse des Grundeigentümers, weit entfernt, mit dem Interesse der Gesellschaft identisch zu sein, im feindlichen Gegensatz mit dem Interesse der Pächter, der Ackerknechte, der Manufakturarbeiter und der Kapitalisten steht, so ist nicht einma1 das Interesse des einen Grundeigentümers mit dem des andern identisch von wegen der Konkurrenz, die wir nun betrachten wollen.

Allgemein schon verhalten sich großes Grundeigentum und kleines wie großes und kleines Kapital. Es kommen aber noch spezielle Umstände hinzu, welche die Akkumulation des großen Grundeigentums und die Verschlingung des kleinen durch dasselbe unbedingt herbeiführen.

||XII| 1. nimmt nirgends mehr die verhältnismäßige Arbeiter- und Instrumentenzahl mit der Größe der fonds ab als beim Grundbesitz. Ebenso nimmt nirgend mehr die Möglichkeit der allseitigen Ausbeutung, Ersparung der Produktionskosten und geschickte Arbeitsteilung mit der Größe der fonds mehr zu als beim Grundbesitz. Ein Acker mag so klein sein, wie er will, die Arbeitsinstrumente, die er nötig macht, wie Pflug, Sage etc., erreichen eine gewisse Grenze, an der sie nicht mehr vermindert werden können, während die Kleinheit des Grundbesitzes weit über diese Grenze hinausgehn kann.

2. Der große Grundbesitz akkumuliert sich die Zinsen, die das Kapital des Pächters auf die Verbesserung des Grund und Bodens angewandt hat. Der kleine Grundbesitz muß sein eignes Kapital anwenden, Für ihn fällt dieser ganze Profit also weg.

3. Während jede gesellschaftliche Verbesserung dem großen Grundeigentum nützt, schadet sie dem kleinen, weil sie ihm immer mehr bares Geld nötig macht.

4. Es sind noch 2 wichtige Gesetze für diese Konkurrenz zu betrachten:

α) Die Rente der Ländereien, die zur Produktion von Nahrungsmitteln der Menschen kultiviert
[14*]
werden, regelt die Rente der Mehrzahl der übrigen angebauten Ländereien. Smith, t.1, p.331.

Nahrungsmittel, wie Vieh etc., kann zuletzt nur der große Grundbesitz produzieren. Er regelt also die Rente der übrigen Ländereien und kann sie auf ein Minimum herabdrücken.

Der kleine selbstarbeitende Grundeigentümer befindet sich dann zu dem großen Grundeigentümer in dem Verhältnis eines Handwerkers, der ein
eignes
Instrument besitzt, zu dem Fabrikherrn. Der kleine Grundbesitz ist zum bloflen Arbeitsinstrument geworden. ||XVI|
Die Grundrente verschwindet ganz für den kleinen Grundbesitzer, es bleibt ihm höchstens der Zins seines Kapitals und sein Arbeitslohn; denn die Grundrente kann durch die Konkurrenz dahin getrieben werden, daß sie eben nur noch der Zins des nicht selbst angelegten Kapitals ist.

β) Wir haben übrigens schon gehört, daß bei gleicher Fruchtbarkeit und gleich geschickter Exploitation der Ländereien, Minen und Fischereien das Produkt im Verhältnis zur Ausdehnung der Kapitalien steht. Also Sieg des großen Grundeigentümers. Ebenso bei gleichen Kapitalien im Verhältnis zur Fruchtbarkeit. Also bei gleichen Kapitalien siegt der Grundeigentümer des fruchtbareren Bodens.

γ) „Man kann von einer Mine im allgemeinen sagen, daß sie fruchtbar oder unfruchtbar ist, je nachdem die Quantität des Minerals, weiche aus ihr durch eine gewisse Quantität Arbeit gezogen werden kann, großer oder kleiner ist, als dieselbe Quantität Arbeit aus der Mehrzahl der andren Minen von derselben Art ziehen kann.“ t.I, p.345, 346. Smith. „Der Preis der fruchtbarsten Minen regelt den Preis der Kohle
[15*]
für alle andren Minen der Nachbarschaft. Grundeigentümer und Unternehmer finden beide, daß sie, der eine eine stärkere Rente, der andre einen stärkern Profit haben werden, wenn sie die Sache niedriger als ihre Nachbarn verkaufen. Die Nachbarn sind nun gezwungen, zu demselben Preis zu verkaufen, obgleich sie weniger dazu imstande sind und obgleich dieser Preis sich immer mehr vermindert und ihnen manchmal die ganze Rente und den ganzen Profit fortnimmt. Einige Exploitations finden sich dann ganz verlassen, andere tragen keine Rente mehr und können nur weiter bearbeitet werden durch den Grundeigentümer selbst.“ p.350, t.I. Smith. „Nach der Entdeckung der Minen von Peru wurden die meisten Silberminen von Europa aufgegeben ... Das-selbe geschah in bezug auf die Minen von Cuba und St. Domingo und selbst in bezug auf die alten Minen von Peru, nach der Entdeckung derer von Potosi.“ p.353. t.I.

Ganz dasselbe, was Smith hier von den Minen sagt, gilt mehr oder weniger von dem Grundbesitz überhaupt.

δ) „Es ist zu bemerken, daß immer der Preiscourant der Ländereien von der couranten Taxe des Zinsfußes abhängt ... Fiele die Grundrente unter den Geldzins um eine sehr starke Differenz, so würde niemand Länder kaufen wollen, was bald wieder ihren Preiscourant zurückführen würde. Im Gegenteil, würden die Vorteile der Grundrente den Geldzins vie1 mehr als kompensieren, so würde alle Welt Länder kaufen wollen, was ebenfalls ihren Courantpreis bald wiederherstellen würde.“ t.II, p.[367,] 368.

Aus diesem Verhältnis der Grundrente zum Geldzins folgt, daß die Grundrente immer mehr fallen muß, so daß zuletzt nur noch die reichsten Leute von der Grundrente leben können. Also die Konkurrenz unter den nichtverpachtenden Grundeigentümern immer größer. Ruin eines Teils derselben. Abermalige Akkumulation des großen Grundeigentums.

||XVII| Diese Konkurrenz hat ferner zur Folge, daß ein großer Teil des Grundeigentums in die Hände der Kapitalisten fällt und die Kapitalisten so zugleich Grundeigentümer werden, wie denn überhaupt schon die kleineren Grundeigentümer nur mehr Kapitalisten sind. Ebenso wird ein Teil des großen Grundeigentums zugleich industriell.

Die letzte Folge ist also die Auflosung des Unterschieds zwischen Kapitalist und Grundeigentümer, so daß es also im ganzen nur mehr 2 Klassen der Bevölkerung gibt, die Arbeiterklasse und die Klasse der Kapitalisten. Diese Verschacherung des Grundeigentums, die Verwandlung des Grundeigentums in eine Ware ist der letzte Sturz der alten und die letzte Vollendung der Geldaristokratie.

1. Die sentimentalen Tränen, welche die Romantik hierüber weint, teilen wir nicht. Sie verwechselt immer die Schändlichkeit, die in der
Verschacherung der Erde
liegt, mit der ganz vernünftigen, innerhalb des Privateigentums notwendigen und wünschenswerten Konsequenz, welche in der
Verschacherung des Privateigentums
an der Erde enthalten ist. Erstens ist das feudale Grundeigentum schon seinem Wesen nach die verschacherte Erde, die dem Menschen entfremdete und daher in der Gestalt einiger weniger großen Herrn ihm gegenübertretende Erde.

Schon im Feudalgrundbesitz liegt die Herrschaft der Erde als einer fremden Macht über die Menschen. Der Leibeigene ist das Akzidens der Erde. Ebenso gehört der Majoratsherr, der erstgeborene Sohn, der Erde. Sie erbt ihn. Überhaupt fangt mit dem Grundbesitz die Herrschaft des Privateigentums an, er ist seine Basis. Aber im feudalen Grundbesitz
scheint
wenigstens der Herr als König des Grundbesitzes. Ebenso existiert noch der Schein eines innigern Verhältnisses zwischen dem Besitzer und der Erde, als das des bloßen
sachlichen
Reichtums ist. Das Grundstück individualisiert sich mit seinem Herrn, es hat seinen Rang, ist freiherrlich oder gräflich mit ihm, hat seine Privilegien, seine Gerichtsbarkeit, sein politisches Verhältnis etc. Es erscheint als der unorganische Leib seines Herrn. Daher das Sprichwort:
nulle terre sans maître

[16*]
, worin das Verwachsensein der Herrlichkeit und des Grundbesitzes ausgesprochen ist. Ebenso erscheint die Herrschaft des Grundeigentums nicht unmittelbar als Herrschaft des bloßen Kapitals. Seine Zugehörigen stehn rnehr zu ihm im Verhältnis ihres Vaterlandes. Es ist eine engbrüstige Art von Nationalität.

||XVIII| Ebenso gibt das feudale Grundeigentum den Namen seinem Herrn, wie ein Königreich seinem König. Seine Familiengeschichte, die Geschichte seines Hauses etc., alles dies individualisiert ihm den Grundbesitz und macht ihn förmlich zu seinem Haus, zu einer Person. Ebenso haben die Bearbeiter des Grundbesitzes nicht das Verhältnis von
Taglöhnern
, sondern teils sind sie selbst sein Eigentum, wie die Leibeignen, teils stehn sie in Respekts-, Untertan- und Pflichtverhältnis zu ihm. Seine Stellung zu ihnen ist daher unmittelbar politisch und hat ebenso eine
gemütliche
Seite. Sitten, Charakter etc. ändern sich von einem Grundstück zum andern und scheinen mit der Parzelle eins, während später nur mehr der Beutel des Menschen, nicht sein Charakter, seine Individualität, ihn auf das Grundstück beziehn. Endlich sucht er nicht den möglichsten Vorteil von seinem Grundbesitz zu ziehn. Vielmehr verzehrt er, was da ist, und überläßt die Sorge des Herbeischaffens ruhig den Leibeignen und Pächtern. Das ist das
adlige
Verhältnis des Grundbesitzes, welches eine romantische Glorie auf seinen Herrn wirft.

Es ist nötig, daß dieser Schein aufgehoben wird, daß das Grundeigentum, die Wurzel des Privateigentums, ganz in die Bewegung des Privateigentums hereingerissen und zur Ware wird, daß die Herrschaft des Eigentümers als die reine Herrschaft des Privateigentums, des Kapitals, abgezogen von aller politischen Tinktur, erscheint, daß das Verhältnis zwischen Eigentümer und Arbeiter sich auf das nationalökonomische Verhältnis von Exploiteur und Exploitiertem reduziert, daß das [...]
[17*]
persönliche Verhältnis des Eigentümers mit seinem Eigentum aufhört und dasselbe zum nun
sachlichen
, materiellen
[18*]
Reichtum wird, daß an die Stelle der Ehrenehe mit der Erde die Ehe des Interesses tritt und die Erde ebenso zum Schacherwert herabsinkt wie der Mensch. Es ist notwendig, daß, was die Wurzel des Grundeigentums ist, der schmutzige Eigennutz, auch in seiner zynischen Gestalt erscheint. Es ist notwendig, daß das ruhende Monopol in das bewegte und beunruhigte Monopol, die Konkurrenz, der nichtstuende Genuß des fremden Blutschweißes in den des geschäftigen Handels mit demselben umschlagt. Es ist endlich notwendig, daß in dieser Konkurrenz das Grundeigentum unter der Gestalt des Kapitals seine Herrschaft sowohl über die Arbeiterklasse als über die Eigentümer selbst zeigt, indem die Gesetze der Bewegung des Kapitals sie ruinieren oder erheben. Damit tritt dann an die Stelle des mittelaltrigen Sprichworts: nulle terre sans seigneur
[19*]
, das moderne Sprichwort: l’argent n’a pas de maître
[20*]
, worin die ganze Herrschaft der totgeschlagnen Materie über die Menschen ausgesprochen ist.

||XIX| 2. Was den Streit betrifft über Teilung oder Nichtteilung des Grundbesitzes, so ist folgendes zu bemerken.

Die
Teilung des Grundbesitzes
verneint das
große Monopol
des Grundeigentums, hebt es auf, aber nun dadurch, daß sie dieses Monopol
verallgemeinert
. Sie hebt den Grund des Monopols, das Privateigentum, nicht auf. Sie greift die Existenz, aber nicht das Wesen des Monopols an. Die Folge davon ist, daß sie den Gesetzen des Privateigentums zum Opfer fällt. Die Teilung des Grundbesitzes entspricht nämlich der Bewegung der Konkurrenz auf industriellem Gebiet. Außer den nationalökonomischen Nachteilen dieser Teilung von Instrumenten und der voneinander getrennten Arbeit (wohl zu unterscheiden von der Teilung der Arbeit; die Arbeit wird nicht unter viele verteilt, sondern dieselbe Arbeit von jedem für sich betrieben, es ist eine Vervielfachung denselben Arbeit) schlägt diese Teilung, wie jene Konkurrenz, notwendig wieder in Akkumulation um.

Wo also die Teilung des Grundbesitzes stattfindet, bleibt nichts übrig, als zum Monopol in noch gehässigerer Gestalt zurückzukehren oder die Teilung des Grundbesitzes selbst zu negieren, aufzuheben
[21*]
. Das ist eben nicht die Rückkehr zum Feudalbesitz, sondern die Aufhebung des Privateigentums an Grund und Boden überhaupt. Die erste Aufhebung des Monopols ist immer seine Verallgemeinerung, die Erweiterung seiner Existenz. Die Aufhebung des Monopols, welches seine möglichst breite und umfassende Existenz erlangt hat, ist seine vollständige Vernichtung. Die Assoziation, auf Grund und Boden angewandt, teilt den Vorteil des großen Grundbesitzes in nationalökonomischer Hinsicht und realisiert erst
[22*]
die ursprüngliche Tendenz der Teilung, nämlich die Gleichheit, wie sie denn auch auf eine vernünftige und nicht mehr durch Leibeigenschaft, Herrschaft und eine alberne Eigentumsmystik vermittelte Weise die gemütliche Beziehung des Menschen zur Erde herstellt, indem die Ende aufhört, ein Gegenstand des Schachers zu sein, und durch die freie Arbeit und den freien Genuß wieder ein wahres, persönliches Eigentum des Menschen wird. Ein großer Vorteil der Teilung ist, daß seine Masse in andrer Weise als die [der] Industrie am Eigentum zugrunde geht, eine Masse, welche nicht mehr zur Knechtschaft sich entschließen kann.

Was den großen Grundbesitz angeht, so haben seine Verteidiger immer auf eine sophistische Weise die nationalökonomischen Vorteile, welche die Agrikultur im großen darbietet, mit dem großen Grundeigentum identifiziert, als wenn diesen Vorteil nicht eben erst durch die Aufhebung des Eigentums teils seine ||XX| möglichst große Ausdehnung erhielte, teils erst von sozialem Nutzen wurde. Ebenso haben sie den Verschacherungsgeist des kleinen Grundbesitzes angegriffen, als wenn nicht der große Grundbesitz, selbst schon in seiner feudalen Form, den Schacher in sich latent enthielte, gar nicht zu reden von der modernen englischen Form, wo Feudalismus des Grundherrn und Schacher und Industrie des Pächters verbunden sind.

Wie das große Grundeigentum den Vorwurf des Monopols, den ihm die Teilung des Grundbesitzes macht, zurückgeben kann, da auch die Teilung auf dem Monopol des Privateigentums basiert, so kann die Teilung des Grundbesitzes dem großen Grundbesitz den Vorwurf der Teilung zurückgeben, denn auch hier herrscht die Teilung, nur in starrer, festgefrorner Form. Überhaupt beruht ja das Privateigentum auf dem Geteiltsein. Übrigens, wie die Teilung des Grundbesitzes zum großen Grundbesitz als Kapitalreichtum zurückführt, so muß das feudale Grundeigentum notwendig zur Teilung fortgehn oder wenigstens in die Hände der Kapitalisten fallen, es mag sich drehn oder wenden, wie es will.

Denn das große Grundeigentum, wie in England, treibt die überwiegende Mehrzahl der Bevölkerung der Industrie in die Arme und reduziert seine eignen Arbeiter auf völliges Elend. Es erzeugt und vergrößert also die Macht seines Feindes, des Kapitals, der Industrie, indem es Arme und eine völlige und ganze Tätigkeit des Landes auf die andre Seite wirft. Es macht die Majorität des Landes industriell, also zum Gegner des großen Grundeigentums. Hat die Industrie nun eine hohe Macht erreicht, wie jetzt in England, so zwingt sie nach und nach dem großen Grundeigentum sein Monopol gegen das Ausland
[23*]
ab und wirft es in die Konkurrenz mit dem Grundbesitz des Auslandes. Unter der Herrschaft der Industrie konnte das Grundeigentum nämlich seine feudale Größe nun durch Monopole gegen das Ausland sichern, um sich so vor den allgemeinen Gesetzen des Handels, die seinem Feudalwesen widersprechen, zu schützen. Einmal in die Konkurrenz geworfen, folgt es den Gesetzen der Konkurrenz, wie jede andre Ware, die ihr unterworfen ist. Es wird ebenso schwankend, ab- und zunehmend, aus einer Hand in die andre fliegend, und kein Gesetz kann es mehr in wenigen prädestinierten Händen erhalten. ||XXI| Die unmittelbare Folge ist Zersplittrung in viele Hände, jedenfalls Anheimfall an die Macht der industriellen Kapitalien.

Endlich führt der große Grundbesitz, welchen dergestalt gewaltsam erhalten worden ist und neben sich eine furchtbare Industrie erzeugt hat, noch schneller zur Krise wie die Teilung des Grundbesitzes, neben welcher die Macht der Industrie immer von zweitem Rang bleibt.

Der große Grundbesitz hat, wie wir in England sehn, seinen feudalen Charakter schon insofern abgelegt und einen industriellen Charakter angenommen, als en möglichst vie1 Geld machen will. Er [gibt] dem Eigentümer die möglichste Grundrente, dem Richter den möglichsten Profit von seinem Kapital. Die Landarbeiter sind daher bereits auf das Minimum reduziert, und die Pächterklasse vertritt schon innerhalb des Grundbesitzes die Macht der Industrie und des Kapitals. Durch die Konkurrenz mit dem Ausland hört die Grundrente größtenteils auf, ein selbständiges Einkommen bilden zu können. Ein großer Teil der Grundeigentümer muß an die Stelle der Richter treten, die auf diese Weise [...]
[24*]
teilweise zum Proletariat herabsinken. Andrerseits werden sich auch viele Pächter des Grundeigentums bemächtigen; denn die großen Eigentümer, die bei ihnen bequemen Revenue sich größtenteils der Verschwendung ergeben haben und meistens auch unbrauchbar zur Leitung der Agrikultur im großen sind, besitzen teilweise weder Kapital noch Befähigung, um den Grund und Boden zu exploitieren. Also auch ein Teil von diesen wird vollständig ruiniert. Endlich muß der auf ein Minimum reduzierte Arbeitslohn noch mehr reduziert werden, um die neue Konkurrenz zu bestehen. Das führt dann notwendig zur Revolution.

Das Grundeigentum mußte sich auf jede der beiden Weisen entwickeln, um in beiden seinen notwendigen Untergang zu erleben, wie auch die Industrie in der Form des Monopols und in der Form der Konkurrenz sich ruinieren mußte, um an den Menschen glauben zu lernen. |XXI||

Redaktionelle Fußnoten

1*.
„(Addition)“ steht in der Handschrift über „Zutat“

2*.
In der Handschrift: Schottland

3*.
Hervorhebung von Marx

4*.
Hervorhebung von Marx

5*.
in der Handschrift: Einsicht

6*.
Hervorhebung von Marx

7*.
Hervorhebung von Marx

8*.
In der Handschrift: Gegenständen

9*.
alle Hervorhebungen von Marx

10*.
in der Handschrift: Arbeit

11*.
Hervorhebung von Marx

12*.
Hervorhebung von Marx

13*.
„Taglöhner“ steht in der Handschrift über „Landleute“

14*.
In der Handschrift: produziert

15*.
in der Handschrift: Mine

16*.

kein Acker ohne Herrn

17*.
in der Handschrift ein Wort nicht zu entziffern

18*.
„materiellen“ steht in der Handschrift über „
sachlichen
„

19*.
kein Acker ohne Lehnsherrn

20*.
das Geld hat keinen Herrn

21*.
„aufzuheben“ steht in der Handschrift über „negieren“

22*.
In der Handschrift „erst“ nicht eindeutig zu entziffern

23*.
In der Handschrift ursprünglich „gegen d. Monopol d. Auslandes“; „d. Monopol“ von Marx gestrichen

24*.
in der Handschrift ein Wort nicht zu entziffern

Anmerkungen

15.
Auf S.VII des ersten Manuskriptes bringt Marx in allen drei Spalten fortlaufend Text zum Abschnitt
Arbeitslohn
.

16.
Die Manuskriptseiten XIII-XVI sind in zwei Spalten eingeteilt und bringen Texte zu dem Abschnitt
Arbeitslohn
(S.XIII-XV),
Profit des Kapitals
(S.XIII-XVI) und
Grundrente
(S.XVI). Daher folgt hier nach XII unmittelbar XVI.

### [Die entfremdete Arbeit]

||XXII| Wir sind ausgegangen von den Voraussetzungen der Nationalökonomie. Wir haben ihre Sprache und ihre Gesetze akzeptiert. Wir unterstellten das Privateigentum, die Trennung von Arbeit, Kapital und Erde, ebenso von Arbeitslohn, Profit des Kapitals und Grundrente wie die Teilung der Arbeit, die Konkurrenz, den Begriff des Tauschwertes etc. Aus der Nationalökonomie selbst, mit ihren eignen Worten, haben wir gezeigt, daß der Arbeiter zur Ware und zur elendesten Ware herabsinkt, daß das Elend des Arbeiters im umgekehrten Verhältnis zur Macht und zur Größe seiner Produktion steht, daß das notwendige Resultat der Konkurrenz die Akkumulation des Kapitals in wenigen Händen, also die fürchterlichere Wiederherstellung des Monopols ist, daß endlich der Unterschied von Kapitalist und Grundrentner wie von Ackerbauer und Manufakturarbeiter verschwindet und die ganze Gesellschaft in die beiden Klassen der
Eigentümer
und eigentumslosen
Arbeiter
zerfallen muß.

Die Nationalökonomie geht vom Faktum des Privateigentums aus. Sie erklärt uns dasselbe nicht. Sie faßt den
materiellen
Prozeß des Privateigentums, den es in der Wirklichkeit durchmacht, in allgemeine, abstrakte Formeln, die ihr dann als Gesetze gelten. Sie
begreift
diese Gesetze nicht, d. h., sie zeigt nicht nach, wie sie aus dem Wesen des Privateigentums hervorgehn. Die Nationalökonomie gibt uns keinen Aufschluß über den Grund der Teilung von Arbeit und Kapital, von Kapital und Erde. Wenn sie z. B. das Verhältnis des Arbeitslohns zum Profit des Kapitals bestimmt, so gilt ihn als letzter Grund das Interesse der Kapitalisten; d. h., sie unterstellt, was sie entwickeln soll. Ebenso kömmt überall die Konkurrenz hinein. Sie wird aus äußeren Umständen erklärt. Inwiefern diese äußeren, scheinbar zufälligen Umstände nun der Ausdruck einer notwendigen Entwicklung sind, darüber lehrt uns die Nationalökonomie nichts. Wir haben gesehn, wie ihn der Austausch selbst als ein zufälliges Faktum erscheint. Die einzigen Räder, die der Nationalökonom in Bewegung setzt, sind die
Habsucht
und der
Krieg unter den Habsüchtigen, die Konkurrenz.

[1*]

Eben weil die Nationalökonomie den Zusammenhang der Bewegung nicht begreift, darum konnte sich z. B. die Lehre von der Konkurrenz der Lehre vom Monopol, die Lehre von der Gewerbfreiheit der Lehre von den Korporation, die Lehre von der Teilung des Grundbesitzes der Lehre vom großen Grundeigentum wieder entgegenstellen, denn Konkurrenz, Gewerbfreiheit, Teilung des Grundbesitzes waren nur als zufällige, absichtliche, gewaltsame, nicht als notwendige, unvermeidliche, natürliche Konsequenzen des Monopols, der Korporation und des Feudaleigentums entwickelt und begriffen.

Wir haben also jetzt den wesentlichen Zusammenhang zwischen dem Privateigentum, der Habsucht, der Trennung von Arbeit, Kapital und Grundeigentum, von Austausch und Konkurrenz, von Wert und Entwertung der Menschen, von Monopol und Konkurrenz etc., von dieser ganzen Entfremdung mit dem
Geld
system zu begreifen.

Versetzen wir uns nicht wie der Nationalökonom, wenn er erklären will, in einen nun erdichteten Urzustand. Ein solcher Urzustand erklärt nichts. Er schiebt bloß die Frage in eine graue, nebelhafte Ferne. Er unterstellt in der Form der Tatsache, des Ereignisses, was er deduzieren soll, nämlich das notwendige Verhältnis zwischen zwei Dingen, z. B. zwischen Teilung der Arbeit und Austausch. So erklärt die Theologie den Ursprung des Bösen durch den Sündenfall, d. h., er unterstellt als ein Faktum, in der Form der Geschichte, was er erklären soll.

Wir gehn von einem nationalökonomischen,
gegenwärtigen
Faktum aus.

Der Arbeiten wird um so ärmer, je mehr Reichtum er produziert, je mehr seine Produktion an Macht und Umfang zunimmt. Der Arbeiter wird eine um so wohlfeilere Ware, je mehr Waren en schafft. Mit der
Verwertung
der Sachenwelt nimmt die
Entwertung
der Menschenwelt in direktem Verhältnis zu. Die Arbeit produziert nicht nur Waren; sie produziert sich selbst und den Arbeiter als eine
Ware,
und zwar in dem Verhältnis, in welchem sie überhaupt Waren produziert.

Dies Faktum drückt weiter nichts aus als: Der Gegenstand, den die Arbeit produziert, ihr Produkt, tritt ihn als ein
fremdes Wesen,
als eine von dem Produzenten
unabhängige Macht
gegenüber. Das Produkt der Arbeit ist die Arbeit, die sich in einem Gegenstand fixiert, sachlich gemacht hat, es ist die
Vergegenständlichung
der Arbeit. Die Verwirklichung der Arbeit ist ihre Vergegenständlichung. Diese Verwirklichung der Arbeit erscheint in dem nationalökonomischen Zustand als
Entwirklichung
des Arbeiters, die Vergegenständlichung als
Verlust und Knechtschaft des Gegenstandes,
die Aneignung als
Entfremdung,
als
Entäußerung.

Die Verwirklichung der Arbeit erscheint so sehr als Entwirklichung, daß der Arbeiter bis zum Hungertod entwirklicht wird. Die Vergegenständlichung erscheint so sehr als Verlust des Gegenstandes, daß der Arbeiter der notwendigsten Gegenstände, nicht nur des Lebens, sondern auch der Arbeitsgegenstände, beraubt ist. Ja, die Arbeit selbst wird zu einem Gegenstand, dessen er nur mit der größten Anstrengung und mit den unregelmäßigsten Unterbrechungen sich bemächtigen kann. Die Aneignung des Gegenstandes erscheint so sehr als Entfremdung, daß, je mehr Gegenstände der Arbeiter produziert, er um so weniger besitzen kann und um so mehr unter die Herrschaft seines Produkts, des Kapitals, gerät.

In der Bestimmung, daß der Arbeiter zum
Produkt seiner Arbeit
als einem
fremden
Gegenstand sich verhält, liegen alle diese Konsequenzen. Denn es ist nach dieser Voraussetzung klar: Je mehr der Arbeiter sich ausarbeitet, um so mächtiger wird die fremde, gegenständliche Welt, die er sich gegenüber schafft, um so ärmer wird er selbst, seine innre Welt, um so weniger gehört ihm zu eigen. Es ist ebenso in der Religion. Je mehr der Mensch in Gott setzt, je weniger behält er in sich selbst. Der Arbeiter legt sein Leben in den Gegenstand; aber nun gehört es nicht mehr ihm, sondern dem Gegenstand. Je größer also diese Tätigkeit, um so gegenstandsloser ist der Arbeiter. Was das Produkt seiner Arbeit ist, ist er nicht. Je größer also dieses Produkt, je weniger ist er selbst. Die
Entäußrung
des Arbeiters in seinem Produkt hat die Bedeutung, nicht nur, daß seine Arbeit zu einem Gegenstand, zu einer
äußern
Existenz wird, sondern daß sie
außer ihm,
unabhängig, fremd von ihm existiert und eine selbständige Macht ihm gegenüber wird, daß das Leben, was er dem Gegenstand verliehn hat, ihm feindlich und fremd gegenübertritt.

||XXIII| Betrachten wir nun näher die
Vergegenständlichung,
die Produktion des Arbeiters und in ihr die
Entfremdung,
den
Verlust
des Gegenstandes, seines Produkts.

Der Arbeiter kann nichts schaffen ohne die
Natur,
ohne die
sinnliche Außenwelt.
Sie ist der Stoff, an welchem sich seine Arbeit verwirklicht, in welchem sie tätig ist, aus welchem und mittelst welchem sie produziert.

Wie aber die Natur [die]
Lebensmittel
der Arbeit darbietet, in dem Sinn, daß die Arbeit nicht
leben
kann ohne Gegenstände, an denen sie ausgeübt wird, so bietet sie andrerseits auch d[ie]
Lebensmittel
in dem engern Sinn dar, nämlich die Mittel der physischen Subsistenz des
Arbeiters
selbst.

Je mehr also der Arbeiter die Außenwelt, die sinnliche Natur, durch seine Arbeit sich
aneignet,
um so mehr entzieht er sich
Lebensmittel
nach der doppelten Seite bin, erstens, daß immer mehr die sinnliche Außenwelt aufhört, ein seiner Arbeit angehöriger Gegenstand, ein
Lebensmittel
seiner Arbeit zu sein; zweitens, daß sie immer mehr aufhört,
Lebensmittel
im unmittelbaren Sinn, Mittel für die physische Subsistenz des Arbeiters zu sein.

Nach dieser doppelten Seite bin wird der Arbeiter also ein Knecht seines Gegenstandes, erstens, daß er einen
Gegenstand der Arbeit,
d. h., daß er Arbeit erhält, und zweitens, daß er
Subsistenzmittel
erhält. Erstens also, daß er als
Arbeiter,
und zweitens, daß er als
physisches Subjekt
existieren kann. Die Spitze dieser Knechtschaft ist, daß er nur mehr als
Arbeiter
sich als physisches Subjekt erhalten [kann] und nur mehr als
physisches Subjekt
Arbeiter ist.

(Die Entfremdung des Arbeiters in seinem Gegenstand drückt sich nach nationalökonomischen Gesetzen so aus, daß, je mehr der Arbeiter produziert, er um so weniger zu konsumieren hat, daß, je mehr Werte er schafft, er um so wertloser, um so unwürdiger wird, daß, je geformter sein Produkt, um so mißförmiger der Arbeiter, daß, je zivilisierter sein Gegenstand, um so barbarischer der Arbeiter, daß, um so mächtiger die Arbeit, um so ohnmächtiger der Arbeiter wird, daß, je geistreicher die Arbeit, um so mehr geistloser und Naturknecht der Arbeiter wird.)

Die
Nationalökonomie verbirgt die Entfremdung in dem Wesen der Arbeit dadurch, daß sie nicht des

unmittelbare

Verhältnis zwischen dem

Arbeiter
(der Arbeit)
und der Produktion betrachtet.
Allerdings. Die Arbeit produziert Wunderwerke für die Reichen, aber sie produziert Entblößung für den Arbeiter. Sie produziert Paläste, aber Höhlen für den Arbeiter. Sie produziert Schönheit, aber Verkrüppelung für den Arbeiter. Sie ersetzt die Arbeit durch Maschinen, aber sie wirft einen Teil der Arbeiter zu einer barbarischen Arbeit zurück und macht den andren Teil zur Maschine. Sie produziert Geist, aber sie produziert Blödsinn, Kretinismus für den Arbeiter.

Das unmittelbare Verhältnis der Arbeit zu ihren Produkten ist des Verhältnis des Arbeiters zu den Gegenständen seiner Produktion.
Das Verhältnis des Vermögenden zu den Gegenständen der Produktion und zu ihr selbst ist nur eine Konsequenz dieses ersten Verhältnisses. Und bestätigt es. Wir werden diese andre Seite später betrachten. Wenn wir also fragen: Welches ist das wesentliche Verhältnis der Arbeit, so fragen wir nach dem Verhältnis des
Arbeiters
zur Produktion.

Wir haben bisher die Entfremdung, die Entäußerung des Arbeiters nur nach der einen Seite bin betrachtet, nämlich sein
Verhältnis zu den Produkten seiner Arbeit.
Aber die Entfremdung zeigt sich nicht nur im Resultat, sondern im
Akt der Produktion,
innerhalb der
produzierenden Tätigkeit
selbst. Wie würde der Arbeiter dem Produkt seiner Tätigkeit fremd gegenübertreten können, wenn er im Akt der Produktion selbst sich nicht sich selbst entfremdete? Das Produkt ist ja nur das Resümee der Tätigkeit, der Produktion. Wenn also das Produkt der Arbeit die Entäußerung ist, so muß die Produktion selbst die tätige Entäußerung, die Entäußerung der Tätigkeit, die Tätigkeit der Entäußerung sein. In der Entfremdung des Gegenstandes der Arbeit resümiert sich nur die Entfremdung, die Entäußerung in der Tätigkeit der Arbeit selbst.

Worin besteht nun die Entäußerung der Arbeit?

Erstens, daß die Arbeit dem Arbeiter
äußerlich
ist, d. h. nicht zu seinem Wesen gehört, daß er sich daher in seiner Arbeit nicht bejaht, sondern verneint, nicht wohl, sondern unglücklich fühlt, keine freie physische und geistige Energie entwickelt, sondern seine Physis abkasteit und seinen Geist ruiniert. Der Arbeiter fühlt sich daher erst außer der Arbeit bei sich und in der Arbeit außer sich. Zu Hause ist er, wenn er nicht arbeitet, und wenn er arbeitet, ist er nicht zu Haus. Seine Arbeit ist daher nicht freiwillig, sondern gezwungen,
Zwangsarbeit.
Sie ist daher nicht die Befriedigung eines Bedürfnisses, sondern sie ist nur ein
Mittel,
um Bedürfnisse außer ihr zu befriedigen. Ihre Fremdheit tritt darin rein hervor, daß, sobald kein physischer oder sonstiger Zwang existiert, die Arbeit als eine Pest geflohen wird. Die äußerliche Arbeit, die Arbeit, in welcher der Mensch sich entäußert, ist eine Arbeit der Selbstaufopferung, der Kasteiung. Endlich erscheint die Äußerlichkeit der Arbeit für den Arbeiter darin, daß sie nicht sein eigen, sondern eines andern ist, daß sie ihm nicht gehört, daß er in ihr nicht sich selbst, sondern einem andern angehört. Wie in der Religion die Selbsttätigkeit der menschlichen Phantasie, des menschlichen Hirns und des menschlichen Herzens unabhängig vom Individuum, d. h. als eine fremde, göttliche oder teuflische Tätigkeit, auf es wirkt, so ist die Tätigkeit des Arbeiters nicht seine Selbsttätigkeit. Sie gehört einem andren, sie ist der Verlust seiner selbst.

Es kömmt daher zu dem Resultat, daß der Mensch (der Arbeiter) nur mehr in seinen tierischen Funktionen, Essen, Trinken und Zeugen, höchstens noch Wohnung, Schmuck etc., sich als freitätig fühlt und in seinen menschlichen Funktionen nur mehr als Tier. Das Tierische wird das Menschliche und das Menschliche das Tierische.

Essen, Trinken und Zeugen etc. sind zwar auch echt menschliche Funktionen. In der Abstraktion aber, die sie von dem übrigen Umkreis menschlicher Tätigkeit trennt und zu letzten und alleinigen Endzwecken macht, sind sie tierisch.

Wir haben den Akt der Entfremdung der praktischen menschlichen Tätigkeit, die Arbeit, nach zwei Seiten bin betrachtet. 1. Das Verhältnis des Arbeiters zum
Produkt der Arbeit
als fremden und über ihn mächtigen Gegenstand. Dies Verhältnis ist zugleich das Verhältnis zur sinnlichen Außenwelt, zu den Naturgegenständen als einer fremden, ihm feindlich gegenüberstehenden Welt. 2. Das Verhältnis der Arbeit zum
Akt der Produktion
innerhalb der
Arbeit.
Dies Verhältnis ist das Verhältnis des Arbeiters zu seiner eignen Tätigkeit als einer fremden, ihm nicht angehörigen, die Tätigkeit als Leiden, die Kraft als Ohnmacht, die Zeugung als Entmannung, die
eigne
physische und geistige Energie des Arbeiters, sein persönliches Leben – denn was ist Leben [anderes] als Tätigkeit – als eine wider ihn selbst gewendete, von ihm unabhängige, ihm nicht gehörige Tätigkeit. Die
Selbstentfremdung,
wie oben die Entfremdung der
Sache.

||XXIV| Wir haben nun noch eine dritte Bestimmung der
entfremdeten Arbeit
aus den beiden bisherigen zu ziehn.

Der Mensch ist ein Gattungswesen, nicht nur indem er praktisch und theoretisch die Gattung, sowohl seine eigne als die der übrigen Dinge, zu seinem Gegenstand macht, sondern – und dies ist nur ein andrer Ausdruck für dieselbe Sache –, sondern auch indem er sich zu sich selbst als der gegenwärtigen, lebendigen Gattung verhält, indem er sich zu sich als einem
universellen,
darum freien Wesen verhält.

Das Gattungsleben, sowohl beim Menschen als beim Tier, besteht physisch einmal darin, daß der Mensch (wie das Tier) von der unorganischen Natur lebt, und um so universeller der Mensch als das Tier, um so universeller ist der Bereich der unorganischen Natur, von der er lebt. Wie Pflanzen, Tiere, Steine, Luft, Licht etc. theoretisch einen Teil des menschlichen Bewußtseins, teils als Gegenstände der Naturwissenschaft, teils als Gegenstände der Kunst bilden – seine geistige unorganische Natur, geistige Lebensmittel, die er erst zubereiten muß zum Genuß und zur Verdauung –, so bilden sie auch praktisch einen Teil des menschlichen Lebens und der menschlichen Tätigkeit. Physisch lebt der Mensch nur von diesen Naturprodukten, mögen sie nun in der Form der Nahrung, Heizung, Kleidung, Wohnung etc. erscheinen. Die Universalität des Menschen erscheint praktisch eben in der Universalität, die die ganze Natur zu seinem
unorganischen
Körper macht, sowohl insofern sie 1. ein unmittelbares Lebensmittel, als inwiefern sie [2.] die Materie, der Gegenstand und das Werkzeug seiner Lebenstätigkeit ist. Die Natur ist der
unorganische Leib
des Menschen, nämlich die Natur, soweit sie nicht selbst menschlicher Körper ist. Der Mensch
lebt
von der Natur, heißt: Die Natur ist sein
Leib,
mit dem er in beständigem Prozeß bleiben muß, um nicht zu sterben. Daß das physische und geistige Leben des Menschen mit der Natur zusammenhängt, hat keinen andren Sinn, als daß die Natur mit sich selbst zusammenhängt, denn der Mensch ist ein Teil der Natur.

Indem die entfremdete Arbeit dem Menschen 1. die Natur entfremdet, 2. sich selbst, seine eigne tätige Funktion, seine Lebenstätigkeit, so entfremdet sie dem Menschen die
Gattung
; sie macht ihm das
Gattungsleben
zum Mittel des individuellen Lebens. Erstens entfremdet sie das Gattungsleben und das individuelle Leben, und zweitens macht sie das letztere in seiner Abstraktion zum Zweck des ersten, ebenfalls in seiner abstrakten und entfremdeten Form.

Denn erstens erscheint dem Menschen die Arbeit, die
Lebenstätigkeit,
das
produktive Leben
selbst nur als ein
Mittel
zur Befriedigung eines Bedürfnisses, des Bedürfnisses der Erhaltung der physischen Existenz. Das produktive Leben ist aber das Gattungsleben. Es ist das Leben erzeugende Leben. In der Art der Lebenstätigkeit liegt der ganze Charakter einer species, ihr Gattungscharakter, und die freie bewußte Tätigkeit ist der Gattungscharakter des Menschen. Das Leben selbst erscheint nur als
Lebensmittel.

Das Tier ist unmittelbar eins mit seiner Lebenstätigkeit. Es unterscheidet sich nicht von ihr. Es ist
sie.
Der Mensch macht seine Lebenstätigkeit selbst zum Gegenstand seines Wollens und seines Bewußtseins. Er hat bewußte Lebenstätigkeit. Es ist nicht eine Bestimmtheit, mit der er unmittelbar zusammenfließt. Die bewußte Lebenstätigkeit unterscheidet den Menschen unmittelbar von der tierischen Lebenstätigkeit. Eben nur dadurch ist er ein Gattungswesen. Oder er ist nur ein bewußtes Wesen, d. h., sein eignes Leben ist ihm Gegenstand, eben weil er ein Gattungswesen ist. Nur darum ist seine Tätigkeit freie Tätigkeit. Die entfremdete Arbeit kehrt das Verhältnis dahin um, daß der Mensch eben, weil er ein bewußtes Wesen ist, seine Lebenstätigkeit, sein
Wesen
nur zu einem Mittel für seine
Existenz
macht.

Das praktische Erzeugen einer
gegenständlichen Welt,
die
Bearbeitung
der unorganischen Natur ist die Bewahrung des Menschen als eines bewußten Gattungswesens, d. h. eines Wesens, das sich zu der Gattung als seinem eignen Wesen oder zu sich als Gattungswesen verhält. Zwar produziert auch das Tier. Es baut sich ein Nest, Wohnungen, wie die Biene, Biber, Ameise etc. Allein es produziert nur, was es unmittelbar für sich oder sein Junges bedarf; es produziert einseitig, während der Mensch universell produziert; es produziert nur unter der Herrschaft des unmittelbaren physischen Bedürfnisses, während der Mensch selbst frei vorn physischen Bedürfnis produziert und erst wahrhaft produziert in der Freiheit von demselben; es produziert nur sich selbst, während der Mensch die ganze Natur reproduziert; sein Produkt gehört unmittelbar zu seinem physischen Leib, während der Mensch frei seinem Produkt gegenübertritt. Das Tier formiert nur nach dem Maß und dem Bedürfnis der species, der es angehört, während der Mensch nach dem Maß jeder species zu produzieren weiß und überall das inhärente Maß dem Gegenstand anzulegen weiß; der Mensch formiert daher auch nach den Gesetzen der Schönheit.

Eben in der Bearbeitung der gegenständlichen Welt bewährt sich der Mensch daher erst wirklich als ein
Gattungswesen.
Diese Produktion ist
sein
werktätiges Gattungsleben. Durch sie erscheint die Natur als sein Werk und seine Wirklichkeit. Der Gegenstand der Arbeit ist daher die
Vergegenständlichung des Gattungslebens des Menschen:
indem er sich nicht nur eine im Bewußt3tsein intellektuell, sondern werktätig, wirklich verdoppelt und sich selbst daher in einer von ihm geschaffnen Welt anschaut. Indem daher die entfremdete Arbeit dem Menschen den Gegenstand seiner Produktion entreißt, entreißt sie ihm sein
Gattungsleben,
seine wirkliche Gattungsgegenständlichkeit und verwandelt seinen Vorzug vor dem Tier in den Nachteil, daß sein unorganischer Leib, die Natur, ihm entzogen wird.

Ebenso indem die entfremdete Arbeit die Selbsttätigkeit, die freie Tätigkeit, zum Mittel herabsetzt, macht sie das Gattungsleben des Menschen zum Mittel seiner physischen Existenz.

Das Bewußtsein, welches der Mensch von seiner Gattung hat, verwandelt sich durch die Entfremdung also dahin, daß das Gattungs[leben] ihm zum Mittel wird.

Die entfremdete Arbeit macht also:

3. das
Gattungswesen des Menschen,
sowohl die Natur als sein geistiges Gattungsvermögen, zu einem ihm
fremden
Wesen, zum
Mittel
seiner
individuellen Existenz.
Sie entfremdet dem Menschen seinen eignen Leib, wie die Natur außer ihm, wie sein geistiges Wesen, sein
menschliches
Wesen.

4. Eine unmittelbare Konsequenz davon, daß der Mensch dem Produkt seiner Arbeit, seiner Lebenstätigkeit, seinem Gattungswesen entfremdet ist, ist die
Entfremdung des Menschen
von dem
Menschen.
Wenn der Mensch sich selbst gegenübersteht, so steht ihm der
andre
Mensch gegenüber. Was von dem Verhältnis des Menschen zu seiner Arbeit, zum Produkt seiner Arbeit und zu sich selbst, das gilt von dem Verhältnis des Menschen zum andren Menschen, wie zu der Arbeit und dem Gegenstand der Arbeit des andren Menschen.

Überhaupt, der Satz, daß der Mensch seinem Gattungswesen entfremdet ist, heißt, daß ein Mensch dem andern, wie jeder von ihnen dem menschlichen Wesen entfremdet ist.

Die Entfremdung des Menschen, überhaupt jedes Verhältnis, in dem der Mensch zu sich selbst [steht], ist erst verwirklicht, drückt sich aus in dem Verhältnis, in welchem der Mensch zu d[em] andren Menschen steht.

Also betrachtet in dem Verhältnis der entfremdeten Arbeit jeder Mensch den andren nach dem Maßstab und dem Verhältnis, in welchem er selbst als Arbeiter sich befindet.

||XXV| Wir gingen aus von einem nationalökonomischen Faktum, der Entfremdung des Arbeiters und seiner Produktion. Wir haben den Begriff dieses Faktums ausgesprochen: die
entfremdete, entäußerte
Arbeit. Wir haben diesen Begriff analysiert, also bloß ein nationalökonomisches Faktum analysiert.

Sehn wir nun weiter, wie sich der Begriff der entfremdeten, entäußerten Arbeit in der Wirklichkeit aussprechen und darstellen muß.

Wenn das Produkt der Arbeit mir fremd ist, mir als fremde Macht gegenübertritt, wem gehört es dann?

Wenn meine eigne Tätigkeit nicht mir gehört, eine fremde, eine erzwungne Tätigkeit ist, wem gehört sie dann?

Einem
andern
Wesen als mir.

Wer ist dies Wesen?

Die
Götter
? Allerdings erscheint in den ersten Zeiten die Hauptproduktion, wie z. B. der Tempelbau etc. in Ägypten, Indien, Mexiko, sowohl im Dienst der Götter, wie auch das Produkt den Göttern gehört. Allein, die Götter allein waren nie die Arbeitsherrn. Ebensowenig die Natur. Und welcher Widerspruch wäre es auch, daß, je mehr der Mensch die Natur durch seine Arbeit sich unterwirft, je mehr die Wunder der Götter überflüssig werden durch die Wunder der Industrie, der Mensch diesen Mächten zulieb auf die Freude an der Produktion und auf den Genuß des Produktes verzichten sollte.

Das
fremde
Wesen, dem die Arbeit und das Produkt der Arbeit gehört, in dessen Dienst die Arbeit und zu dessen Genuß das Produkt der Arbeit steht, kann nur der
Mensch
selbst sein.

Wenn das Produkt der Arbeit nicht dem Arbeiter gehört, eine fremde Macht ihm gegenüber ist, so ist dies nur dadurch möglich, daß es einem
andern Menschen außer dem Arbeiter
gehört. Wenn seine Tätigkeit ihm Qual ist, so muß sie einem andern
Genuß
und die Lebensfreude eines andern sein. Nicht die Götter, nicht die Natur, nur der Mensch selbst kann diese fremde Macht über d[en] Menschen sein.

Man bedenke noch den vorher aufgestellten Satz, daß das Verhältnis des Menschen zu sich selbst ihm erst
gegenständlich, wirklich
ist durch sein Verhältnis zu dem andern Menschen. Wenn er sich also zu dem Produkt seiner Arbeit, zu seiner vergegenständlichten Arbeit, als einem
fremden, feindlichen,
mächtigen, von ihm unabhängigen Gegenstand verhält, so verhält er sich zu ihm so, daß ein andrer, ihm fremder, feindlicher, mächtiger, von ihm unabhängiger Mensch der Herr dieses Gegenstandes ist. Wenn er sich zu seiner eignen Tätigkeit als einer unfreien verhält, so verhält er sich zu ihr als der Tätigkeit im Dienst, unter der Herrschaft, dem Zwang und dem Joch eines andern Menschen.

Jede Selbstentfremdung des Menschen von sich und der Natur erscheint in dem Verhältnis, welches er sich und der Natur zu andern, von ihm .unterschiednen Menschen gibt. Daher die religiöse Selbstentfremdung notwendig in dem Verhältnis des Laien zum Priester erscheint, oder auch, da es sich hier von der intellektuellen Welt handelt, zu einem Mittler etc. In der praktischen wirklichen Welt kann die Selbstentfremdung nur durch das praktische, wirkliche Verhältnis zu andern Menschen erscheinen. Das Mittel, wodurch die Entfremdung vorgeht, ist selbst ein
praktisches.
Durch die entfremdete Arbeit erzeugt der Mensch also nicht nur sein Verhältnis zu dem Gegenstand und dem Akt der Produktion als fremden und ihm feindlichen Mächten
[2*]
; er erzeugt auch das Verhältnis, in welchem andre Menschen zu seiner Produktion und seinem Produkt stehn, und das Verhältnis, in welchem er zu diesen andern Menschen steht. Wie er seine eigne Produktion zu seiner Entwirklichung, zu seiner Strafe, wie er sein eignes Produkt zu dem Verlust, zu einem ihm nicht gehörigen Produkt, so erzeugt er die Herrschaft dessen, der nicht produziert, auf die Produktion und auf das Produkt. Wie er seine eigne Tätigkeit sich entfremdet, so eignet er dem Fremden die ihm nicht eigne Tätigkeit an.

Wir haben bis jetzt das Verhältnis nur von seiten des Arbeiters, und wir werden es später auch von seiten des Nichtarbeiters betrachten.

Also durch die
entfremdete, entäußerte Arbeit
erzeugt der Arbeiter das Verhältnis eines der Arbeit fremden und außer ihr stehenden Menschen zu dieser Arbeit. Das Verhältnis des Arbeiters zur Arbeit erzeugt das Verhältnis des Kapitalisten zu derselben, oder wie man sonst den Arbeitsherrn nennen will. Das
Privateigentum
ist also das Produkt, das Resultat, die notwendige Konsequenz der
entäußerten Arbeit,
des äußerlichen Verhältnisses des Arbeiters zu der Natur und zu sich selbst.

Das
Privateigentum
ergibt sich also durch Analyse aus dem Begriff der
entäußerten Arbeit,
d. i. des
entäußerten Menschen,
der entfremdeten Arbeit, des entfremdeten Lebens, des
entfremdeten
Menschen.

Wir haben allerdings den Begriff der
entäußerten Arbeit
(des
entäußerten Lebens
) aus der Nationalökonomie als Resultat aus der
Bewegung des Privateigentums
gewonnen. Aber es zeigt sich bei Analyse dieses Begriffes, daß, wenn das Privateigentum als Grund, als Ursache der entäußerten Arbeit erscheint, es vielmehr eine Konsequenz derselben ist, wie auch die Götter
ursprünglich
nicht die Ursache, sondern die Wirkung der menschlichen Verstandesverirrung sind. Später schlägt dies Verhältnis in Wechselwirkung um.

Erst auf dem letzten Kulminationspunkt der Entwicklung des Privateigentums tritt dieses sein Geheimnis wieder hervor, nämlich einerseits, daß es das
Produkt
der entäußerten Arbeit, und zweitens, daß es das
Mittel
ist, durch welches sich die Arbeit entäußert, die
Realisation dieser Entäußerung.

Diese Entwicklung gibt sogleich Licht über verschiedne bisher ungelöste Kollisionen.

1. Die Nationalökonomie geht von der Arbeit als der eigentlichen Seele der Produktion aus, und dennoch gibt sie der Arbeit nichts und dem Privateigentum alles. Proudhon hat aus diesem Widerspruch zugunsten der Arbeit wider das Privateigentum geschlossen. Wir aber sehn ein, daß dieser scheinbare Widerspruch der Widerspruch der
entfremdeten Arbeit
mit sich selbst ist und daß die Nationalökonomie nur die Gesetze der entfremdeten Arbeit ausgesprochen hat.

Wir sehn daher auch ein, daß
Arbeitslohn
und
Privateigentum
identisch sind: denn der Arbeitslohn, wo das Produkt, der Gegenstand der Arbeit, die Arbeit selbst besoldet, ist nur eine notwendige Konsequenz von der Entfremdung der Arbeit, wie denn im Arbeitslohn auch die Arbeit nicht als Selbstzweck, sondern als der Diener des Lohns erscheint. Wir werden dies später ausführen und ziehen jetzt nur noch einige Konse||XXVI|quenzen.

Eine gewaltsame
Erhöhung des Arbeitslohns
(von allen andren Schwierigkeiten abgesehn, abgesehn davon, daß sie als eine Anomalie auch nur gewa1tsam aufrechtzuerhalten wäre) wäre also nichts als eine bessere
Salairierung der Sklaven
und hatte weder dem Arbeiter noch der Arbeit ihre menschliche Bestimmung und Würde erobert.

Ja selbst die
Gleichheit der Salaire,
wie sie Proudhon fordert, verwandelt nur das Verhältnis des jetzigen Arbeiters zu seiner Arbeit in das Verhältnis aller Menschen zur Arbeit. Die Gesellschaft wird dann als abstrakter Kapitalist gefaßt.

Arbeitslohn ist eine unmittelbare Folge der entfremdeten Arbeit, und die entfremdete Arbeit ist die unmittelbare Ursache des Privateigentums. Mit der einen muß daher auch die andere Seite fallen.

2. Aus dem Verhältnis der entfremdeten Arbeit zum Privateigentum folgt ferner, daß die Emanzipation der Gesellschaft vom Privateigentum etc., von der Knechtschaft, in der
politischen
Form der
Arbeiteremanzipation
sich ausspricht, nicht als wenn es sich nur um ihre Emanzipation handelte, sondern weil in ihrer Emanzipation die allgemein menschliche enthalten ist, diese ist aber darin enthalten, weil die ganze menschliche Knechtschaft in dem Verhältnis des Arbeiters Zur Produktion involviert ist und alle Knechtschaftsverhältnisse nur Modifikationen und Konsequenzen dieses Verhältnisses sind.

Wie wir aus dem Begriff der
entfremdeten, entäußerten Arbeit
den Begriff des
Privateigentums
durch
Analyse
gefunden haben, so können mit Hülfe dieser beiden Faktoren alle nationalökonomischen
Kategorien
entwickelt werden, und wir werden in jeder Kategorie, wie z. B. dem Schacher, der Konkurrenz, dem Kapital, dem Geld, nur einen
bestimmten
und
entwickelten Ausdruck
dieser ersten Grundlagen wiederfinden.

Bevor wir jedoch diese Gestaltung betrachten, suchen wir noch zwei Aufgaben zu lösen.

1. Das allgemeine
Wesen des Privateigentums,
wie es sich als Resultat der entfremdeten Arbeit ergeben hat, in seinem Verhältnis zum
wahrhaft menschlichen
und
sozialen Eigentum
zu bestimmen.

2. Wir haben die
Entfremdung der Arbeit,
ihre
Entäußrung
als ein Faktum angenommen und dies Faktum analysiert. Wie, fragen wir nun, kömmt der
Mensch
dazu, seine
Arbeit zu entäußern,
zu entfremden? Wie ist diese Entfremdung im Wesen der menschlichen Entwicklung begründet? Wir haben schon vie1 für die Losung der Aufgabe gewonnen, indem wir die Frage nach dem
Ursprung des Privateigentums
in die Frage nach dem Verhältnis der
entäußerten Arbeit
zum Entwicklungsgang der Menschheit
verwandelt
haben. Denn wenn man von
Privateigentum
spricht, so glaubt man es mit einer Sache außer dem Menschen zu tun zu haben. Wenn man von der Arbeit spricht, so hat man es unmittelbar mit dem Menschen selbst zu tun. Diese neue Stellung der Frage ist inklusive schon ihre Lösung.

ad 1. Allgemeines Wesen des Privateigentums und sein Verhältnis zum wahrhaft menschlichen Eigentum.

In zwei Bestandteile, die sich wechselseitig bedingen oder die nur verschiedne Ausdrücke eines und desselben Verhältnisses sind, hat sich uns die entäußerte Arbeit aufgelöst, die
Aneignung
erscheint als
Entfremdung,
als
Entäußerung,
und die
Entäußerung als Aneignung,
die
Entfremdung
als die wahre
Einbürgerung.

Wir haben die eine Seite betrachtet, die
entäußerte
Arbeit in bezug auf den
Arbeiter
selbst, d. h. das
Verhältnis der entäußerten Arbeit zu sich selbst.
Als Produkt, als notwendiges Resultat dieses Verhältnisses haben wir das
Eigentumsverhältnis des Nichtarbeiters
zum
Arbeiter und der Arbeit
gefunden. Das
Privateigentum,
als der materielle, resümierte Ausdruck der entäußerten Arbeit, umfaßt beide Verhältnisse, das
Verhältnis des Arbeiters zur Arbeit und zum Produkt seiner Arbeit
und zum
Nichtarbeiter
und das Verhältnis des
Nichtarbeiters zum Arbeiter
und
dem Produkt seiner Arbeit.

Wenn wir nun gesehn haben, daß in bezug auf den Arbeiter, welcher sich durch die Arbeit die Natur aneignet, die Aneignung als Entfremdung erscheint, die Selbsttätigkeit als Tätigkeit für einen andern und als Tätigkeit eines andern, die Lebendigkeit als Aufopferung des Lebens, die Produktion des Gegenstandes als Verlust des Gegenstandes an eine fremde Macht, an einen
fremden
Menschen, so betrachten wir nun das Verhältnis dieses der Arbeit und dem Arbeiter
fremden
Menschen zum Arbeiter, Zur Arbeit und ihrem Gegenstand.

Zunächst ist zu bemerken, daß alles, was bei dem Arbeiter als
Tätigkeit der Entäußerung, der Entfremdung,
bei dem Nichtarbeiter als
Zustand der Entäußerung, der Entfremdung,
erscheint.

Zweitens, daß das
wirkliche, praktische Verhalten
des Arbeiters in der Produktion und zum Produkt (als Gemütszustand) bei dem ihm gegenüberstehenden Nichtarbeiter als
theoretisches
Verhalten erscheint.

||XXVII| Drittens. Der Nichtarbeiter tut alles gegen den Arbeiter, was der Arbeiter gegen sich selbst tut, aber er tut nicht gegen sich selbst, was er gegen den Arbeiter tut.

Betrachten wir näher diese drei Verhältnisse.
[3*]
|XXVII||

Redaktionelle Fußnoten

1*.
Nach diesem Absatz in der Handschrift gestrichen: Wir haben uns jetzt nach dem Wesen der geschilderten materiellen Bewegung des Eigentums umzusehn.

2*.
In der Handschrift: Menschen

3*.
Hier bricht der Text des unvollendet gebliebenen ersten Manuskripts ab

## [ZWEITES MANUSKRIPT]

### [Das Verhältnis des Privateigentums]

... ||XL| Zinsen seines Kapitals bildet
[1*]
. An dem Arbeiter existiert es also subjektiv, daß das Kapital der sich ganz abhanden gekommene Mensch ist, wie es am Kapital objektiv existiert, daß die Arbeit der sich abhanden gekommene Mensch ist. Der
Arbeiter
hat aber das Unglück, ein
lebendiges
und daher
bedürftiges Kapital
zu sein, das jeden Augenblick, wo es nicht arbeitet, seine Zinsen und damit seine Existenz verliert. Als Kapital steigt [der] Wert des Arbeiters nach Nachfrage und Zufuhr, und auch physisch ward und wird gewußt sein
Dasein
, sein
Leben
[als] eine Zufuhr von
Ware
wie jeder andren Ware. Der Arbeiter produziert das Kapital, das Kapital produziert ihn, er also sich selbst, und der Mensch als
Arbeiter
, als
Ware
, ist das Produkt der ganzen Bewegung. Dem Menschen, der nichts mehr ist als
Arbeiter
, und als Arbeiter sind seine menschlichen Eigenschaften nur da, insofern sie für das ihm
fremde
Kapital da sind. Weil sich aber beide fremd sind, daher in einem gleichgültigen, äußerlichen und zufälligen Verhältnisse stehn, so mußte diese Fremdheit auch als
wirklich
erscheinen. Sobald es also dem Kapital einfallt – notwendiger oder willkürlicher Einfall –, nicht mehr für den Arbeiter zu sein, ist er selbst nicht mehr für sich, er hat
keine
Arbeit, darum
keinen
Lohn, und da er nicht
als Mensch
, sondern
als Arbeiter
Dasein hat, so kann er sich begraben lassen, verhungern etc. Der Arbeiter ist nur als Arbeiter da, sobald er
für sich
als Kapital da ist, und er ist nur als Kapital da, sobald ein
Kapital für ihn
da ist. Das Dasein des Kapitals ist sein Dasein, sein Leben, wie es den Inhalt seines Lebens auf eine ihm gleichgültige Weise bestimmt. Die Nationalökonomie kennt daher nicht den unbeschäftigten Arbeiter, den Arbeitsmenschen, soweit er sich außer diesem Arbeitsverhältnis befindet. Der Spitzbube, Gauner, Bettler, der unbeschäftigte, der verhungernde, der elende und verbrecherische Arbeitsmensch sind
Gestalten
, die nicht
für sie
, sondern nur für andre Augen, für die des Arztes, des Richters, des Totengräbers und Bettelvogts etc. existieren, Gespenster außerhalb ihres Reichs. Die Bedürfnisse des Arbeiters sind daher für sie nur das
Bedürfnis, ihn während der Arbeit
zu unterhalten, und so weit, daß das
Arbeitergeschlecht
nicht aus[sterbe]. Der Arbeitslohn hat daher ganz denselben Sinn wie die
Unterhaltung, Instanderhaltung
jedes andren produktiven Instruments, wie die
Konsumtion
des
Kapitals
überhaupt, deren es bedarf, um sich mit Zinsen zu reproduzieren, wie das Öl, welches an die Räder verwandt wird, um sie in Bewegung zu halten. Der Arbeitslohn gehört daher zu den nötigen
Kosten
des Kapitals und des Kapitalisten und darf das Bedürfnis dieser Not nicht überschreiten. Es war daher ganz konsequent, wenn englische Fabrikherrn vor der Amendment bill von 1834
die öffentlichen Almosen, die der Arbeiter vermittelst der Armentaxe empfing, von seinem Arbeitslohn abzogen und als einen integrierenden Teil desselben betrachteten.

Die Produktion produziert den Menschen nicht nur als eine
Ware
, die
Menschenware
, den Menschen in der Bestimmung der
Ware
, sie produziert ihn, dieser Bestimmung entsprechend, als ein ebenso geistig wie körperlich
entmenschtes
Wesen. – Immoralität, Mißgeburt, Hebetismus der Arbeiter und der Kapitalisten. – Ihr Produkt ist die
selbstbewußte
und
selbsttätige Ware
, ... die
Menschenware
... Großer Fortschritt von Ricardo, Mill etc. gegen Smith und Say, das
Dasein
des Menschen – die größre oder kleinre Menschenproduktivität der Ware – als
gleichgültig
und sogar
schädlich
zu erklären. Nicht, wieviel Arbeiter ein Kapital unterhalte, sondern wieviel Zinsen es bringe, die Summe der jährlichen
Ersparungen
sei der wahre Zweck der Produktion. Es war ebenfalls ein großer und konsequenter Fortschritt der neueren ||XLI| englischen Nationalökonomie, daß sie – welche die
Arbeit
zum
einzigen
Prinzip der Nationalökonomie erhebt – zugleich mit völliger Klarheit das
umgekehrte
Verhältnis zwischen dem Arbeitslohn und den Zinsen des Kapitals auseinandersetzte und daß der Kapitalist in der Regel
nur
durch die Herabdrückung des Arbeitslohns, wie umgekehrt, gewinnen könne. Nicht die Übervorteilung des Konsumenten, sondern die wechselseitige Übervorteilung von Kapitalist und Arbeiter sei das
normale
Verhältnis. – Das Verhältnis des Privateigentums enthält in sich latent das Verhältnis des Privateigentums als
Arbeit
, wie das Verhältnis desselben als
Kapital
und die
Beziehung
dieser beiden Ausdrücke aufeinander. Die Produktion der menschlichen Tätigkeit als
Arbeit
, also als einer sich ganz fremden, dem Menschen und der Natur, daher dem Bewußtsein und der Lebensäußerung ganz fremden Tätigkeit, die
abstrakte
Existenz des Menschen als eines bloßen
Arbeitsmenschen
, der daher täglich aus seinem erfüllten Nichts in das absolute Nichts, sein gesellschaftliches und darum sein wirkliches Nichtdasein hinabstürzen kann – wie andrerseits die Produktion des Gegenstandes der menschlichen Tätigkeit als
Kapital
, worin alle natürliche und gesellschaftliche Bestimmtheit des Gegenstandes
ausgelöscht
ist, das Privateigentum seine natürliche und gesellschaftliche Qualität (also alle politischen und geselligen Illusionen verloren hat und mit keinen
scheinbar
menschlichen Verhältnissen vermischt ist) verloren hat – worin auch
dasselbe
Kapital in dem verschiedenartigsten natürlichen und gesellschaftlichen Dasein
dasselbe
bleibt, vollkommen gleichgültig gegen seinen
wirklichen
Inhalt ist – dieser Gegensatz auf die Spitze getrieben ist notwendig die Spitze, die Höhe und der Untergang des ganzen Verhältnisses.

Es ist daher wieder eine große Tat der neuern englischen Nationalökonomie, die Grundrente als den Unterschied der Zinsen des schlechtesten der Kultur angehörigen Landes und der des besten Kulturlandes angegeben, die romantischen Einbildungen des Grundeigentümers – seine angeblich soziale Wichtigkeit und die Identität seines Interesses mit dem Interesse der Gesellschaft, die noch nach den Physiokraten
Adam Smith
behauptet – [nachgewiesen]
[2*]
und die Bewegung der Wirklichkeit antizipiert und vorbereitet zu [haben]
[3*]
, die den Grundeigentümer in einen ganz gewöhnlichen, prosaischen Kapitalisten verwandeln, dadurch den Gegensatz vereinfachen, zuspitzen und damit seine Auflosung beschleunigen wird. Die
Erde
als
Erde
, die
Grundrente
als
Grundrente
haben damit ihren
Standesunterschied
verloren und sind zum nichtssagenden oder vielmehr nur geldsagenden
Kapital
und
Interesse
geworden. – Der
Unterschied
von Kapital und Erde, von Gewinn und Grundrente, wie beider vom Arbeitslohn, von der
Industrie
, von der
Agrikultur
, [von] dem
unbeweglichen
und
beweglichen
Privateigentum ist ein noch
historischer
, nicht im Wesen der Sache begründeter Unterschied, ein fixiertes geschichtliches Bildungs- und Entstehungsmoment des Gegensatzes von Kapital und Arbeit. In der Industrie etc. im Gegensatz zum unbeweglichen Grundeigentum ist nur die Entstehungsweise und der Gegensatz, in dem sich die Industrie zur Agrikultur ausgebildet hat, ausgedruckt. Als eine
besondre
Art der Arbeit, als ein
wesentlicher, gewichtiger
, das
Leben umfassender
Unterschied besteht dieser Unterschied nur, solange die Industrie (das Stadtleben)
gegenüber
dem Landbesitz (dem adligen Feudal-
[4*]
Leben) sich bildet und noch den feudalen Charakter ihres Gegensatzes an sich selbst in der Form des Monopols, Zunft, Gilde, Korporation etc. trägt, innerhalb welcher Bestimmungen die Arbeit noch eine
scheinbar gesellschaftliche
Bedeutung, noch die Bedeutung des
wirklichen
Gemeinwesens hat, noch nicht zur
Gleichgültigkeit
gegen ihren Inhalt und zum völligen Sein für sich selbst, d.h. zur Abstraktion von allem andren Sein, und darum auch noch nicht zum
freigelaßnen
Kapital fortgegangen ist.

||XLII| Aber die notwendige
Entwicklung
der Arbeit ist die freigelaßne, als solche für sich konstituierte
Industrie
und das
freigelaßne Kapital
. Die Macht der Industrie über ihren Gegensatz zeigt sich sogleich in der Entstehung der
Agrikultur
als einer wirklichen Industrie, während sie früher die Hauptarbeit dem Boden überließ und dem
Sklaven
dieses Bodens, durch welchen dieser sich selbst baute. Mit der Verwandlung des Sklaven in einen
freien
Arbeiter, d.h. in einen
Söldling
, ist der Grundherr an sich in einen Industrieherrn, einen Kapitalisten verwandelt, eine Verwandlung, die zunächst durch das Mittelglied des
Pächters
geschieht. Aber der
Pächter
ist der Repräsentant, das offenbarte
Geheimnis
des Grundeigentümers; nur durch ihn ist
sein nationalökonomisches
Dasein, sein Dasein als Privateigentümer – denn die Grundrente seiner Erde ist nur durch die Konkurrenz der Pächter. – Also
ist
der Grundherr wesentlich schon im
Pächter
ein
gemeiner
Kapitalist geworden. Und dies muß sich auch in der Wirklichkeit vollziehn, der Agrikultur treibende Kapitalist – der Richter – muß Grundherr werden oder umgekehrt. Der
Industrieschacher
des Pächters ist der des
Grundeigentümers
, denn das Sein des ersten setzt das Sein des zweiten. –

Aber ihrer gegensätzlichen Entstehung sich erinnernd, ihrer Herkunft – der Grundeigentümer weiß den Kapitalisten als seinen übermütigen, freigelaßnen, bereicherten Sklaven von gestern und sieht sich selbst als
Kapitalist
durch jenen bedroht – der Kapitalist weiß den Grundeigentümer als den nichtstuenden und grausamen egoistischen
[5*]
Herrn von gestern, er weiß, daß er ihn als Kapitalist beeinträchtigt, doch der Industrie seine ganze jetzige gesellschaftliche Bedeutung, seine Habe und seinen Genuß verdankt, er sieht in ihm einen Gegensatz der
freien
Industrie und des
freien
, von jeder Naturbestimmung unabhängigen Kapitals – dieser Gegensatz ist höchst bitter und sagt sich wechselseitig die Wahrheit. Man braucht nur die Angriffe des unbeweglichen Eigentums auf das bewegliche und umgekehrt zu lesen, um sich von ihrer wechselseitigen Nichtswürdigkeit ein anschauliches Bild zu verschaffen. Der Grundeigentümer macht den Geburtsadel seines Eigentums, die feudalen Souvenirs, Reminiszenzen
[6*]
, die Poesie der Erinnerung, sein schwärmerisches Wesen, seine politische Wichtigkeit etc. geltend, und wenn sie nationalökonomisch sprechen: der Landbau sei
allein
produktiv. Er schildert zugleich seinen Gegner als einen schlauen, feilbietenden, mäkelnden, betrügerischen, habsüchtigen, verkäuflichen, empörungssüchtigen, Herz- und Geistlosen, dem Gemeinwesen entfremdeten und frei es verschachernden, wuchernden, kuppelnden, sklavischen, geschmeidigen, schöntuenden, prellenden, trockenen, die Konkurrenz und daher den Pauperismus und den verbrechenden, die Auflösung aller sozialen Bande erzeugenden, nährenden, hätschelnden
Geldschurken
ohne Ehre, ohne Grundsätze, ohne Poesie, ohne Substanz, ohne alles. (Siehe unter andern den Physiokraten
Bergasse
, den Camille Desmoulins schon in seinem Journal:
Révolutions de France et de Brabant
geißelt, siehe v. Vincke, Lancizolle, Hailer, Leo, Kosegarten
[A]
und siehe
Sismondi
.) Das bewegliche Eigentum seinerseits zeigt auf die Wunder der Industrie und der Bewegung, es ist das Kind der modernen Zeit und ihr berechtigter eingeborener Sohn; es bedauert seinen Gegner als einen über sein Wesen
unaufgeklärten
(und das ist vollkommen richtig) Schwachkopf, der an die Stelle des moralischen Kapitals und der freien Arbeit die rohe unmoralische Gewalt und die Leibeigenschaft setzen wolle; es schildert ihn als einen Don Quixote, der unter dem Schein der
Gradheit, Biederheit
, des
allgemeinen Interesses
, des
Bestandes
die Bewegungsunfähigkeit, die habsüchtige Genußsucht, die Selbstsucht, das Sonderinteresse, die schlechte Absicht verstecke; es erklärt ihn für einen durchtriebnen
Monopolisten
; seine Reminiszenzen, seine Poesie, seine Schwärmerei dampft es durch eine historische und sarkastische Aufzahlung der Niederträchtigkeit, Grausamkeit, Wegwerfung, Prostitution, Infamie, Anarchie, Empörung, deren Werkstätten die romantischen Schlösser waren.

||XLIII| Es habe der Welt die politische Freiheit verschafft, die Fesseln der bürgerlichen Gesellschaft gelost, die Welten miteinander verbunden, den menschenfreundlichen Handel, die reine Moral, die gefällige Bildung geschaffen; es habe dem Volk statt seiner rohen zivilisierte Bedürfnisse und die Mittel ihrer Befriedigung gegeben, während der Grundeigentümer – dieser untätige und nur genante Kornwucherer – dem Volk die ersten Lebensmittel verteure, dadurch den Kapitalisten zwinge, den Arbeitslohn zu erhöhen, ohne die Produktionskraft erhöhen zu können, so das jährliche Einkommen der Nation, die Akkumulation der Kapitalien, also die Möglichkeit, dem Volk Arbeit und dem Land Reichtum zu verschaffen, verhindre, endlich ganz aufhebe, einen allgemeinen Untergang herbeiführe und
alle
Vorteile der modernen Zivilisation wucherisch ausbeute, ohne das Geringste für sie zu tun und gar ohne von seinen Feudalvorurteilen abzulassen. Endlich solle er nur auf seinen
Pächter
sehn – er, für den der Landbau und der Boden selbst nur als eine ihm geschenkte Geldquelle existiert – und er solle sagen, oh er nicht ein
biedrer, phantastischer, schlauer
Schurke sei, der im Herzen und der Wirklichkeit nach der
freien
Industrie und dem
lieblichen
Handel schon langst angehöre, sosehr er sich auch dagegen sträube und soviel er von historischen Erinnerungen und sittlichen oder politischen Zwecken plaudere. Alles, was es wirklich zu seinen Gunsten vorbringe, sei nur wahr für den
Landbauer
(den Kapitalisten und die Arbeitsknechte), deren
Feind
vielmehr der
Grundeigentümer
sei; er beweise also gegen sich selbst.
Ohne
Kapital sei das Grundeigentum tote, wertlose Materie. Sein zivilisierter Sieg sei es eben, an die Stelle des toten Dings die menschliche Arbeit als Quelle des Reichtums entdeckt und geschaffen zu haben. (Siehe Paul-Louis Courier, St. Simon, Ganilh, Ricardo, Mill, MacCulloch und Destutt de Tracy und Michel Chevalier.)

Aus dem
wirklichen
Lauf der Entwicklung (hier einzufügen) folgt der notwendige Sieg des
Kapitalisten
, d.h. des ausgebildeten Privateigentums über das unausgebildete, halbe, den
Grundeigentümer
, wie überhaupt schon die Bewegung über die Unbeweglichkeit, die offene, selbstbewußte Gemeinheit über die versteckte und bewußtlose, die
Habsucht
über die
Genußsucht
, der eingestanden rastlose, vielgewandte Eigennutz der
Aufklärung
über den lokalen, weltklugen, biederen, trägen und phantastischen
Eigennutz des Aberglaubens
, wie das
Geld
über die andre Form des Privateigentums siegen muß. –

Die Staaten, welche etwas von der Gefahr der vollendeten freien Industrie, der vollendeten reinen Moral und dem vollendeten menschenfreundlichen Handel ahnen, suchen die Kapitalisierung des Grundeigentums – aber ganz vergeblich – aufzuhalten. –

Das
Grundeigentum
, in seinem Unterschied von dem Kapital, ist das Privateigentum, das Kapital noch von
lokalen
und politischen Vorurteilen behaftet, das noch nicht ganz aus seiner Verstrickung mit der Welt zu sich selbst gekommene, das noch
unvollendete
Kapital. Es muß im Laufe seiner
Weltbildung
zu seinem abstrakten, d.h.
reinen
Ausdruck gelangen. –

Das Verhältnis des
Privateigentums
ist Arbeit, Kapital und die Beziehung beider. Die Bewegung, die diese Glieder zu durchlaufen haben, sind:

Erstens
–
unmittelbare
oder
vermittelte Einheit beider
.

Kapital und Arbeit erst noch vereint; dann zwar getrennt und entfremdet, aber sich wechselseitig als
positive
Bedingungen hebend und fordernd.

[
Zweitens
–]
Gegensatz beider.
Schließen sich wechselseitig aus; der Arbeiter weiß den Kapitalisten und umgekehrt als sein Nichtdasein; jeder sucht dem andren sein Dasein zu entreißen.

[
Drittens
–]
Gegensatz
jedes
gegen
sich selbst. Kapital = aufgehäufter Arbeit = Arbeit. Als solche zerfallend in
sich
und seine
Zinsen
, wie diese wieder in
Zinsen und Gewinn
. Restlose Aufopferung des Kapitalisten. Er fällt in die Arbeiterklasse, wie der Arbeiter – aber nur ausnahmsweise – Kapitalist wird. Arbeit als Moment des Kapitals, seine
Kosten
. Also der Arbeitslohn ein Opfer des Kapitals.

Arbeit zerfallen in
sich
und den
Arbeitslohn
. Arbeiter selbst ein Kapital, eine Ware.

Feindlicher wechselseitiger Gegensatz.
|XLIII||

Fußnote von Marx

A.
Auf der andern Seite den gespreizten althegelschen Theologen
Funke
, der mit Tränen in den Augen nach Herrn Leo erzählt, wie ein Sklave, bei der Aufhebung der Leibeigenschaft, sich geweigert habe, aufzuhören ein
adliges Eigentum
zu sein. Siehe auch
Justus Mösers patriotische Phantasien
, die sich dadurch auszeichnen, daß sie nicht einen Augenblick [...]
[7*]
den biedern, kleinbürgerlichen „
hausbackenen
„,
gewöhnlichen
, bornierten Horizont des Philisters verlassen und dennoch
reine
Phantastereien sind. Dieser Widerspruch hat sie so ansprechend für das deutsche Gemüt gemacht.

Redaktionelle Fußnoten

1*.
Mit diesen Worten beginnt die Seite XL des zweiten Manuskripts; die vorhergehenden Seiten sind nicht erhalten geblieben

2*.
Manuskript beschädigt

3*.
Manuskript beschädigt

4*.
„Feudal“ steht in der Handschrift über „adligen“

5*.
„egoistischen“ steht in der Handschrift über „grausamen“

6*.
„Reminiszenzen“ steht in der Handschrift über „Souvenirs“

7*.
In der Handschrift einige Wörter nicht zu entziffern

Anmerkung

17.

Amendment bill von 1834
– das am 14. August 1834 in Kraft getretene Gesetz zur Reform des Armenwesens, „An act for the amendment and better administration of the laws, relating to the poor in England and Wales“, das nur eine Form der Hilfe für die Armen zuließ – ihre Unterbringung in Arbeitshäusern (vgl. Marx/Engels,
Werke
, Bd.2, S.496-502).

## [DRITTES MANUSKRIPT]

### [Privateigentum und Arbeit]

||I|
ad pag.
XXXVI.
Das
subjektive Wesen
des Privateigentums, das
Privateigentum
als für sich seiende Tätigkeit, als
Subjekt
, als
Person
ist die
Arbeit
. Es versteht sich also, daß erst die Nationalökonomie, welche die
Arbeit
als ihr Prinzip erkannte –
Adam Smith
–, also nicht mehr das Privateigentum nur mehr als einen
Zustand
außer dem Menschen wußte –, daß diese Nationalökonomie sowohl als ein Produkt der wirklichen
Energie
und
Bewegung
des Privateigentums (sie ist die für sich im Bewußtsein gewordne selbständige Bewegung des Privateigentums, die moderne Industrie als Selbst) zu betrachten ist, als ein Produkt der modernen
Industrie
, wie sie andrerseits die Energie und Entwicklung dieser
Industrie
beschleunigt, verherrlicht, zu einer Macht des
Bewußtseins
gemacht hat. Als
Fetischdiener
, als
Katholiken
erscheinen daher dieser aufgeklärten Nationalökonomie, die das
subjektive Wesen
des Reichtums – innerhalb des Privateigentums – entdeckt hat, die Anhänger des Geld- und Merkantilsystems, welche das Privateigentum als ein
nur gegenständliches
Wesen für den Menschen wissen.
Engels
hat daher mit Recht
Adam Smith
den
nationalökonomischen Luther
genannt.
Wie Luther als das Wesen der äußerlichen
Welt
die
Religion
, den
Glauben
erkannte und daher dem katholischen Heidentum gegenübertrat, wie er die
äußere
Religiosität aufhob, indem er die Religiosität zum
innern
Wesen des Menschen machte, wie er die außer dem Laien vorhandnen Pfaffen negierte, weil er den Pfaffen in das Herz der Laien versetzte, so wird der außer dem Menschen befindliche und von ihm unabhängige – also nur auf eine äußerliche Weise zu erhaltende und zu behauptende – Reichtum aufgehoben, d.h., diese seine
äußerliche gedankenlose Gegenständlichkeit
wird aufgehoben, indem sich das Privateigentum inkorporiert im Menschen selbst und der Mensch selbst als sein Wesen erkannt – aber darum der Mensch selbst in der Bestimmung des Privateigentums wie bei Luther der Religion gesetzt wird. Unter dem Schein einer Anerkennung des Menschen ist also die Nationalökonomie, deren Prinzip die Arbeit, vielmehr nur die konsequente Durchführung der Verleugnung des Menschen, indem er selbst nicht mehr in einer äußerlichen Spannung zu dem äußerlichen Wesen des Privateigentums steht, sondern er selbst dies gespannte Wesen des Privateigentums geworden ist. Was früher
Sichäußerlichsein
, reale Entäußerung des Menschen, ist nur zur Tat der Entäußerung, zur Veräußerung geworden. Wenn also jene Nationalökonomie unter dem Schein der Anerkennung des Menschen, seiner Selbständigkeit, Selbsttätigkeit etc. beginnt und, wie sie in das Wesen des Menschen selbst das Privateigentum versetzt, nicht mehr durch die lokalen, nationalen etc.
Bestimmungen des Privateigentums
als eines
außer ihr existierenden Wesens
bedingt sein kann, also eine
kosmopolitische
, allgemeine, jede Schranke, jedes Band umwerfende Energie entwickelt, um sich als die
einzige
Politik, Allgemeinheit, Schranke und Band an die Stelle zu setzen – so muß sie bei weitrer Entwicklung diese
Scheinheiligkeit
abwerfen, in ihrem
ganzen Zynismus
hervortreten, und sie tut dies, indem sie – unbekümmert um alle scheinbaren Widersprüche, worin diese Lehre sie verwickelt – viel
einseitiger
, darum
schärfer
und
konsequenter
die
Arbeit
als das einzige
Wesen des Reichtums
entwickelt, die Konsequenzen dieser Lehre im Gegensatz zu jener ursprünglichen Auffassung vielmehr als
menschenfeindliche
nachweist und endlich dem letzten,
individuellen, natürlichen
, unabhängig von der Bewegung der Arbeit existierenden Dasein des Privateigentums und Quelle des Reichtums – der
Grundrente
, diesem schon ganz nationalökonomisch gewordnen und daher gegen die Nationalökonomie widerstandsunfähigen Ausdruck des Feudaleigentums – den Todesstoß gibt. (Schule des
Ricardo
.) Nicht nur wächst der
Zynismus
der Nationalökonomie relativ von Smith über Say bis zu Ricardo, Mill etc., insofern die Konsequenzen der
Industrie
den letztern entwickelter und widerspruchsvoller vor die Augen treten, sondern auch positiv gehn sie immer und mit Bewußtsein weiter in der Entfremdung gegen den Menschen als ihr Vorgänger, aber
nur
, weil ihre Wissenschaft sich konsequenter und wahrer entwickelt. Indem sie das Privateigentum in seiner tätigen Gestalt zum Subjekt machen, also zugleich den Menschen zum Wesen und zugleich den Menschen als ein Unwesen zum Wesen machen, so entspricht der Widerspruch der Wirklichkeit vollständig dem widerspruchsvollen Wesen, das sie als Prinzip erkannt haben. Die zerrißne ||II|
Wirklichkeit
der
Industrie
bestätigt ihr
in sich zerrißnes
Prinzip, weit entfernt, es zu widerlegen. Ihr Prinzip ist ja das Prinzip dieser Zerrissenheit. –

Die physiokratische Lehre von
Dr. Quesnay
bildet den Übergang aus dem Merkantilsystem zu Adam Smith. Die
Physiokratie
ist unmittelbar die
nationalökonomische
Auflösung des Feudaleigentums, aber darum ebenso unmittelbar die
nationalökonomische Umwandlung
, Wiederherstellung desselben, nur daß seine Sprache nun nicht mehr feudal, sondern ökonomisch wird. Aller Reichtum wird aufgelöst in die
Erde
und den
Landbau
(Agrikultur). Die Erde ist noch nicht
Kapital
, sie ist noch eine
besondre
Daseinsweise desselben, die in ihrer und um ihrer natürlichen Besonderheit
willen
gelten soll; aber die Erde ist doch ein allgemeines, natürliches
Element
, während das Merkantilsystern nur das
edle Metall
als Existenz des Reichtums kennt. Der
Gegenstand
des Reichtums, seine Materie, hat also sogleich die höchste Allgemeinheit innerhalb der
Naturgrenze
– insofern er noch als
Natur
unmittelbar gegenständlicher Reichtum ist – erhalten. Und die Erde ist nur durch die Arbeit, die Agrikultur für den
Menschen
. Also wird schon das subjektive Wesen des Reichtums in die Arbeit versetzt. Aber zugleich ist die Agrikultur die
einzig produktive
Arbeit. Also ist die Arbeit noch nicht in ihrer Allgemeinheit und Abstraktion gefaßt, sie ist noch an ein besondres
Naturelement als ihre Materie
gebunden, sie ist daher auch nur noch in einer
besonderen naturbestimmten Daseinsweise
erkannt. Sie ist daher erst eine
bestimmte, besondre
Entäußerung des Menschen, wie ihr Produkt noch als ein bestimmter – mehr noch der Natur als ihr selbst anheimfallender – Reichtum gefaßt ist. Die Erde wird hier noch als von Menschen unabhängiges Naturdasein anerkannt, noch nicht als Kapital, d.h. als ein Moment der Arbeit selbst. Vielmehr erscheint die Arbeit als
ihr
Moment. Indem aber der Fetischismus des alten äußerlichen, nur als Gegenstand existierenden Reichtums auf ein sehr einfaches Naturelement reduziert und sein Wesen schon, wenn auch erst teilweise, auf eine besondre Weise in seiner subjektiven Existenz anerkannt ist, ist der notwendige Fortschritt, daß das
allgemeine Wesen
des Reichtums erkannt und daher die
Arbeit
in ihrer vollständigen Absolutheit, d.h. Abstraktion, zum
Prinzip
erhoben wird. Es wird der Physiokratie bewiesen, daß die
Agrikultur
in ökonomischer Hinsicht, also der einzig berechtigten, von keiner andren Industrie verschieden sei, also nicht eine
bestimmte
Arbeit, eine an ein besondres Element gebundne, eine besondre Arbeitsäußerung, sondern die
Arbeit überhaupt
das
Wesen
des Reichtums sei.

Die Physiokratie leugnet den
besondren
äußerlichen, nur gegenständlichen Reichtum, indem sie die Arbeit für sein
Wesen
erklärt. Aber zunächst ist die Arbeit für sie nur das
subjektive Wesen
des Grundeigentums (sie geht von der Art des Eigentums aus, welche historisch als die herrschende und anerkannte erscheint); sie läßt nur das Grundeigentum zum
entäußerten Menschen
werden. Sie hebt seinen Feudalcharakter auf, indem sie die
Industrie
(Agrikultur) für sein
Wesen
erklärt; aber sie verhält sich leugnend zur Welt der Industrie, sie erkennt das Feudalwesen an, indem sie die
Agrikultur
für die
einzige
Industrie erklärt.

Es versteht sich, daß, sobald nun das
subjektive Wesen
der im Gegensatz zum Grundeigentum, d.h. als Industrie, sich konstituierenden Industrie, gefaßt wird, dieses Wesen jenen seinen Gegensatz in sich einschließt. Denn wie die Industrie das aufgehobne Grundeigentum, so umfaßt ihr
subjektives
Wesen zugleich
sein
subjektives Wesen.

Wie das Grundeigentum die erste Form des Privateigentums ist, wie die Industrie ihr bloß als eine besondre Art des Eigentums zunächst historisch entgegentritt – oder vielmehr der freigelaßne Sklave des Grundeigentums ist –, so wiederholt sich bei der wissenschaftlichen Erfassung des
subjektiven
Wesens des Privateigentums, der
Arbeit
, dieser Prozeß, und die Arbeit erscheint zuerst nur als
Landbauarbeit
, macht sich dann aber als
Arbeit
überhaupt geltend.

||III| Aller Reichtum ist zum
industriellen
Reichtum, zum
Reichtum
der Arbeit geworden, und die
Industrie
ist die vollendete Arbeit, wie das
Fabrikwesen
das ausgebildete Wesen der
Industrie
, d.h. der Arbeit ist und das
industrielle Kapital
die vollendete objektive Gestalt des Privateigentums ist. –

Wir sehn, wie auch nun erst das Privateigentum seine Herrschaft über den Menschen vollenden und in allgemeinster Form zur weltgeschichtlichen Macht werden kann. –

Anmerkungen

18.
Es folgt hier ein Nachtrag zu dem verlorengegangenen Text des zweiten Manuskriptes.

19.
Siehe Friedrich Engels,
Umrisse zu einer Kritik der Nationalökonomie
(Marx/Engels,
Werke
, Band 1, S.503).

### [Privateigentum und Kommunismus]

*
ad pag
. XXXIX.
Aber der Gegensatz von
Eigentumslosigkeit
und
Eigentum
ist ein noch indifferenter, nicht in seiner
tätigen Beziehung
, seinem
innern
Verhältnis, noch nicht als
Widerspruch
gefaßter Gegensatz, solange er nicht als der Gegensatz der
Arbeit
und des
Kapitals
begriffen wird. Auch ohne die fortgeschrittne Bewegung des Privateigentums, im alten Rom, in der Türkei etc., kann dieser Gegensatz in der
ersten
Gestalt sich aussprechen. So
erscheint
er noch nicht als durch das Privateigentum selbst gesetzt. Aber die Arbeit, das subjektive Wesen des Privateigentums als Ausschließung des Eigentums, und das Kapital, die objektive Arbeit als Ausschließung der Arbeit, ist das
Privateigentum
als sein entwickeltes Verhältnis des Widerspruchs, darum ein energisches, zur Auflosung treibendes Verhältnis.

ad ibidem
.
Die Aufhebung der Selbstentfremdung macht denselben Weg wie die Selbstentfremdung. Erst wird das
Privateigentum
nur in seiner objektiven Seite – aber doch die Arbeit als sein Wesen – betrachtet. Seine Daseinsform ist daher das
Kapital
, das „als solches“ aufzuheben ist (Proudhon). Oder die
besondre Weise
der Arbeit – als nivellierte, parzellierte und darum unfreie Arbeit – wird als die Quelle der
Schädlichkeit
des Privateigentums und seines menschenentfremdeten Daseins gefaßt –
Fourier
, der den Physiokraten entsprechend auch wieder die
Landbauarbeit
wenigstens als die
ausgezeichnete
faßt, während
St. Simon
im Gegensatz die
Industriearbeit
als solche für das Wesen erklärt und nun auch die
alleinige
Herrschaft der Industriellen und die Verbesserung der Lage der Arbeiter begehrt. Der
Kommunismus
endlich ist der
positive
Ausdruck des aufgehobnen Privateigentums, zunächst das
allgemeine
Privateigentum. Indem er dies Verhältnis in seiner
Allgemeinheit
faßt, ist er

1. in seiner ersten Gestalt nur eine
Verallgemeinerung
und
Vollendung
desselben; als solche zeigt er sich in doppelter Gestalt: einmal ist die Herrschaft des
sachlichen
Eigentums so groß ihm gegenüber, daß er
alles
vernichten will, was nicht fähig ist, als
Privateigentum
von allen besessen [zu] werden; er will auf
gewaltsame
Weise von Talent etc. abstrahieren. Der physische, unmittelbare
Besitz
gilt ihm als einziger Zweck des Lebens und Daseins; die Bestimmung des
Arbeiters
wird nicht aufgehoben, sondern auf alle Menschen ausgedehnt; das Verhältnis des Privateigentums bleibt das Verhältnis der Gemeinschaft zur Sachenwelt; endlich spricht sich diese Bewegung, dem Privateigentum das allgemeine Privateigentum entgegenzustellen, in der tierischen Form aus, daß der
Ehe
(welche allerdings eine
Form
des
exklusiven Privateigentums
ist) die
Weibergemeinschaft
, wo also das Weib zu einem
gemeinschaftlichen
und
gemeinen
Eigentum wird, entgegengestellt wird. Man darf sagen, daß dieser Gedanke der
Weibergemeinschaft
das
ausgesprochne Geheimnis
dieses noch ganz rohen und gedankenlosen Kommunismus ist. Wie das Weib aus der Ehe in die allgemeine Prostitution, so tritt die ganze Welt des Reichtums, d.h. des gegenständlichen Wesens des Menschen, aus dem Verhältnis der exklusiven Ehe mit dem Privateigentümer in das Verhältnis der universellen Prostitution mit der Gemeinschaft. Dieser Kommunismus – indem er die
Persönlichkeit
des Menschen überall negiert – ist eben nur der konsequente Ausdruck des Privateigentums, welches diese Negation ist. Der allgemeine und als Macht sich konstituierende
Neid
ist die versteckte Form, in welcher die
Habsucht
sich herstellt und nur auf eine
andre
Weise sich befriedigt. Der Gedanke jedes Privateigentums als eines solchen ist
wenigstens
gegen das
reichere
Privateigentum als Neid und Nivellierungssucht gekehrt, so daß diese sogar das Wesen der Konkurrenz ausmachen. Der rohe Kommunist ist nur die Vollendung dieses Neides und dieser Nivellierung von dem
vorgestellten
Minimum aus. Er hat ein
bestimmtes begrenztes
Maß. Wie wenig diese Aufhebung des Privateigentums eine wirkliche Aneignung ist, beweist eben die abstrakte Negation der ganzen Welt der Bildung und der Zivilisation, die Rückkehr zur
unnatürlichen
||IV| Einfachheit des
armen
, rohen und bedürfnislosen Menschen, der nicht über das Privateigentum hinaus, sondern noch nicht einma1 bei demselben angelangt ist.

Die Gemeinschaft ist nur eine Gemeinschaft der
Arbeit
und die Gleichheit des
Salairs
, den das gemeinschaftliche Kapital, die
Gemeinschaft
als der allgemeine Kapitalist, auszahlt. Beide Seiten des Verhältnisses sind in eine
vorgestellte
Allgemeinheit erhoben, die
Arbeit
als die Bestimmung, in welcher jeder gesetzt ist, das
Kapital
als die anerkannte Allgemeinheit und Macht der Gemeinschaft.

In dem Verhältnis zum
Weib
, als dem
Raub
und der Magd der gemeinschaftlichen Wollust, ist die unendliche Degradation ausgesprochen, in welcher der Mensch für sich selbst existiert, denn das Geheimnis dieses Verhältnisses hat seinen
unzweideutigen
, entschiednen,
offenbaren
, enthüllten Ausdruck in dem Verhältnisse des
Mannes
zum
Weibe
und in der Weise, wie das
unmittelbare, natürliche
Gattungsverhältnis gefaßt wird. Das unmittelbare, natürliche, notwendige Verhältnis des Menschen zum Menschen ist das
Verhältnis
des
Mannes
zum
Weibe
. In diesem
natürlichen
Gattungsverhältnis ist das Verhältnis des Menschen zur Natur unmittelbar sein Verhältnis zum Menschen, wie das Verhältnis zum Menschen unmittelbar sein Verhältnis zur Natur, seine eigne
natürliche
Bestimmung ist. In diesem Verhältnis
erscheint
also
sinnlich
, auf ein anschaubares
Faktum
reduziert, inwieweit dem Menschen das menschliche Wesen zur Natur oder die Natur zum menschlichen Wesen des Menschen geworden ist. Aus diesem Verhältnis kann man also die ganze Bildungsstufe des Menschen beurteilen.
Aus
dem Charakter dieses Verhältnisses folgt, inwieweit der
Mensch
als
Gattungswesen
, als
Mensch
sich geworden ist und erfaßt hat; das Verhältnis des Mannes zum Weib ist das
natürlichste
Verhältnis des Menschen zum Menschen. in ihm zeigt sich also, in[wie]weit das
natürliche
Verhalten des Menschen
menschlich
oder inwieweit das
menschliche
Wesen ihm zum
natürlichen
Wesen, inwieweit seine
menschliche Natur
ihm zur
Natur
geworden ist. In diesem Verhältnis zeigt sich auch, in[wie]weit das
Bedürfnis
des Menschen zum
menschlichen
Bedürfnis, inwieweit ihm also der
andre
Mensch als Mensch zum Bedürfnis geworden ist, inwieweit er in seinem individuellsten Dasein zugleich Gemeinwesen ist.

Die erste positive Aufhebung des Privateigentums, der
rohe
Kommunis-mus, ist also nur eine
Erscheinungsform
von der Niedertracht des Privateigentums, das sich als das
positive Gemeinwesen
setzen will.

2. Der Kommunismus a) noch politischer Natur, demokratisch oder despotisch; b) mit Aufhebung des Staats, aber zugleich noch unvollendetem und immer noch mit dem Privateigentum, d.h. der Entfremdung des Menschen, affiziertem Wesen. In beiden Formen weiß sich der Kommunismus schon als Reintegration oder Rückkehr des Menschen in sich, als Aufhebung der menschlichen Selbstentfremdung, aber indem er das positive Wesen des Privateigentums noch nicht erfaßt hat und ebensowenig die
menschliche
Natur des Bedürfnisses verstanden hat, ist er auch noch von demselben befangen und infiziert. Er hat zwar seinen Begriff erfaßt, aber noch nicht sein Wesen.

3. Der
Kommunismus
als
positive
Aufhebung des
Privateigentums
als
menschlicher Selbstentfremdung
und darum als wirkliche
Aneignung
des
menschlichen
Wesens durch und für den Menschen; darum als vollständige, bewußt und innerhalb des ganzen Reichtums der bisherigen Entwicklung gewordne Rückkehr des Menschen für sich als eines
gesellschaftlichen
, d.h. menschlichen Menschen. Dieser Kommunismus ist als vollendeter Naturalismus Humanismus, als vollendeter Humanismus Naturalismus, er ist die
wahrhafte
Auflösung des Widerstreites zwischen dem Menschen mit der Natur und mit dem Menschen, die wahre Auflosung des Streits zwischen Existenz und Wesen, zwischen Vergegenständlichung und Selbstbestätigung, zwischen Freiheit und Notwendigkeit, zwischen Individuum und Gattung. Er ist das aufgelöste Rätsel der Geschichte und weiß sich als diese Lösung.

||V| Die ganze Bewegung der Geschichte ist daher, wie sein
wirklicher
Zeugungsakt – der Geburtsakt seines empirischen Daseins – so auch für sein denkendes Bewußtsein die
begriffne
und
gewußte
Bewegung seines
Werdens
, während jener noch unvollendete Kommunismus aus einzelnen dem Privateigentum entgegenstehenden Geschichtsgestalten einen
historischen
Beweis, einen Beweis in dem Bestehenden für sich sucht, indem er einzelne Momente aus der Bewegung (Cabet, Villegardelle etc. reiten besonders auf diesem Roß) herausreißt und als Beweise seiner historischen Vollblütigkeit fixiert, womit er eben dartut, daß die unverhältnismäßig größre Partie dieser Bewegung seinen Behauptungen widerspricht und daß, wenn er einma1 gewesen ist, eben sein
vergangnes
Sein die Prätention des
Wesens
widerlegt.

Daß in der Bewegung des
Privateigentums
, eben der Ökonomie, die ganze revolutionäre Bewegung sowohl ihre empirische als theoretische Basis findet, davon ist die Notwendigkeit leicht einzusehn.

Dies
materielle
, unmittelbar
sinnliche
Privateigentum ist der materielle sinnliche Ausdruck des
entfremdeten menschlichen
Lebens. Seine Bewegung – die Produktion und Konsumtion – ist die
sinnliche
Offenbarung von der Bewegung aller bisherigen Produktion, d.h. Verwirklichung oder Wirklichkeit des Menschen. Religion, Familie, Staat, Recht, Moral, Wissenschaft, Kunst etc. sind nur
besondre
Weisen der Produktion und fallen unter ihr allgemeines Gesetz. Die positive Aufhebung des
Privateigentums
, als die Aneignung des
menschlichen
Lebens, ist daher die positive Aufhebung alter Entfremdung, also die Rückkehr des Menschen aus Religion, Familie, Staat etc. in sein
menschliches
, d.h.
gesellschaftliches
Dasein. Die religiöse Entfremdung als solche geht nur in dem Gebiet
des Bewußtseins
des menschlichen Innern vor, aber die ökonomische Entfremdung ist die des
wirklichen Lebens
– ihre Aufhebung umfaßt daher beide Seiten. Es versteht sich, daß die Bewegung bei den verschiednen Völkern ihren
ersten
Beginn danach nimmt, oh das wahre
anerkannte
Leben des Volks mehr im Bewußtsein oder in der äußren Welt vor sich geht, mehr das ideelle oder reelle Leben ist. Der Kommunismus beginnt sogleich
(Owen)
mit dem Atheismus, der Atheismus ist zunächst noch weit entfernt,
Kommunismus
zu sein, wie jener Atheismus mehr noch eine Abstraktion ist. – Die Philanthropie des Atheismus ist daher zuerst nur eine
philosophische
abstrakte Philanthropie, die des Kommunismus sogleich
reell
und unmittelbar zur
Wirkung
gespannt. –

Wir haben gesehn, wie unter Voraussetzung des positiv aufgehobnen Privateigentums der Mensch den Menschen produziert, sich selbst und den andren Menschen; wie der Gegenstand, welcher die unmittelbare Betätigung seiner Individualität, zugleich sein eignes Dasein für den andern Menschen, dessen Dasein, und dessen Dasein für ihn ist. Ebenso sind aber sowohl das Material der Arbeit, als der Mensch als Subjekt, wie Resultat so Ausgangspunkt der Bewegung (und daß sie dieser
Ausgangspunkt
sein müssen, eben darin liegt die geschichtliche
Notwendigkeit
des Privateigentums). Also ist der
gesellschaftliche
Charakter der allgemeine Charakter der ganzen Bewegung;
wie
die Gesellschaft selbst den
Menschen
als
Menschen
produziert, so ist sie durch ihn
produziert
. Die Tätigkeit und der Genuß, wie ihrem Inhalt, sind auch der
Existenzweise
nach
gesellschaftlich, gesellschaftliche

[1*]
Tätigkeit und
gesellschaftlicher
Genuß. Das
menschliche
Wesen der Natur ist erst da für den
gesellschaftlichen
Menschen; denn erst hier ist sie für ihn da als
Band
mit dem
Menschen
, als Dasein seiner für den andren und des andren für ihn, wie als Lebenselement der menschlichen Wirklichkeit, erst hier ist sie da als
Grundlage
seines eignen
menschlichen
Daseins. Erst hier ist ihm sein
natürliches
Dasein sein
menschliches
Dasein und die Natur für ihn zum Menschen geworden.
[A*]
Also die
Gesellschaft
ist die vollendete Wesenseinheit des Menschen mit der Natur, die wahre Resurrektion der Natur, der durchgeführte Naturalismus des Menschen und der durchgeführte Humanismus der Natur.
[A]

||VI| Die gesellschaftliche Tätigkeit und der gesellschaftliche Genuß existieren keineswegs
allein
in der Form einer
unmittelbar
gemeinschaftlichen Tätigkeit und unmittelbar
gemeinschaftlichen
Genusses, obgleich die
gemeinschaftliche
Tätigkeit und der
gemeinschaftliche
Genuß, d.h. die Tätigkeit und der Genuß, die unmittelbar in
wirklicher Gesellschaft
mit andren Menschen sich äußert und bestätigt, überall da stattfinden werden, wo jener
unmittelbare
Ausdruck der Gesellschaftlichkeit im Wesen ihres Inhalts begründet und seiner Natur angemessen ist.

Allein auch wenn ich
wissenschaftlich
etc. tätig bin, eine Tätigkeit, die ich selten in unmittelbarer Gemeinschaft mit andern ausführen kann, so bin ich
gesellschaftlich
, weil als
Mensch
tätig. Nicht nur das Material meiner Tätigkeit ist mir – wie selbst die Sprache, in der der Denker tätig ist – als gesellschaftliches Produkt gegeben, mein
eignes
Dasein
ist
gesellschaftliche Tätigkeit; darum das, was ich aus mir mache, ich aus mir für die Gesellschaft mache und mit dem Bewußtsein meiner als eines gesellschaftlichen Wesens.

Mein
allgemeines
Bewußtsein ist nur die
theoretische
Gestalt dessen, wovon das
reelle
Gemeinwesen, gesellschaftliche Wesen, die
lebendige
Gestalt ist, während heutzutag das
allgemeine
Bewußtsein eine Abstraktion vom wirklichen Leben ist und als solche ihm feindlich gegenübertritt. Daher ist auch die
Tätigkeit
meines allgemeinen Bewußtseins – als eine solche – mein
theoretisches
Dasein als gesellschaftliches Wesen.

Es ist vor allem zu vermeiden, die „Gesellschaft“ wieder als Abstraktion dem Individuum gegenüber zu fixieren. Das Individuum
ist
das
gesellschaftliche Wesen
. Seine Lebensäußerung – erscheine sie auch nicht in der unmittelbaren Form einer
gemeinschaftlichen
, mit andern zugleich vollbrachten Lebensäußerung –
ist
daher eine Äußerung und Bestätigung des
gesellschaftlichen Lebens
. Das individuelle und das Gattungsleben des Menschen sind nicht
verschieden
, so sehr auch – und dies notwendig – die Daseinsweise des individuellen Lebens eine mehr
besondre
oder mehr
allgemeine
Weise des Gattungslebens ist, oder je mehr das Gattungsleben ein mehr
besondres
oder
allgemeines
individuelles Leben ist.

Als
Gattungsbewußtsein
bestätigt der Mensch sein reelles
Gesellschaftsleben
und wiederholt nur sein wirkliches Dasein im Denken, wie umgekehrt das Gattungssein sich im Gattungsbewußtsein bestätigt und in seiner Allgemeinheit, als denkendes Wesen, für sich ist.

Der Mensch – so sehr er daher ein
besondres
Individuum ist, und grade seine Besonderheit macht ihn zu einem Individuum und zum wirklichen
individuellen
Gemeinwesen – ebensosehr ist er die
Totalität
, die ideale Totalität, das subjektive Dasein der gedachten und empfundnen Gesellschaft für sich, wie er auch in der Wirklichkeit sowohl als Anschauung und wirklicher Genuß des gesellschaftlichen Daseins wie als eine Totalität menschlicher Lebensäußerung da ist.

Denken und Sein sind also zwar
unterschieden
, aber zugleich in
Einheit
miteinander.

Der
Tod
scheint als ein harter Sieg der Gattung über das bestimmte Individuum und ihrer Einheit zu widersprechen; aber das bestimmte Individuum ist nur ein
bestimmtes Gattungswesen
, als solches sterblich.

<4
[2*]
. Wie das
Privateigentum
nur der sinnliche Ausdruck davon ist, daß der Mensch zugleich
gegenständlich
für sich wird und zugleich vielmehr sich als ein fremder und unmenschlicher Gegenstand wird, daß seine Lebensäußerung seine Lebensentäußerung ist, seine Verwirklichung seine Entwirklichung, eine
fremde
Wirklichkeit ist, so ist die positive Aufhebung des Privateigentums, d.h. die
sinnliche
Aneignung des menschlichen Wesens und Lebens, des gegenständlichen Menschen, der menschlichen
Werke
für und durch den Menschen, nicht nur im Sinne des
unmittelbaren
, einseitigen
Genusses
zu fassen, nicht nur im Sinne des
Besitzens
, im Sinne des
Habens
. Der Mensch eignet sich sein allseitiges Wesen auf eine allseitige Art an, also als ein totaler Mensch. Jedes seiner
menschlichen
Verhältnisse zur Welt, Sehn, Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen, Denken, Anschauen, Empfinden, Wollen, Tätigsein, Lieben, kurz, alle Organe seiner Individualität, wie die Organe, welche unmittelbar in ihrer Form als gemeinschaftliche Organe sind, ||VII| sind in ihrem
gegenständlichen
Verhalten oder in ihrem
Verhalten zum Gegenstand
die Aneignung desselben. Die Aneignung der
menschlichen
Wirklichkeit, ihr Verhalten zum Gegenstand ist die
Betätigung der menschlichen Wirklichkeit

[B]
; menschliche
Wirksamkeit
und menschliches
Leiden
, denn das Leiden, menschlich gefaßt, ist ein Selbstgenuß des Menschen.

Das Privateigentum hat uns so dumm und einseitig gemacht, daß ein Gegenstand erst der
unsrige
ist, wenn wir ihn haben, also als Kapital für uns existiert oder von uns unmittelbar besessen, gegessen, getrunken, an unsrem Leib getragen, von uns bewohnt etc., kurz,
gebraucht
wird. Obgleich das Privateigentum alte diese unmittelbaren Verwirklichungen des Besitzes selbst wieder nur als
Lebensmittel
faßt und das Leben, zu dessen Mittel sie dienen, ist das
Leben
des
Privateigentums
Arbeit und Kapitalisierung.

An die Stelle
aller
physischen und geistigen Sinne ist daher die einfache Entfremdung
aller
dieser Sinne, der Sinn des
Habens
getreten. Auf diese absolute Armut mußte das menschliche Wesen reduziert werden, damit es seinen innern Reichtum aus sich herausgebäre. (Über die Kategorie des
Habens
siehe
Heß
in den
21 Bogen
.
)

Die Aufhebung des Privateigentums ist daher die vollständige
Emanzipation
aller menschlichen Sinne und Eigenschaften; aber sie ist diese Emanzipation grade dadurch, daß diese Sinne und Eigenschaften
menschlich
, sowohl subjektiv als objektiv, geworden sind. Das Auge ist zum
menschlichen
Auge geworden, wie sein
Gegenstand
zu einem gesellschaftlichen,
menschlichen
, vom Menschen für den Menschen herrührenden Gegenstand geworden ist. Die
Sinne
sind daher unmittelbar in ihrer Praxis
Theoretiker
geworden. Sie verhalten sich zu der
Sache
um der Sache willen, aber die Sache selbst ist ein
gegenständliches menschliches
Verhalten zu sich selbst und zum Menschen
[C]
und umgekehrt. Das Bedürfnis oder der Genuß haben darum ihre
egoistische
Natur und die Natur ihre bloße
Nützlichkeit
verloren, indem der Nutzen zum
menschlichen
Nutzen geworden ist.

Ebenso sind die Sinne und der Genuß der andren Menschen meine
eigne
Aneignung geworden. Außer diesen unmittelbaren Organen bilden sich daher
gesellschaftliche
Organe, in der
Form
der Gesellschaft, also z.B. die Tätigkeit unmittelbar in Gesellschaft mit andren etc. ist ein Organ meiner
Lebensäußerung
geworden und eine Weise der Aneignung des
menschlichen
Lebens.

Es versteht sich, daß das
menschliche
Auge anders genießt als das rohe, unmenschliche Auge, das menschliche
Ohr
anders als das rohe Ohr etc.

Wir haben gesehn. Der Mensch verliert sich nur dann nicht in seinem Gegenstand, wenn dieser ihm als
menschlicher
Gegenstand oder gegenständlicher Mensch wird. Dies ist nur möglich, indem er ihm als
gesellschaftlicher
Gegenstand und er selbst sich als gesellschaftliches Wesen, wie die Gesellschaft als Wesen für ihn in diesem Gegenstand wird.

Indem daher überall einerseits dem Menschen in der Gesellschaft die gegenständliche Wirklichkeit als Wirklichkeit der menschlichen Wesenskräfte, als menschliche Wirklichkeit und darum als Wirklichkeit seiner
eignen
Wesenskräfte wird, werden ihm alle
Gegenstände
als die
Vergegenständlichung
seiner selbst, als die seine Individualität bestätigenden und verwirklichenden Gegenstände, als
seine
Gegenstände, d.h. Gegenstand wird
er selbst
.
Wie
sie ihm als seine werden, das hängt von der
Natur
des
Gegenstandes
und der Natur der
ihr
entsprechenden
Wesenskraft
ab; denn eben die
Bestimmtheit
dieses Verhältnisses bildet die besondre,
wirkliche
Weise der Bejahung. Dem
Auge
wird ein Gegenstand anders als dem
Ohr
, und der Gegenstand des Auges ist ein andrer als der des
Ohrs
. Die Eigentümlichkeit jeder Wesenskraft ist grade ihr
eigentümliches Wesen
, also auch die eigentümliche Weise ihrer Vergegenständlichung, ihres
gegenständlich-wirklichen
, lebendigen
Seins
. Nicht nur im Denken, ||VIII| sondern mit
allen
Sinnen wird daher der Mensch in der gegenständlichen Welt bejaht.

Andrerseits: Subjektiv gefaßt: Wie erst die Musik den musikalischen Sinn des Menschen erweckt, wie für das unmusikalische Ohr die schönste Musik
keinen
Sinn hat, [kein] Gegenstand ist, weil mein Gegenstand nur die Bestätigung einer meiner Wesenskräfte sein kann, also nur so für mich sein kann, wie meine Wesenskraft als subjektive Fähigkeit für sich ist, weil der Sinn eines Gegenstandes für mich (nur Sinn für einen ihm entsprechenden Sinn hat) grade so weit geht, als
mein
Sinn geht, darum sind die
Sinne
des gesellschaftlichen Menschen
andre
Sinne wie die des ungesellschaftlichen; erst durch den gegenständlich entfalteten Reichtum des menschlichen Wesens wird der Reichtum der subjektiven
menschlichen
Sinnlichkeit, wird ein musikalisches Ohr, ein Auge für die Schönheit der Form, kurz, werden erst menschlicher Genüsse fähige
Sinne
, Sinne, welche als
menschliche
Wesenskräfte sich bestätigen, teils erst ausgebildet, teils erst erzeugt. Denn nicht nur die 5 Sinne, sondern auch die sogenannten geistigen Sinne, die praktischen Sinne (Wille, Liebe etc.), mit einem Wort der
menschliche
Sinn, die Menschlichkeit der Sinne wird erst durch das Dasein seines Gegenstandes, durch die
vermenschlichte
Natur. Die
Bildung
der 5 Sinne ist eine Arbeit der ganzen bisherigen Weltgeschichte. Der unter dem rohen praktischen Bedürfnis befangene
Sinn
hat auch nur einen
bornierten
Sinn.> Für den ausgehungerten Menschen existiert nicht die menschliche Form der Speise, sondern nur ihr abstraktes Dasein als Speise; ebensogut könnte sie in rohster Form vorliegen, und es ist nicht zu sagen, wodurch sich diese Nahrungstätigkeit von der
tierischen
Nahrungstätigkeit unterscheide. Der sorgenvolle, bedürftige Mensch hat keinen
Sinn
für das schönste Schauspiel; der Mineralienkrämer sieht nur den merkantilischen Wert, aber nicht die Schönheit und eigentümliche Natur des Minerals; er hat keinen mineralogischen Sinn; also die Vergegenständlichung des menschlichen Wesens, sowohl in theoretischer als praktischer Hinsicht, gehört dazu, sowohl um die
Sinne
des Menschen
menschlich
zu machen als um für den ganzen Reichtum des menschlichen und natürlichen Wesens entsprechenden
menschlichen Sinn
zu schaffen.

<Wie durch die Bewegung des
Privateigentums
und seines Reichtums wie Elends – des materiellen und geistigen Reichtums und Elends – die werdende Gesellschaft zu dieser
Bildung
alles Material vorfindet, so produziert die
gewordne
Gesellschaft den Menschen in diesem ganzen Reichtum seines Wesens, den
reichen all- und tiefsinnigen
Menschen als ihre stete Wirklichkeit. –> Man sieht, wie Subjektivismus und Objektivismus, Spiritualismus und Materialismus, Tätigkeit und Leiden erst im gesellschaftlichen Zustand ihren Gegensatz und damit ihr Dasein als solche Gegensätze verlieren; (man sieht, wie die Lösung der
theoretischen
Gegensätze selbst
nur
auf eine
praktische
Art, nur durch die praktische Energie des Menschen möglich ist und ihre Losung daher keineswegs nur eine Aufgabe der Erkenntnis, sondern eine
wirkliche
Lebensaufgabe ist, welche die
Philosophie
nicht lösen konnte, eben weil sie dieselbe als
nur
theoretische Aufgabe faßte. –

Man sieht, wie die Geschichte der
Industrie
und das gewordne
gegenständliche
Dasein der Industrie das
aufgeschlagne
Buch der
menschlichen Wesenskräfte
, die sinnlich vorliegende menschliche
Psychologie
ist, die bisher nicht in ihrem Zusammenhang mit dem
Wesen
des Menschen, sondern immer nur in einer äußern Nützlichkeitsbeziehung gefaßt wurde, weil man – innerhalb der Entfremdung sich bewegend – nur das allgemeine Dasein des Menschen, die Religion, oder die Geschichte in ihrem abstrakt-allgemeinen Wesen, als Politik, Kunst, Literatur etc., ||IX| als Wirklichkeit der menschlichen Wesenskräfte und als
menschliche Gattungsakte
zu fassen wußte. In der
gewöhnlichen, materiellen Industrie
(– die man ebensowohl als einen Teil jener allgemeinen Bewegung fassen, wie man sie selbst als einen
besondern
Teil der Industrie fassen kann, da alle menschliche Tätigkeit bisher Arbeit, also Industrie, sich selbst entfremdete Tätigkeit war –) haben wir unter der Form
sinnlicher, fremder, nützlicher Gegenstände
, unter der Form der Entfremdung, die
vergegenständlichten Wesenskräfte
des Menschen vor uns. Eine
Psychologie
, für welche dies Buch, also grade der sinnlich gegenwärtigste, zugänglichste Teil der Geschichte zugeschlagen ist, kann nicht zur wirklichen inhaltvollen und
reellen
Wissenschaft werden.> Was soll man überhaupt von einer Wissenschaft denken, die von diesem grollen Teil der menschlichen Arbeit
vornehm
abstrahiert und nicht in sich selbst ihre Unvollständigkeit fühlt, solange ein so ausgebreiteter Reichtum des menschlichen Wirkens ihr nichts sagt, als etwa, was man in einem Wort sagen kann: „
Bedürfnis
„, „
gemeines Bedürfnis!
„? – Die
Naturwissenschaften
haben eine enorme Tätigkeit entwickelt und sich ein stets wachsendes Material angeeignet. Die Philosophie ist ihnen indessen ebenso fremd geblieben, wie sie der Philosophie fremd blieben. Die momentane Vereinigung war nur eine
phantastische Illusion
. Der Wille war da, aber das Vermögen fehlte. Die Geschichtschreibung selbst nimmt auf die Naturwissenschaft nur beiläufig Rücksicht, als Moment der Aufklärung, Nützlichkeit, einzelner großer Entdeckungen. Aber desto
praktischer
hat die Naturwissenschaft vermittelst der Industrie in das menschliche Leben eingegriffen und es umgestaltet und die menschliche Emanzipation vorbereitet, sosehr sie unmittelbar die Entmenschung vervollständigen mußte. Die
Industrie
ist das
wirkliche
geschichtliche Verhältnis der Natur und daher der Naturwissenschaft zum Menschen; wird sie daher als
exoterische
Enthüllung der menschlichen
Wesenskräfte
gefaßt, so wird auch das
menschliche
Wesen der Natur oder das
natürliche
Wesen des Menschen verstanden, daher die Naturwissenschaft ihre abstrakt materielle oder vielmehr idealistische Richtung verlieren und die Basis der
menschlichen
Wissenschaft werden, wie sie jetzt schon – obgleich in entfremdeter Gestalt – zur Basis des wirklich menschlichen Lebens geworden ist, und eine
andre
Basis für das Leben, eine andre für die
Wissenschaft
ist von vornherein eine Lüge. (Die in der menschlichen Geschichte – dem Entstehungsakt der menschlichen Gesellschaft – werdende Natur ist die
wirkliche
Natur des Menschen, darum die Natur, wie sie durch die Industrie, wenn auch in
entfremdeter
Gestalt wird, die wahre
anthropologische
Natur ist. –> Die
Sinnlichkeit
(siehe Feuerbach) muß die Basis aller Wissenschaft sein. Nur, wenn sie von ihr, in der doppelten Gestalt sowohl des
sinnlichen
Bewußtseins als des
sinnlichen
Bedürfnisses, ausgeht – also nur wenn die Wissenschaft von der Natur ausgeht –, ist sie
wirkliche
Wissenschaft. Damit der „
Mensch
“ zum Gegenstand des
sinnlichen
Bewußtseins und das Bedürfnis des „Menschen als Menschen“ zum Bedürfnis werde, dazu ist die ganze Geschichte die Vorbereitungs- Entwicklungsgeschichte
[3*]
. Die Geschichte selbst ist ein
wirklicher
Teil der
Naturgeschichte
, des Werdens der Natur zum Menschen. Die Naturwissenschaft wird später ebensowohl die Wissenschaft von dem Menschen wie die Wissenschaft von dem Menschen die Naturwissenschaft unter sich subsumieren: es wird
eine
Wissenschaft sein.

||X| Der
Mensch
ist der unmittelbare Gegenstand der Naturwissenschaft; denn die unmittelbare
sinnliche Natur
für den Menschen ist unmittelbar die menschliche Sinnlichkeit (ein identischer Ausdruck), unmittelbar als der
andere
sinnlich für ihn vorhandene Mensch; denn seine eigne Sinnlichkeit ist erst durch den
andren
Menschen als menschliche Sinnlichkeit für ihn selbst. Aber die
Natur
ist der unmittelbare Gegenstand der
Wissenschaft vom Menschen
. Der erste Gegenstand des Menschen – der Mensch – ist Natur, Sinnlichkeit, und die besondren menschlichen sinnlichen Wesenskräfte, wie sie nur in
natürlichen
Gegenständen ihre gegenständliche Verwirklichung, können nur in der Wissenschaft des Naturwesens überhaupt ihre Selbsterkenntnis linden. Das Element des Denkens selbst, das Element der Lebensäußerung des Gedankens, die
Sprache
ist sinnlicher Natur. Die
gesellschaftliche
Wirklichkeit der Natur und die
menschliche
Naturwissenschaft oder die
natürliche Wissenschaft vom Menschen
sind identische Ausdrücke. – <Man sieht, wie an die Stelle des nationalökonomischen
Reichtums
und
Elendes
der
reiche Mensch
und das reiche
menschliche
Bedürfnis tritt. Der
reiche
Mensch ist zugleich der einer Totalität der menschlichen Lebensäußerung
bedürftige
Mensch. Der Mensch, in dem seine eigne Verwirklichung, als innere Notwendigkeit, als
Not
existiert. Nicht nur der
Reichtum
, auch die
Armut
des Menschen erhält gleichmäßig – unter Voraussetzung des Sozialismus – eine
menschliche
und daher gesellschaftliche Bedeutung. Sie ist das passive Band, welches den Menschen den größten Reichtum, den
andren
Menschen, als Bedürfnis empfinden läßt. Die Herrschaft des gegenständlichen Wesens in mir, der sinnliche Ausbruch meiner Wesenstätigkeit ist die
Leidenschaft
, welche hier damit die
Tätigkeit
meines Wesens wird. –>

5. Ein
Wesen
gilt sich erst als selbständiges, sobald es auf eignen Füßen steht, und es steht erst auf eignen Füßen, sobald es sein
Dasein
sich selbst verdankt. Ein Mensch, der von der Gnade eines andern lebt, betrachtet sich als ein abhängiges Wesen. Ich lebe aber vollständig von der Gnade eines andern, wenn ich ihm nicht nur die Unterhaltung meines Lebens verdanke, sondern wenn er noch außerdem mein
Leben geschaffen
hat, wenn er der
Quell
meines Lebens ist, und mein Leben hat notwendig einen solchen Grund außer sich, wenn es nicht meine eigne Schöpfung ist. Die
Schöpfung
ist daher eine sehr schwer aus dem Volksbewußtsein zu verdrängende Vorstellung. Das Durchsichselbstsein der Natur und des Menschen ist ihm
unbegreiflich
, weil es allen
Handgreiflichkeiten
des praktischen Lebens widerspricht.

Die
Erd
schöpfung hat einen gewaltigen Stoß erhalten durch die
Geognosie
, d.h. durch die Wissenschaft, welche die Erdbildung, das Werden der Erde, als einen Prozeß, als Selbsterzeugung darstellte. Die generatio aequivoca ist die einzige praktische Widerlegung der Schöpfungstheorie.

Nun ist es zwar leicht, dem einzelnen Individuum zu sagen, was Aristoteles schon sagt: Du bist gezeugt von deinem Vater und deiner Mutter, also hat in dir die Begattung zweier Menschen, also ein Gattungsakt der Menschen den Menschen produziert. Du siehst also, daß der Mensch auch physisch sein Dasein dem Menschen verdankt. Du mußt also nicht nur die
eine
Seite im Auge behalten, den
unendlichen
Progreß, wonach du weiter fragst: Wer hat meinen Vater, wer seinen Großvater etc. gezeugt? Du mußt auch die
Kreisbewegung
, welche in jenem Progreß sinnlich anschaubar ist, festhalten, wonach der Mensch in der Zeugung sich selbst wiederholt, also der
Mensch
immer Subjekt bleibt. Allein du wirst antworten: Diese Kreisbewegung dir zugestanden, so gestehe du mir den Progreß zu, der mich immer weitertreibt, bis ich frage, wer hat den ersten Menschen und die Natur überhaupt gezeugt? Ich kann dir nur antworten: Deine Frage ist selbst ein Produkt der Abstraktion. Frage dich, wie du auf jene Frage kommst; frage dich, ob deine Frage nicht von einem Gesichtspunkt aus geschieht, den ich nicht beantworten kann, weil er ein verkehrter ist? Frage dich, ob jener Progreß als solcher für ein vernünftiges Denken existiert? Wenn du nach der Schöpfung der Natur und des Menschen fragst, so abstrahierst du also vom Menschen und der Natur. Du setzest sie als
nichtseiend
und willst doch, daß sie ich als
seiend
dir beweise. Ich sage dir nun: Gib deine Abstraktion auf, so gibst du auch deine Frage auf, oder willst du an deiner Abstraktion festhalten, so sei konsequent, und wenn du den Menschen und die Natur als
nichtseiend
denkend, ||XI| denkst, so denke dich selbst als nichtseiend, der du doch auch Natur und Mensch bist. Denke nicht, frage mich nicht, denn sobald du denkst und fragst, hat deine
Abstraktion
von dem Sein der Natur und des Menschen keinen Sinn. Oder bist du ein solcher Egoist, daß du alles als Nichts setzt und selbst sein willst?

Du kannst mir erwidern: Ich will nicht das Nichts der Natur etc. setzen; ich frage dich nach ihrem
Entstehungsakt
, wie ich den Anatom nach den. Knochenbildungen frage, etc.

Indem aber für den sozialistischen Menschen die
ganze sogenannte Weltgeschichte
nichts anders ist als die Erzeugung des Menschen durch die menschliche Arbeit, als das Werden der Natur für den Menschen, so hat er also den anschaulichen, unwiderstehlichen Beweis von seiner
Geburt
durch sich selbst, von seinem
Entstehungsprozeß
. Indem die
Wesenhaftigkeit
des Menschen und der Natur, indem der Mensch für den Menschen als Dasein der Natur und die Natur für den Menschen als Dasein des Menschen praktisch, sinnlich anschaubar geworden ist, ist die Frage nach einem
fremden
Wesen, nach einem Wesen über der Natur und dem Menschen – eine Frage, welche das Geständnis von der Unwesentlichkeit der Natur und des Menschen einschließt – praktisch unmöglich geworden. Der
Atheismus
, als Leugnung dieser Unwesentlichkeit, hat keinen Sein mehr, denn der Atheismus ist die
Negation des Gottes
und setzt durch diese Negation das
Dasein des Menschen
; aber der Sozialismus als Sozialismus bedarf einer solchen Vermittlung nicht mehr; er beginnt von dem
theoretisch und praktisch sinnlichen Bewußtsein
des Menschen und der Natur als des
Wesens
. Er ist
positives
, nicht mehr durch die Aufhebung der Religion vermitteltes
Selbstbewußtsein
des Menschen, wie das
wirkliche Leben
positive, nicht mehr durch die Aufhebung des Privateigentums, den
Kommunismus
, vermittelte Wirklichkeit des Menschen ist. Der Kommunismus ist die Position als Negation der Negation, darum das
wirkliche
, für die nächste geschichtliche Entwicklung notwendige Moment der menschlichen Emanzipation und Wiedergewinnung. Der
Kommunismus
ist die notwendige Gestalt und das energische Prinzip der nächsten Zukunft, aber der Kommunismus ist nicht als solcher das Ziel der menschlichen Entwicklung – die Gestalt der menschlichen Gesellschaft. – |XI||

Fußnoten von Marx

A.
Anschließend folgt durch einen Strich abgetrennt ohne Verweis die Bemerkung: Die Prostitution nur ein
besondrer
Ausdruck der
allgemeinen
Prostitution des
Arbeiters
, und da die Prostitution ein Verhältnis ist, worin nicht nur der Prostituierte, sondern auch der Prostituierende fällt – dessen Niedertracht noch größer ist –, so fällt auch der Kapitalist etc., in diese Kategorie.

B.
Sie ist daher ebenso vielfach, wie die menschlichen
Wesensbestimmungen und Tätigkeiten
vielfach sind.

C.
Ich kann mich praktisch nur menschlich zu der Sache verhalten, wenn die Sache sich zum Menschen menschlich verhält.

Redaktionelle Bemerkungen

1*.
In der Handschrift gestrichen:
gesellschaftliche

2*.
In der Handschrift: 5

3*.
„Entwicklungs-“ steht in der Handschrift über „Vorbereitungsgeschichte“

Anmerkungen

20.
Es folgt hier ein Nachtrag zu dem verlorengegangenen Text des zweiten Manuskriptes.

21.
Es folgt hier ein Nachtrag zu dem verlorengegangenen Text des zweiten Manuskriptes.

22.

Kategorie des Habens
– Moses Heß schreibt in seinem Aufsatz
Philosophie der Tat
(in
Einundzwanzig Bogen aus der Schweiz.
Erster Teil, Zürich und Winterthur 1843. S.329): „Es ist eben die
Seinsucht
, die Sucht nämlich fortzubestehen als bestimmte Individualität, als beschränktes Ich, als endliches Wesen – die zur
Habsucht
führt. Es ist wiederum die Negation aller Bestimmtheit, das abstrakte Ich und der abstrakte Kommunismus, die Folge des leeren ‚Ding an sich‘, des Kritizismus und der Revolution, des unbefriedigten
Sollens
, was zum
Sein
und
Haben
geführt. So wurden aus den
Hülfs
zeitwörtern
Haupt
wörter.“

Vgl. auch Marx/Engels,
Werke
, Bd.2, S.43-44.

23.
Hier beginnt der erste Teil der
Auseinandersetzung mit der
Hegelschen Dialektik
und Philosophie überhaupt
“ (S.XI-XIII), der nach dem Hinweis von Marx (siehe oben in Vorwort) im
Schlußkapitel
wiedergegeben wird (siehe weiter unten).

Anmerkung de Korrektors

A*.
Im
MEW
-Text steht hier: „Erst hier ist zum sein
natürliches
Dasein sein
menschliches
Dasein und die Natur für ihn ihm Menschen geworden.“ Hier sind offensichtlich die Wörter „zum“ und „ihm“ vertauscht worden.

### [Bedürfnis, Produktion und Arbeitsteilung]

||XIV| 7. Wir haben gesehn, welche Bedeutung unter der Voraussetzung des Sozialismus die
Reichheit
der menschlichen Bedürfnisse und daher sowohl eine
neue Weise der Produktion
als auch ein neuer
Gegenstand
der Produktion hat. Neue Bestätigung der
menschlichen
Wesenskraft und neue Bereicherung des
menschlichen
Wesens. Innerhalb des Privateigentums die umgekehrte Bedeutung. Jeder Mensch spekuliert darauf, dem andern ein
neues
Bedürfnis zu schaffen, um ihn zu einem neuen Opfer zu zwingen, um ihn in eine neue Abhängigkeit zu versetzen und ihn zu einer neuen Weise des
Genusses
und damit des ökonomischen Ruins zu verleiten. Jeder sucht eine
fremde
Wesenskraft über den andern zu schaffen, um darin die Befriedigung seines eigenen eigennützigen Bedürfnisses zu finden. Mit der Masse der Gegenstände wächst daher das Reich der fremden Wesen, denen der Mensch unterjocht ist, und jedes neue Produkt ist eine neue
Potenz
des wechselseitigen Betrugs und der wechselseitigen Ausplünderung. Der Mensch wird um so ärmer als Mensch, er bedarf um so mehr des
Geldes
, um sich des feindlichen Wesens zu bemächtigen, und die Macht seines
Geldes
fällt grade im umgekehrten Verhältnis als die Masse der Produktion, d.h., seine Bedürftigkeit wächst, wie die
Macht
des Geldes zunimmt. – Das Bedürfnis des Geldes ist daher das wahre, von der Nationalökonomie produzierte Bedürfnis und das einzige Bedürfnis, das sie produziert. – Die
Quantität
des Geldes wird immer mehr seine einzige
mächtige
Eigenschaft; wie es alles Wesen auf seine Abstraktion reduziert, so reduziert es sich in seiner eignen Bewegung als
quantitatives
Wesen. Die
Maßlosigkeit
und
Unmäßigkeit
wird sein wahres Maß. – Subjektiv selbst erscheint dies so, teils daß die Ausdehnung der Produkte und der Bedürfnisse zum
erfinderischen
und stets
kalkulierenden
Sklaven unmenschlicher, raffinierter, unnatürlicher und
eingebildeter
Gelüste wird – das Privateigentum weiß das rohe Bedürfnis nicht zum
menschlichen
Bedürfnis zu machen; sein
Idealismus
ist die
Einbildung
, die
Willkür
, die
Laune
, und ein Eunuche schmeichelt nicht niederträchtiger seinem Despoten und sucht durch keine infameren Mittel seine abgestumpfte Genußfähigkeit zu irritieren, um sich selbst die Gunst zu erschleichen, wie der Industrieeunuche, der Produzent, um sich Silberpfennige zu erschleichen, aus der Tasche des christlich geliebten Nachbarn die Goldvogel herauszulocken – (jedes Produkt ist ein Köder, womit man das Wesen des andern, sein Geld, an sich locken will, jedes wirkliche oder mögliche Bedürfnis ist eine Schwachheit, die die Fliege an die Leimstange heranführen wird – allgemeine Ausbeutung des gemeinschaftlichen menschlichen Wesens, wie jede Unvollkommenheit des Menschen ein Band mit dem Himmel ist, eine Seite, wo sein Herz dem Priester zugänglich; jede Not ist die Gelegenheit, um unter dem liebenswürdigsten Schein zum Nachbarn zu treten und ihm zu sagen: Lieber Freund, ich gebe dir, was dir nötig ist; aber du kennst die conditio sine qua non; du weißt, mit welcher Tinte du dich mir zu verschreiben hast; ich prelle dich, indem ich dir einen Genuß verschaffe) –, sich seinen verworfensten Einfällen fügt, den Kuppler zwischen ihm und seinem Bedürfnis spielt, krankhafte Gelüste in ihm erregt, jede Schwachheit ihm ablauert, um dann das Handgeld für diesen Liebes-dienst zu verlangen. – Teils zeigt sich diese Entfremdung, indem die Raffinierung der Bedürfnisse und ihrer Mittel auf der einen Seite die viehische Verwildrung, vollständige, rohe, abstrakte Einfachheit des Bedürfnisses auf der andren Seite produziert; oder vielmehr nur sich selbst in seiner gegenteiligen Bedeutung wiedergebiert. Selbst das Bedürfnis der freien Luft hört bei dem Arbeiter auf, ein Bedürfnis zu sein, der Mensch kehrt in die Höhlenwohnung zurück, die aber nun von dem mephytischen Pesthauch der Zivilisation verpestet ist und die er nur mehr
prekär
, als eine fremde Macht, die sich ihm täglich entziehn, aus der er täglich, wenn er ||XV| nicht zahlt, herausgeworfen werden kann, bewohnt. Dies Totenhaus muß er
bezahlen
. Die
Licht
wohnung, welche Prometheus bei Aeschylus als eines der großen Geschenke, wodurch er den Wilden zum Menschen gemacht, bezeichnet, hört auf, für den Arbeiter zu sein. Licht, Luft etc., die einfachste
tierische
Reinlichkeit hört auf, ein Bedürfnis für den Menschen zu sein. Der
Schmutz
, diese Versumpfung, Verfaulung des Menschen, der
Gossenablauf
(dies ist wörtlich zu verstehn) der Zivilisation wird ihm ein
Lebenselement
. Die völlige
unnatürliche
Verwahrlosung, die verfaulte Natur, wird zu seinem
Lebenselement
. Keiner seiner Sinne existiert mehr, nicht nur nicht in seiner menschlichen Weise, sondern in einer
unmenschlichen
, darum selbst nicht einmal tierischen Weise. Die rohsten
Weisen
(und
Instrumente
) der menschlichen Arbeit kehren wieder, wie die
Tretmühle
der römischen Sklaven zur Produktionsweise, Daseinsweise vieler englischen Arbeiter geworden ist. Nicht nur, daß der Mensch keine menschlichen Bedürfnisse hat, selbst die
tierischen
Bedürfnisse hören auf. Der Irländer kennt nur mehr das Bedürfnis des
Essens
und zwar nur mehr des
Kartoffelessens
und zwar nur der
Lumpenkartoffel
, der schlechtesten Art von Kartoffel. Aber England und Frankreich haben schon in jeder Industriestadt ein
kleines
Irland. Der Wilde, das Tier hat doch das Bedürfnis der Jagd, der Bewegung etc., der Geselligkeit. – Die Vereinfachung der Maschine, der Arbeit wird dazu benutzt, um den erst werdenden Menschen, den ganz unausgebildeten Menschen – das
Kind
– zum Arbeiter zu machen, wie der Arbeiter ein verwahrlostes Kind geworden ist. Die Maschine bequemt sich der
Schwäche
des Menschen, um den
schwachen
Menschen zur Maschine zu machen.

<Wie die Vermehrung der Bedürfnisse und ihrer Mittel die Bedürfnislosigkeit und die Mittellosigkeit erzeugt, beweist der Nationalökonom (und der Kapitalist, überhaupt reden wir immer von den
empirischen
Geschäftsleuten, wenn wir uns an die Nationalökonomen – ihr
wissenschaftliches
Geständnis und Dasein – adressieren), 1. indem er das Bedürfnis des Arbeiters auf den notwendigsten und jämmerlichsten Unterhalt des physischen Lebens und seine Tätigkeit auf die abstrakteste mechanische Bewegung reduziert, also, sagt er: Der Mensch hat kein andres Bedürfnis weder der Tätigkeit noch des Genusses; denn
auch
dies Leben erklärt er [als]
menschliches
Leben und Dasein; indem 2. er das möglichst
dürftige
Leben (Existenz) als Maßstab, und zwar als allgemeinen Maßstab
ausrechnet
: allgemein, weil für die Masse der Menschen geltend; er macht den Arbeiter zu einem unsinnlichen und bedürfnislosen Wesen, wie er seine Tätigkeit zu einer reinen Abstraktion von alter Tätigkeit macht; jeder
Luxus
des Arbeiters erscheint ihm daher als verwerflich, und alles, was über das allerabstrakteste Bedürfnis hinausgeht – sei es als passiver Genuß oder Tätigkeitsäußerung – erscheint ihm als Luxus. Die Nationalökonomie, diese Wissenschaft des
Reichtums
, ist daher zugleich die Wissenschaft des Entsagens, des Darbens, der
Ersparung
, und sie kömmt wirklich dazu, dem Menschen sogar das
Bedürfnis
einer reinen
Luft
oder der physischen
Bewegung
zu
ersparen
. Diese Wissenschaft der wunderbaren Industrie ist zugleich die Wissenschaft der
Askese
, und ihr wahres Idealist der
asketische
, aber
wuchernde
Geizhals und der
asketische
, aber
produzierende
Sklave. Ihr moralisches Ideal ist der
Arbeiter
, der in die Sparkasse einen Teil seines salaire bringt, und sie hat für diesen ihren Lieblingseinfall sogar eine knechtische
Kunst
vorgefunden. Man hat das sentimental aufs Theater gebracht. Sie ist daher – trotz ihres weltlichen und wollüstigen Aussehns – eine wirklich moralische Wissenschaft, die allermoralischste Wissenschaft. Die Selbstentsagung, die Entsagung des Lebens und alter menschlichen Bedürfnisse, ist ihr Hauptlehrsatz. Je weniger du ißt, trinkst, Bücher kaufst, in das Theater, auf den Ball, zum Wirtshaus gehst, denkst, liebst, theoretisierst, singst, malst, fichtst
[1*]
etc., um so [mehr]
sparst
du, um so
größer
wird dein Schatz, den weder Motten noch Raub fressen, dein
Kapital
. Je weniger du
bist
, je weniger du dein Leben äußerst, um so mehr
hast
du, um so größer ist dein
entäußertes
Leben, um so mehr speicherst du auf von deinem entfremdeten Wesen. Alles, ||XVI| was dir der Nationalökonom an Leben nimmt und an Menschheit, das alles ersetzt er dir in
Geld
und
Reichtum
, und alles das, was du nicht kannst, das kann dein Geld: Es kann essen, trinken, auf den Ball, ins Theater gehn, es weiß sich die Kunst, die Gelehrsamkeit, die historischen Seltenheiten, die politische Macht, es kann reisen, es
kann
dir das alles aneignen; es kann das alles kaufen; es ist das wahre
Vermögen
. Aber es, was all dies ist, es
mag
nichts als sich selbst schaffen, sich selbst kaufen, denn alles andre ist ja sein Knecht, und wenn ich den Herrn habe, habe ich den Knecht und brauche ich seinen Knecht nicht. Alle Leidenschaften und alle Tätigkeit muß also untergehn in der
Habsucht
. Der Arbeiter darf nur soviel haben, daß [er] leben will, und darf nur leben wollen, um zu haben.>

Allerdings erhebt sich nun auf nationalökonomischem Boden eine Kontroverse. Die eine Seite (Lauderdale, Malthus etc.) empfiehlt den
Luxus
und verwünscht die Sparsamkeit; die andre (Say, Ricardo etc.) empfiehlt die Sparsamkeit und verwünscht den Luxus. Aber jene gesteht, daß sie den Luxus will, um die
Arbeit
, d.h. die absolute Sparsamkeit zu produzieren; die andre Seite gesteht, daß sie die Sparsamkeit empfiehlt, um den
Reichtum
, d.h. den Luxus zu produzieren. Die erstere Seite hat die
romantische
Einbildung, die Habsucht dürfe nicht allein die Konsumtion der Reichen bestimmen, und sie widerspricht ihren eignen Gesetzen, wenn sie die
Verschwendung
unmittelbar für ein Mittel der Bereicherung ausgibt, und von der andern Seite wird ihr daher sehr ernstlich und umständlich bewiesen, daß ich durch die Verschwendung meine
Habe
verringere und nicht vermehre; die andre Seite begeht die Heuchelei, nicht zu gestehn, daß grade die Laune und der Einfall die Produktion bestimmt; sie vergißt die „verfeinerten Bedürfnisse“, sie vergißt, daß ohne Konsumtion nicht produziert wurde; sie vergißt, daß die Produktion durch die Konkurrenz nur allseitiger, luxuriöser werden muß; sie vergißt, daß der Gebrauch ihr den Wert der Sache bestimmt und daß die Mode den Gebrauch bestimmt; sie wünscht nur „Nützliches“ produziert zu sehn, aber sie vergißt, daß die Produktion von zuviel Nützlichem zuviel
unnütze
Population produziert. Beide Seiten vergessen, daß Verschwendung und Ersparung, Luxus und Entblößung, Reichtum und Armut = sind.

Und nicht nur deine unmittelbaren Sinne, wie Essen etc., mußt du absparen; auch Teilnahme mit allgemeinen Interessen, Mitleiden, Vertrauen etc., das alles mußt du dir ersparen, wenn du ökonomisch sein willst, wenn du nicht an Illusionen zugrunde gehn willst.

<Du mußt alles, was dein ist,
feil
, d.h. nützlich machen. Wenn ich den Nationalökonomen frage: Gehorche ich den ökonomischen Gesetzen, wenn ich aus der Preisgebung, Feilbietung meines Körpers an fremde Wollust Geld ziehe (die Fabrikarbeiter in Frankreich nennen die Prostitution ihrer Frauen und Töchter die Xte Arbeitsstunde, was wörtlich wahr ist), oder handle ich nicht nationalökonomisch, wenn ich meinen Freund an die Marokkaner verkaufe (und der unmittelbare Menschenverkauf als Handel der Konskribierten etc. findet in allen Kulturländern statt), so antwortet mir der Nationalökonom: Meinen Gesetzen handelst du nicht zuwider; aber sieh dich um, was Frau Base Moral und Base Religion sagt; meine
nationalökonomische
Moral und Religion hat nichts an gegen dich einzuwenden, aber – Aber wem soll ich nun mehr glauben, der Nationalökonomie oder der Moral? – Die Moral der Nationalökonomie ist der
Erwerb
, die Arbeit und die Sparsamkeit, die Nüchternheit – aber die Nationalökonomie verspricht mir, meine Bedürfnisse zu befriedigen. – Die Nationalökonomie der Moral ist der Reichtum an gutem Gewissen, an Tugend etc., aber wie kann ich tugendhaft sein, wenn ich nicht bin, wie ein gutes Gewissen haben, wenn ich nichts weiß? Es ist dies im Wesen der Entfremdung gegründet, daß jede Sphäre einen andren und entgegengesetzten Maßstab an mich legt, einen andren die Moral, einen andren die Nationalökonomie, weil jede eine bestimmte Entfremdung des Menschen ist und jede> ||XVII| einen besondren Kreis der entfremdeten Wesenstätigkeit fixiert, jede sich entfremdet zu der andren Entfremdung verhält ... So wirft Herr
Michel Chevalier
dem Ricardo vor, daß er von der Moral abstrahiert. Aber Ricardo läßt die Nationalökonomie ihre eigne Sprache sprechen. Wenn diese nicht moralisch spricht, so ist es nicht die Schuld von Ricardo. M. Ch[evalier] abstrahiert von der Nationalökonomie, soweit er moralisiert, aber er abstrahiert notwendig und wirklich von der Moral, soweit er Nationalökonomie treibt. Die Beziehung der Nationalökonomie auf die Moral, wenn sie anders nicht willkürlich, zufällig und daher unbegründet und unwissenschaftlich ist, wenn sie nicht zum
Schein
vorgemacht, sondern als
wesentlich
gemeint wird, kann doch nur die Beziehung der nationalökonomischen Gesetze auf die Moral sein; wenn diese nicht, oder vielmehr das Gegenteil stattfindet, was kann Ricardo dafür? Übrigens ist auch der Gegensatz der Nationalökonomie und der Moral nur ein
Schein
und,
wie er ein
Gegensatz ist, wieder kein Gegensatz. Die Nationalökonomie drückt nur in
ihrer Weise
die moralischen Gesetze aus. –

<Die Bedürfnislosigkeit als das Prinzip der Nationalökonomie zeigt sich am
glänzendsten
in ihrer
Bevölkerungstheorie
. Es gibt zu
viel
Menschen. Sogar das Dasein der Menschen ist ein purer Luxus, und wenn der Arbeiter „
moralisch
“ ist (Mill schlagt öffentliche Belobungen für die vor, die sich enthaltsam in geschlechtlicher Beziehung zeigen, und öffentlichen Tadel für die, die sich versündigen an dieser Unfruchtbarkeit der Ehe
... ist das nicht Moral, Lehre von der Askese?), wird er
sparsam
sein an Zeugung. Die Produktion des Menschen erscheint als öffentliches Elend. –>

Der Sinn, den die Produktion in bezug auf die Reichen hat, zeigt sich
offenbart
in dem Sinne, den sie für die Armen hat; nach oben ist die Äußerung immer fein, versteckt, zweideutig, Schein, nach unten hin grob, gradheraus, offenherzig, Wesen. Das
rohe
Bedürfnis des Arbeiters ist eine viel größere Quelle des Gewinns als das
feine
des Reichen. Die Kellerwohnungen in London bringen ihren Vermietern mehr ein als die Paläste, d.h., sie sind in bezug auf ihn ein
größrer Reichtum
, also, um nationalökonomisch zu sprechen, ein größrer
gesellschaftlicher
Reichtum. – Und wie die Industrie auf die Verfeinerung der Bedürfnisse, ebensosehr spekuliert sie auf ihre
Roheit
, aber auf ihre künstlich hervorgebrachte Roheit, deren wahrer Genuß daher die
Selbstbetäubung
ist, diese
scheinbare
Befriedigung des Bedürfnisses, diese Zivilisation
innerhalb
der rohen Barbarei des Bedürfnisses. Die englischen Schnapsläden sind darum
sinnbildliche
Darstellungen des Privateigentums. Ihr
Luxus
zeigt das wahre Verhältnis des industriellen Luxus und Reichtums zum Menschen. Sie sind daher mit Recht auch die einzigen, wenigstens mild von der englischen Polizei behandelten Sonntagsvergnügungen des Volkes. |XVII||

||XVIII| Wir haben schon gesehn, wie der Nationalökonom Einheit von Arbeit und Kapital auf vielfache Art setzt. 1. Das Kapital ist
aufgehäufte Arbeit
; 2. die Bestimmung des Kapitals innerhalb der Produktion, teils die Reproduktion des Kapitals mit Gewinn, teils das Kapital als Rohstoff (Material der Arbeit), teils als selbst
arbeitendes Instrument
– die Maschine ist das unmittelbar mit der Arbeit identisch gesetzte Kapital –, ist
produktive Arbeit
; 3. der Arbeiter ist ein Kapital; 4. der Arbeitslohn gehört zu den Kosten des Kapitals; 5. in bezug auf den Arbeiter ist die Arbeit die Reproduktion seines Lebenskapitals; 6. in bezug auf den Kapitalisten ein Moment der Tätigkeit seines Kapitals.

Endlich 7. unterstellt der Nationalökonom die ursprüngliche Einheit beider als die Einheit von Kapitalist und Arbeiter, dies ist der paradiesische Urzustand. Wie diese beiden Momente ||XIX| als 2 Personen sich entgegenspringen, ist für den Nationalökonomen ein
zufälliges
und darum nur äußerlich zu erklärendes Ereignis. (Siehe Mill.) – Die Nationen, welche noch von dem sinnlichen Glanz der edlen Metalle geblendet und darum noch Fetischdiener des Metallgeldes sind – sind noch nicht die vollendeten Geldnationen. Gegensatz von Frankreich und England. – Wie sehr die Lösung der theoretischen Rätsel eine Aufgabe der Praxis und praktisch vermittelt ist, wie die wahre Praxis die Bedingung einer wirklichen und positiven Theorie ist, zeigt sich z.B. am
Fetischismus
. Das sinnliche Bewußtsein des Fetischdieners ist ein andres wie das des Griechen, weil sein sinnliches Dasein noch ein andres ist. Die abstrakte Feindschaft zwischen Sinn und Geist ist notwendig, solang der menschliche Sinn für die Natur, der menschliche Sinn der Natur, also auch der
natürliche
Sinn des
Menschen
, noch nicht durch die eigne Arbeit des Menschen produziert ist. – Die
Gleichheit
ist nichts andres als das deutsche Ich = Ich in französische, d.h. politische Form übersetzt. Die Gleichheit als
Grund
des Kommunismus ist seine
politische
Begründung und ist dasselbe, als wenn der Deutsche ihn sich dadurch begründet, daß er den Menschen als
allgemeines Selbstbewußtsein
faßt. Es versteht sich, daß die Aufhebung der Entfremdung immer von der Form der Entfremdung aus geschieht, welche die
herrschende
Macht ist, in Deutschland das
Selbstbewußtsein
, in Frankreich die
Gleichheit
, weil die Politik, in England das wirkliche, materielle, sich nur an sich selbst messende
praktische
Bedürfnis. Von diesem Punkt aus ist Proudhon zu kritisieren und anzuerkennen. – Wenn wir den
Kommunismus
selbst noch – weil als Negation der Negation, als die Aneignung des menschlichen Wesens, die sich mit sich durch Negation des Privateigent[ums vermi]ttelt, daher noch nicht als die
wahre
, von sich selbst, sondern vielmehr vom Privateigentum aus beginnende Position – bezeichnen, [...]
[2*]
in altdeutscher Weise – nach Weise der Hegelschen Phänomenologie – so aufzu- [...] als ein
überwundenes Moment
nun abgemacht sei und man [...] könne und sich dabei beruhigen könne, ihn in seinem Bewußtsein aufge- [...] des menschlichen Wesens nur durch die
wirkliche
[...] aufhebung seines Gedankens nach wie vor [...] da also mit ihm die wirkliche Entfremdung des menschlichen Lebens bleibt und eine um so größere Entfremdung bleibt, je mehr man ein Bewußtsein über sie als eine solche hat – vollbracht werden kann, so ist sie also nur durch den ins Werk gesetzten Kommunismus zu vollbringen. um den
Gedanken
des Privateigentums aufzuheben, dazu reicht der
gedachte
Kommunismus vollständig aus. Um das wirkliche Privateigentum aufzuheben, dazu gehört eine
wirkliche
kommunistische Aktion. Die Geschichte wird sie bringen, und jene Bewegung, die wir
in Gedanken
schon als eine sich selbst aufhebende wissen, wird in der Wirklichkeit einen sehr rauhen und weitläufigen Prozeß durchmachen. Als einen wirklichen Fortschritt müssen wir es aber betrachten, daß wir von vornherein sowohl von der Beschränktheit als dem Ziel der geschichtlichen Bewegung, und ein sie überbietendes Bewußtsein erworben haben. –

Wenn die kommunistischen
Handwerker
sich vereinen, so gilt ihnen zunächst die Lehre, Propaganda etc. als Zweck. Aber zugleich eignen sie sich dadurch ein neues Bedürfnis, das Bedürfnis der Gesellschaft an, und was als Mittel erscheint, ist zum Zweck geworden. Diese praktische Bewegung kann man in ihren glänzendsten Resultaten anschauen, wenn man sozialistische französische ouvriers vereinigt sieht. Rauchen, Trinken, Essen etc. sind nicht mehr da als Mittel der Verbindung oder als verbindende Mittel. Die Gesellschaft, der Verein, die Unterhaltung, die wieder die Gesellschaft zum Zweck hat, reicht ihnen hin, die Brüderlichkeit der Menschen ist keine Phrase, sondern Wahrheit bei ihnen, und der Adel der Menschheit leuchtet uns aus den von der Arbeit verhärteten Gestalten entgegen.

||XX| <Wenn die Nationalökonomie behauptet, daß Nachfrage und Zufuhr sich immer decken, so vergißt sie sogleich, daß nach ihrer eignen Behauptung die Zufuhr von
Menschen
(Bevölkerungstheorie) immer die Nachfrage übersteigt, daß also bei dem wesentlichen Resultat der ganzen Produktion – der Existenz des Menschen – das Mißverhältnis zwischen Nachfrage und Zufuhr seinen entschiedensten Ausdruck erhält.

Wie sehr das Geld, das als Mittel erscheint, die wahre
Macht
und der einzige
Zweck
ist – wie sehr überhaupt
das Mittel
, das mich zum Wesen macht, das mir das fremde gegenständliche Wesen aneignet,
Selbstzweck
ist ..., das kann man daraus ersehn, wie Grundeigentum, da wo der Boden die Lebensquelle,
Pferd
und
Schwert
, da wo sie das
wahre Lebensmittel
sind – auch als die wahren politischen Lebensmächte anerkannt sind. Im Mittelalter ist ein Stand emanzipiert, sobald er das
Schwert
tragen darf. Bei nomadischen Bevölkerungen ist das
Roß
das, was mich zum Freien, zum Teilnehmer am Gemeinwesen macht. –

Wir haben oben gesagt, daß der Mensch zu der
Höhlenwohnung
etc., aber zu ihr unter einer entfremdeten, feindseligen Gestalt zurückkehrt. Der Wilde in seiner Höhle – diesem unbefangen sich zum Genuß und Schutz darbietenden Naturelement – fühlt sich nicht fremder, oder fühlt sich vielmehr so heimisch, als der
Fisch
im Wasser. Aber die Kellerwohnung des Armen ist ein feindliches, als „fremde Macht an sich haltende Wohnung, die sich ihm nur hingibt, sofern er seinen Blutschweiß ihr hingibt“, die er nicht als seine Heimat – wo er endlich sagen könnte, hier bin ich zu Hause – betrachten darf, wo er sich vielmehr in dem Haus eines
andern
, in einem
fremden
Hause, befindet, der täglich auf der Lauer steht und ihn hinauswirft, wenn er nicht die Miete zahlt. Ebenso weiß er der Qualität nach seine Wohnung im Gegensatz zur
jenseitigen
, im Himmel des Reichtums, residierenden menschlichen Wohnung.

Die Entfremdung erscheint sowohl darin, daß
mein
Lebensmittel eines
andern
ist, daß das, was
mein
Wunsch, der unzugängliche Besitz eines
andern
ist, als daß jede Sache selbst ein
andres
als sie selbst, als daß meine Tätigkeit ein
andres
, als endlich – und das gilt auch für den Kapitalisten – daß überhaupt die
unmenschliche
Macht her[rscht]
[3*]
.

Die Bestimmung des sich nur zum Genuß preisgebenden, untätigen und verschwendenden Reichtums – worin der Genießende zwar einerseits sich als ein nur
vergängliches
, wesenlos sich austobendes Individuum
betätigt
, und ebenso die fremde Sklavenarbeit, den menschlichen
Blutschweiß
als die Beute seiner Begierde und darum den Menschen selbst, also auch sich selbst als ein aufgeopfertes, nichtiges Wesen weiß, wobei die Menschenverachtung als Übermut, als ein Wegwerfen dessen, was hundert menschliche Leben fristen kann, teils als die infame Illusion erscheint, daß seine zügellose Verschwendung und haltlose, improduktive Konsumtion die
Arbeit
und damit die
Subsistenz
des andren bedingt – der die Verwirklichung der menschlichen
Wesenskräfte
nur als Verwirklichung seines Unwesens, seiner Laune und willkürlich bizarren Einfälle weiß – dieser Reichtum, der aber andrerseits den Reichtum als ein bloßes Mittel und nur der Vernichtung wertes Ding weiß, der also zugleich sein Sklave und sein Herr, zugleich großmütig und niederträchtig, launenhaft, dünkelhaft, eingebildet, fein, gebildet, geistreich ist – dieser Reichtum hat noch nicht den
Reichtum
als eine gänzlich
fremde Macht
über sich selbst erfahren; er sieht in ihm vielmehr nur seine eigne Macht, und [nicht]
[4*]
der Reichtum, sondern der
Genuß
[ist ihm letzter]
[5*]
Endzweck. Dieser [...]
[6*]
||XXI| und der glänzenden, durch den sinnlichen Schein geblendeten Illusion über das Wesen des Reichtums tritt der
arbeitende, nüchterne, prosaische, ökonomischie

[7*]
über das Wesen des Reichtums aufgeklärte Industrielle gegenüber – und wie er seiner Genußsucht einen größeren Umkreis verschafft, ihm schöne Schmeicheleien in seinen Produktionen sagt – seine Produkte sind ebensoviel niedrige Komplimente an die Gelüste des Verschwenders –, so weiß er die jenem verschwindende Macht auf die einzig
nützliche
Weise sich selbst anzueignen. Wenn sonach der industrielle Reichtum zunächst als Resultat des verschwenderischen, phantastischen Reichtums erscheint – so verdrängt die Bewegung des erstern auch auf tätige Weise, durch ihm eigne Bewegung den letztern. Das Fallen des
Geldzinses
ist nämlich eine notwendige Konsequenz und Resultat der industriellen Bewegung. Die Mittel des verschwenderischen Rentiers vermindern sich also täglich grade in
umgekehrtem
Verhältnis zur Vermehrung der Mittel und Fallstricke des Genusses. Er muß also entweder sein Kapital selbst verzehren, also zugrunde gehn oder selbst zum industriellen Kapitalisten werden... Andrerseits steigt zwar die
Grundrente
unmittelbar beständig durch den Lauf der industriellen Bewegung, aber – wir haben es schon gesehn – es kömmt notwendig ein Zeitpunkt, wo das Grundeigentum in die Kategorie des mit Gewinn sich reproduzierenden Kapitals, wie jedes andre Eigentum, fallen muß – und zwar ist dies das Resultat derselben industriellen Bewegung. Also muß auch der verschwenderische Grundherr entweder sein Kapital verzehren, also zugrunde gehn – oder selbst der Pächter seines eignen Grundstücks – ackerbauender Industrieller werden. – Die Verminderung des Geldzinses – welche Proudhon als die Aufhebung des Kapitals und als Tendenz nach der Sozialisierung des Kapitals betrachtet – ist daher vielmehr unmittelbar nur ein Symptom von dem vollständigen Sieg des arbeitenden Kapitals über den verschwenderischen Reichtum, d.h. die Verwandlung alles Privateigentums in industrielles Kapital – der vollständige Sieg des Privateigentums über alle dem
Schein
nach noch menschlichen Qualitäten desselben und die völlige Unterjochung des Privateigentümers unter das Wesen des Privateigentums – die
Arbeit
. Allerdings genießt auch der industrielle Kapitalist. Er kehrt keineswegs zur unnatürlichen Einfachheit des Bedürfnisses zurück, aber sein Genuß ist nur Nebensache, Erholung, untergeordnet der Produktion, dabei
berechneter
, also selbst
ökonomischer
Genuß, denn er schlägt seinen Genuß zu den Kosten des Kapitals, und sein Genuß darf ihm daher nur soviel kosten, daß das an ihm Verschwendete durch die Reproduktion des Kapitals mit Gewinn wieder ersetzt wird. Der Genuß ist also unter das Kapital, das genießende Individuum unter das kapitalisierende subsumiert, während früher das Gegenteil stattfand. Die Abnehmung der Zinsen ist daher nur insofern ein Symptom der Aufhebung des Kapitals, als sie ein Symptom seiner sich vollendenden Herrschaft, der sich vollendenden und daher ihrer Aufhebung zueilenden Entfremdung ist. Dies ist überhaupt die einzige Weise, wie das Bestehende sein Gegenteil bestätigt. –> Der Zank der Nationalökonomen über Luxus und Ersparung ist daher nur der Zank der über das Wesen des Reichtums ins klare gekommenen Nationalökonomie mit derjenigen, die noch mit romantischen, antiindustriellen Erinnerungen behaftet ist. Beide Teile wissen sich aber den Gegenstand des Streits nicht auf seinen einfachen Ausdruck zu bringen und werden daher nicht miteinander fertig. –|XXI||

||XXXIV| Die
Grundrente
wurde ferner qua Grundrente gestürzt – indem von der neuern Nationalökonomie im Gegensatz zu dem Argument der Physiokraten, der Grundeigentümer sei der einzig wahre Produzent, vielmehr bewiesen wurde, daß der Grundeigentümer als solcher vielmehr der einzige ganz improduktive Rentier sei. Die Agrikultur sei Sache des Kapi-talisten, der seinem Kapital diese Anwendung gebe, wenn er von ihr den gewöhnlichen Gewinn zu erwarten habe. Die Aufstellung der Physiokraten – daß das Grundeigentum als das einzig produktive Eigentum allein die Staatssteuer zu zahlen, also auch allein sie zu bewilligen und teil an dem Staatswesen zu nehmen habe – verkehrt sich daher in die umgekehrte Bestimmung, daß die Steuer auf Grundrente die einzige Steuer auf ein improduktives Einkommen sei, daher die einzige Steuer, welche der nationalen Produktion nicht schädlich sei. Es versteht sich, daß, so gefaßt, auch das politische Vorrecht der Grundeigentümer nicht mehr aus ihrer hauptsächlichen Besteuerung folgt. –

Alles, was Proudhon als Bewegung der Arbeit gegen das Kapital faßt, ist nur die Bewegung der Arbeit in der Bestimmung des Kapitals, des
industriellen Kapitals
gegen das nicht
als
Kapital, d.h. nicht industriell sich konsumierende Kapital. Und diese Bewegung geht ihren siegreichen Weg, d.h. den Weg des Sieges des
industriellen
Kapitals. – Man sieht also, daß erst, indem die
Arbeit
als Wesen des Privateigentums gefaßt wird, auch die nationalökonomische Bewegung als solche in ihrer wirklichen Bestimmtheit durchschaut werden kann. –

Die
Gesellschaft
– wie sie für den Nationalökonomen erscheint – ist die
bürgerliche Gesellschaft
, worin jedes Individuum ein Ganzes von Bedürfnissen ist und es nur ||XXXV| für den andern, wie der andre nur für es da ist, insofern sie sich wechselseitig zum Mittel werden. Der Nationalökonom – so gut, wie die Politik in ihren
Menschenrechten
– reduziert alles auf den Menschen, d.h. auf das Individuum, von welchem er alle Bestimmtheit abstreift, um es als Kapitalist oder Arbeiter zu fixieren. – Die
Teilung der Arbeit
ist der nationalökonomische Ausdruck von der
Gesellschaftlichkeit der Arbeit
innerhalb der Entfremdung. Oder, da die
Arbeit
nur ein Ausdruck der menschlichen Tätigkeit innerhalb der Entäußerung, der Lebensäußerung als Lebensentäußerung ist, so ist auch die
Teilung der Arbeit
nichts andres als das
entfremdete, entäußerte
Setzen der menschlichen Tätigkeit als einer
realen Gattungstätigkeit
oder als
Tätigkeit des Menschen als Gattungswesen
.

Über das
Wesen der Teilung der Arbeit
– welche natürlich als ein Hauptmotor der Produktion des Reichtums gefaßt werden mußte, sobald die
Arbeit
als das
Wesen
des
Privateigentums
erkannt war – d.h., über diese
entfremdete und entäußerte Gestalt
der
menschlichen Tätigkeit als Gattungstätigkeit
sind die Nationalökonomen sehr unklar und sich widersprechend.

Adam Smith:
„Die
Teilung der Arbeit
verdankt nicht der menschlichen Weisheit ihren Ursprung. Sie ist die notwendige, langsame und stufenweise Konsequenz des Hangs zum Austausch und des wechselseitigen Verschacherns der Produkte. Dieser Hang zum Handel ist wahrscheinlich eine notwendige Folge des Gebrauchs der Vernunft und des Wortes. Er ist allen Menschen gemeinschaftlich, findet sich bei keinem Tier. Das Tier, sobald es erwachsen ist, lebt auf seine Faust. Der Mensch hat beständig die Unterstützung von andern nötig, und vergeblich würde er sie bloß von ihrem Wohlwollen erwarten. Es wird viel sicherer sein, sich an ihr persönliches Interesse zu wenden und sie zu Überreden, ihr eigner Vorteil erheische das zu tun, was er von ihnen wünscht. Wir adressieren uns bei andern Menschen nicht an ihre
Menschheit

[8*]
, sondern an ihren
Egoismus

[9*]
wir sprechen ihnen niemals von
unsern Bedürfnissen

[10*]
, sondern immer von
ihrem Vorteil

[11*]
. – Da wir also durch Tausch, Handel, Schacher die Mehrzahl der guten Dienste, die uns wechselseitig nötig sind, erhalten, so ist es diese Disposition zum
Schacher
, welche der
Teilung der Arbeit
ihren Ursprung gegeben hat. Z.B. In einem Tribus von Jägern oder Hirten macht ein Privatmann Bogen und Sehnen mit mehr Geschwindigkeit und Geschicklichkeit als ein andrer. Er vertauscht oft mit seinen Genossen diese Arten von Tagwerk gegen Vieh und Wild, er bemerkt bald, daß er letzteres durch dieses Mittel sich leichter verschaffen kann, als wenn er selbst auf die Jagd ginge. Aus interessierter Berechnung macht er also aus der Fabrikation der Bogen etc. seine Hauptbeschäftigung. Die Differenz der
natürlichen Talente

[12*]
unter den Individuen ist nicht sowohl die
Ursache

[13*]
als der
Effekt

[14*]
der Teilung der Arbeit ... Ohne die Disposition des Menschen, zu handeln und tauschen, wäre jeder verpflichtet gewesen, sich selbst alle Notwendigkeiten und Bequemlichkeiten des Lebens zu verschaffen. Jeder hätte
dasselbe Tagewerk

[15*]
zu erfüllen gehabt, und jene große
Differenz

[16*]
der
Beschäftigungen

[17*]
, welche allein eine große Differenz der Talente erzeugen kann, hätte nicht stattgefunden. – Wie nun dieser Hang zum Tauschen die Verschiedenheit der Talente erzeugt unter den Menschen, so ist es auch derselbe Hang, der diese Verschiedenheit nützlich macht. – Viele Tierracen, obgleich von derselben species, haben von der Natur unterschiedene Charaktere erhalten, die in bezug auf ihre Anlagen augenfälliger sind, als man bei den ungebildeten Menschen beobachten könnte. Von Natur ist ein Philosoph nicht halb so verschieden von einem Sackträger an Talent und Intelligenz als ein Haushund von einem Windhund, ein Windhund von einem Wachtelhund und dieser von einem Schäferhund. Dennoch sind diese verschiednen Tierracen, obgleich von derselben species, fast von gar keiner Nützlichkeit füreinander. Der Hofhund kann den Vorteilen seiner Stärke ||XXXVI| nichts hinzufügen dadurch, daß er sich etwa der Leichtigkeit des Windhundes etc. bediente. Die Wirkungen dieser verschiednen Talente oder Stufen der Intelligenz können, aus Mangel der Fähigkeit oder des Hangs zum Handel und Austausch, nicht zusammen, in Gemeinschaft, geworfen werden und können durchaus nicht zum
Vorteil
oder zur
gemeinschaftlichen Bequemlichkeit

[18*]
der
species

[19*]
beitragen ... Jedes Tier muß sich selbst unterhalten und beschützen, unabhängig von den andern – es kann nicht den geringsten Nutzen von der Verschiedenheit der Talente ziehn, welche die Natur unter seinesgleichen verteilt hat. Unter den Menschen dagegen sind die disparatesten Talente einander nützlich, weil die
verschiednen Produkte

[20*]
jeder ihrer respektiven Industriezweige, vermittelst dieses allgemeinen Hangs zum Handel und Austausch, sich sozusagen in eine gemeinschaftliche Masse geworfen finden, wo jeder Mensch nach seinen Bedürfnissen kaufen gehn kann irgendeinen Teil des Produkts der Industrie des andern. – Weil dieser Hang zum Austausch der
Teilung der Arbeit
ihren Ursprung gibt, so ist folglich das
Wachstum dieser Teilung

[21*]
immer beschränkt durch die
Ausdehnung

[22*]
der
Fähigkeit auszutauschen

[23*]
oder, in andern Worten, durch die
Ausdehnung

[24*]

des

[25*]

Marktes
. Ist der Markt sehr klein, so wird niemand ermutigt sein, sich gänzlich einer einzigen Beschäftigung zu ergeben, aus Mangel, das Mehr des Produkts seiner Arbeit, welches seine eigne Konsumtion übersteigt, gegen ein gleiches Mehr des Produkts der Arbeit eines andern, das er sich zu verschaffen wünschte, austauschen zu können ...“ Im
fortgeschrittnen

[26*]
Zustand: „Jeder Mensch besteht von échanges, vom Austausch und wird eine Art von
Handelsmann

[27*]
, und die Gesellschaft
selbst

[28*]
ist eigentlich eine
handelstreibende

[29*]
Gesellschaft.“ (Sieh Destutt de Tracy: „Die Gesellschaft ist eine Reihe von wechselseitigem Austausch, in dem
Commerce
liegt des ganze Wesen der Gesellschaft.“
) „ ... Die Akkumulation der Kapitalien steigt mit der Teilung der Arbeit und wechselseitig.“ –

Soweit
Adam Smith

.

„Wenn jede Familie die Totalität der Gegenstände ihrer Konsumtion erzeugte, könnte die Gesellschaft in Gang bleiben, obgleich sich keine Art von Austausch bewerkstelligte –
ohne fundamental

[30*]
zu sein, ist der Austausch unentbehrlich in dem avancierten Zustand unsrer Gesellschaft – die Teilung der Arbeit ist eine geschickte Anwendung der Kräfte des Menschen – sie vermehrt also die Produkte der Gesellschaft, ihre Macht und ihre Genüsse, aber sie beraubt, vermindert die Fähigkeit jedes Menschen individuell genommen. – Die Produktion kann ohne den Austausch nicht stattfinden.“ –

So J.B.
Say

.

„Die dem Menschen inhärenten Kräfte sind: seine Intelligenz und seine physische Anlage zur Arbeit; diejenigen, welche von dem gesellschaftlichen Zustand ihren Ursprung ableiten, bestehn: in der Fähigkeit, die
Arbeit
zu
teilen

[31*]
und die
verschiednen Arbeiten unter die verschiednen Menschen auszuteilen

[32*]
... und in dem
Vermögen
, die
wechselseitigen Dienste

[33*]
auszutauschen und die Produkte, welche diese Mittel konstituieren ... Das Motiv, warum ein Mensch dem andern seine Dienste widmet, ist der Eigennutz – der Mensch verlangt eine Rekompens für die einem andern geleisteten Dienste. – Das Recht des exklusiven Privateigentums ist unentbehrlich, damit sich der Austausch unter den Menschen etabliere.“ „Austausch und Teilung der Arbeit bedingen sich wechselseitig.“

So
Skarbek

.

Mill
stellt den entwickelten Austausch, den
Handel
, als
Folge der Teilung der Arbeit
dar.

„Die Tätigkeit des Menschen kann auf sehr einfache Elemente reduziert werden. Er kann in Wahrheit nichts mehr tun, als Bewegung produzieren; er kann die Sachen bewegen, um sie voneinander zu ent- ||XXXVII| fernen oder einander zu nähern; die Eigenschaften der Materie tun das übrige. Bei der Anwendung der Arbeit und der Maschinen endet man oft, daß die Wirkungen durch eine geschickte Verteilung vermehrt werden können, durch Trennung der Operationen, die sich entgegenstehn, und durch Vereinigung aller derjenigen, welche auf irgendeine Weise sich wechselseitig fördern können. Da im allgemeinen die Menschen nicht viele verschiedne Operationen mit gleicher Geschwindigkeit und Geschicklichkeit exekutieren können, wie die Gewohnheit ihnen diese Fähigkeit für die Ausübung einer kleinem Zahl verschafft – so ist es immer vorteilhaft, soviel als möglich die Zahl der jedem Individuum anvertrauten Operationen zu beschränken. – Zur Teilung der Arbeit und Verteilung der Kräfte des Menschen und der Maschinen auf die vorteilhafteste Art ist es notwendig in einer Menge von Fällen, auf einer großen Stufenleiter zu operieren oder, in andren Worten, die Reichtümer in großen Massen zu produzieren. Dieser Vorteil ist der Entstehungsgrund der großen Manufakturen, von denen oft eine kleine, unter günstigen Verhältnissen gegründete Anzahl manchmal nicht nur ein einziges, sondern mehre Länder approvisioniert mit der hier verlangten Quantität von den durch sie produzierten Objekten.“

So
Mill

.

Die ganze moderne Nationalökonomie aber stimmt darin überein, daß Teilung der Arbeit und Reichtum der Produktion, Teilung der Arbeit und Akkumulation des Kapitals sich wechselseitig bedingen, wie daß des
freigelaßne
, sich selbst überlaßne Privateigentum allein die nützlichste und umfassendste Teilung der Arbeit hervorbringen kann.

Adam Smiths
Entwicklung läßt sich dahin resümieren: Die Teilung der Arbeit gibt der Arbeit die unendliche Produktionsfähigkeit. Sie ist begründet in dem
Hang
zum
Austausch
und
Schacher
, einem spezifisch menschlichen Hang, der wahrscheinlich nicht zufällig, sondern durch den Gebrauch der Vernunft und der Sprache bedingt ist. Das Motiv des Austauschenden ist nicht die
Menschheit
, sondern der
Egoismus
. Die Verschiedenartigkeit der menschlichen Talente ist mehr die Wirkung als die Ursache der Teilung der Arbeit, i.e. des Austauschs. Auch macht letzteren erst diese Verschiedenheit nützlich. Die besondren Eigenschaften der verschiedenen Racen einer Tierart sind von Natur schärfer als die Verschiedenheit menschlicher Anlage und Tätigkeit. Weil die Tiere aber nicht
auszutauschen
vermögen, nützt keinem Tierindividuum die unterschiedne Eigenschaft eines Tiers von derselben Art, aber von verschiedner Race. Die Tiere vermögen nicht die unterschiednen Eigenschaften ihrer species zusammenzulegen; sie vermögen nichts zum
gemeinschaftlichen
Vorteil und Bequemlichkeit ihrer species beizutragen. Anders der
Mensch
, wo die disparatesten Talente und Tätigkeitsweisen sich wechselseitig nützen,
weil
sie ihre
verschiednen
Produkte zusammenwerfen können in eine gemeinschaftliche Masse, wovon jeder kaufen kann. Wie die Teilung der Arbeit aus dem Hang des
Austauschs
entspringt, so wächst sie und ist begrenzt durch die
Ausdehnung
des
Austauschs
, des
Marktes
. Im fortgeschrittnen Zustand jeder Mensch
Handelsmann
, die Gesellschaft eine
Handelsgesellschaft
.

Say
betrachtet den
Austausch
als zufällig und nicht fundamental. Die Gesellschaft könnte ohne ihn bestehn. Er wird unentbehrlich im avancierten Zustand der Gesellschaft. Dennoch kann die
Produktion ohne ihn
nicht stattfinden. Die Teilung der Arbeit ist ein
bequemes, nützliches
Mittel, eine geschickte Anwendung der menschlichen Kräfte für den gesellschaftlichen Reichtum, aber sie vermindert die
Fähigkeit jedes Menschen individuell
genommen. Die letztere Bemerkung ist ein Fortschritt von Say.

Skarbek
unterscheidet die
individuellen
, dem
Menschen inhärenten
Kräfte, Intelligenz und physische Disposition zur Arbeit, von den von der Gesellschaft
hergeleiteten
Kräften,
Austausch
und
Teilung der Arbeit
, die sich wechselseitig bedingen. Aber die notwendige Voraussetzung des Austausches ist des
Privateigentum
. Skarbek drückt hier unter objektiver Form aus, was Smith, Say, Ricaudo etc. sagen, wenn sie den
Egoismus
, das
Privatinteresse
als Grund des Austausches oder den
Schacher
als die
wesentliche
und
adäquate
Form des Austausches bezeichnen.

Mill
stellt den
Handel
als Folge der
Teilung der Arbeit
dar. Die
menschliche
Tätigkeit reduziert sich ihm auf eine
mechanische Bewegung
. Teilung der Arbeit und Anwendung von Maschinen befördern den Reichtum der Produktion. Man muß jedem Menschen einen möglichst kleinen Kreis von Operationen anvertrauen. Ihrerseits bedingen Teilung der Arbeit und Anwendung von Maschinen die Produktion des Reichtums in Masse, also Konzentrierung der Produk[tion]
[34*]
. Dies der Grund der großen Manufakturen.

||XXXVIII| Die Betrachtung der
Teilung der Arbeit
und des
Austausches
sind von höchstem Interesse, weil sie die
sinnfällig entäußerten
Ausdrücke der menschlichen
Tätigkeit
und
Wesenskraft
als einer
gattungsmäßigen
Tätigkeit und Wesenskraft sind.

Daß die
Teilung der Arbeit
und der
Austausch
auf dem
Privateigentum
beruhn, ist nichts anders als die Behauptung, daß die
Arbeit
das Wesen des Privateigentums ist, eine Behauptung, die der Nationalökonom nicht beweisen kann und die wir für ihn beweisen wollen. Eben darin, daß
Teilung

der Arbeit
und
Austausch
Gestaltungen des Privateigentums sind, eben darin liegt der doppelte Beweis, sowohl daß des
menschliche
Leben zu seiner Verwirklichung des
Privateigentums
bedurfte wie andrerseits, daß es jetzt der Aufhebung des Privateigentums bedarf.

Teilung der Arbeit
und
Austausch
sind die beiden
Erscheinungen
, bei denen der Nationalökonom auf die Gesellschaftlichkeit seiner Wissenschaft pocht und den Widerspruch seiner Wissenschaft, die Begründung der Gesellschaft durch des ungesellschaftliche Sonderinteresse in einem Atemzug bewußtlos ausspricht.

Die Momente, die wir zu betrachten haben, sind: Einmal wird der
Hang
des
Austauschs
– dessen Grund im Egoismus gefunden wird – als Grund oder Wechselwirkung der Teilung der Arbeit betrachtet. Say betrachtet den Austausch als nicht
fundamental
für des Wesen der Gesellschaft. Der Reichtum, die Produktion wird durch die Teilung der Arbeit und den Austausch erklärt. Die Verarmung und Entwesung der individuellen Tätigkeit durch die Teilung der Arbeit wird zugestanden. Austausch und Teilung der Arbeit werden als Produzenten der großen
Verschiedenheit der menschlichen Talente
anerkannt, eine Verschiedenheit, welche durch ersteren auch wieder
nützlich
wird. Skarbek teilt die Produktions- oder produktiven Wesenskräfte des Menschen in 2 Teile, 1. die individuellen und ihm inhärenten, seine Intelligenz und spezielle Arbeitsdisposition oder Fähigkeit, 2. die von der Gesellschaft – nicht vorn wirklichen Individuum –
abgeleiteten
, die Teilung der Arbeit und den Austausch. – Ferner: Die Teilung der Arbeit ist durch den
Markt
beschränkt. – Die menschliche Arbeit ist einfache
mechanische Bewegung
; die Hauptsache tun die materiellen Eigenschaften der Gegenstände. – Einem Individuum müssen wenigst mögliche Operationen zugeteilt werden. – Spaltung der Arbeit und Konzentrierung des Kapitals, die Nichtigkeit der individuellen Produktion und die Produktion des Reichtums in Masse. – Verstand des freien Privateigentums in der Teilung der Arbeit. |XXXVIII||

Redaktionelle Fußnoten

1*.
„fichtst“ in der Handschrift nicht eindeutig zu entziffern

2*.
Von dieser Manuskriptseite ist ein Stuck abgerissen

3*.
Manuskript beschädigt

4*.
Manuskript beschädigt

5*.
Manuskript beschädigt

6*.
von dieser Manuskriptseite ist ein Stück abgerissen; es fehlen etwa drei Zeilen

7*.
„
ökonomische
“ steht in der Handschrift über „
prosaische
„

8*.
Hervorhebung von Marx

9*.
Hervorhebung von Marx

10*.
Hervorhebung von Marx

11*.
Hervorhebung von Marx

12*.
Hervorhebung von Marx

13*.
Hervorhebung von Marx

14*.
Hervorhebung von Marx

15*.
Hervorhebung von Marx

16*.
Hervorhebung von Marx

17*.
Hervorhebung von Marx

18*.
Hervorhebung von Marx

19*.
Hervorhebung von Marx

20*.
Hervorhebung von Marx

21*.
Hervorhebung von Marx

22*.
Hervorhebung von Marx

23*.
Hervorhebung von Marx

24*.
Hervorhebung von Marx

25*.
Hervorhebung von Marx

26*.
Hervorhebung von Marx

27*.
Hervorhebung von Marx

28*.
Hervorhebung von Marx

29*.
Hervorhebung von Marx

30*.
Hervorhebung von Marx

31*.
Hervorhebung von Marx

32*.
Hervorhebung von Marx

33*.
Hervorhebung von Marx

34*.
„Produk[tion]“ in der Handschrift nicht eindeutig zu entziffern

Anmerkungen

24.
Siehe James Mill
Élémens d’économie politique ...
, Paris 1823, p.59. Es heißt dort: „Il suffirait peut-être que le blâme public pesât de toute sa force sur les hommes qui, par leur imprévoyance, et en se créant une nombreuse famille, sont tombés dans la pauvreté et la dépendance, et que l’approbation publique devint la récompense de ceux qui par une sage réserve se sont garantis de la misère et de la dégradation“ (Es würde vielleicht hinreichen, daß der öffentliche blâme (Tadel) mit all seiner Kraft auf die Menschen fiele, die durch ihre Unvorsichtigkeit und durch Erschaffung einer zahlreichen Familie in Armut und Abhängigkeit verfallen sind und daß die öffentliche Approbation die Belohnung derer wird. die durch eine weise Zurückhaltung sich vor dem Elend und der Degradation garantiert haben. [Nach der Übersetzung von Marx in seinem Exzerpt „James Mill.
Élémens d’économie politique.
Traduits par J.T. Parisot. Paris 1823“; siehe
Marx-Engels-Gesamtausgabe
, Erste Abteilung, Band 3, Berlin 1932, S.523-524]).

25.
Hier folgt die Fortsetzung der
Auseinandersetzung mit der
Hegelschen Dialektik
und Philosophie überhaupt
(S.XVII-XVIII), die nach dem Hinweis von Marx (siehe oben in der
Vorrede
) im
Schlußkapitel
wiedergegeben wird (siehe unten).

26.
Hier beginnt der letzte Teil der
Auseinandersetzung mit der
Hegelschen Dialektik
und Philosophie überhaupt
(S.XXIII-XXXIV), der nach dem Hinweis von Marx (siehe oben in der
Vorrede
) im
Schlußkapitel
wiedergegeben wird (siehe unten).

27.
Destutt de Tracy,
Élémens d’idéologie. IV
e
et V
e
parties. Traité de la volonté et de ses effets
, Paris 1826, p.68 und 78.

28.
Adam Smith,
Recherches sur la nature et les causes de la richesse des nations
, Paris 1802, t.I (1.I, chap. II-IV), p.29-46.

29.
Jean-Baptiste Say,
Traité d’économie politique ...
, 3
me
éd., Paris 1817, t.I, p.300, 76-77 und t.II, p.6.

30.
Frédéric Skarbek,
Théorie des richesses sociales
, Paris 1829, t.I, p.25-27, 75. Der letzte Satz des Zitats ist eine Zusammenfassung der von Skarbek auf den Seiten 121-132 seines Buches entwickelten Gedanken.

31.
James Mill,
Élémens d’économie politique ...
, Paris 1823, p.7 und 11-12.

32.
Hier beginnt im Manuskript der Text der
Vorrede
(S.XXXIX-XL), der der gesamten Arbeit voran gestellt wurde (siehe oben).

### [Geld]

||XLI| Wenn die
Empfindungen
, Leidenschaften etc. des Menschen nicht nur anthropologische Bestimmungen im [engeren] Sinn, sondern wahrhaft
ontologische
Wesens-(Natur-)bejahungen sind – und wenn sie nur dadurch wirklich sich bejahen, daß ihr
Gegenstand sinnlich
für sie ist, so versteht sich, 1. daß die Weise ihrer Bejahung durchaus nicht eine und dieselbe ist, sondern vielmehr die unterschiedne Weise der Bejahung die Eigentümlichkeit ihres Daseins, ihres Lebens bildet; die Weise, wie der Gegenstand für sie, ist die eigentümliche Weise ihres
Genusses
; 2. da, wo die sinnliche Bejahung unmittelbares Aufheben des Gegenstandes in seiner selbständigen Form ist (Essen, Trinken, Bearbeiten des Gegenstandes etc.), ist dies die Bejahung des Gegenstandes; 3. insofern der Mensch
menschlich
, also auch seine Empfindung etc.
menschlich
ist, ist die Bejahung des Gegenstandes durch einen andren, ebenfalls sein eigner Genuß; 4. erst durch die entwickelte Industrie, i.e. durch die Vermittlung des Privateigentums, wird des ontologische Wesen der menschlichen Leidenschaft sowohl in seiner Totalität als in seiner Menschlichkeit; die Wissenschaft vom Menschen ist also selbst ein Produkt der praktischen Selbstbetätigung des Menschen; 5. der Sinn des Privateigentums – losgelöst von seiner Entfremdung – ist das
Dasein
der
wesentlichen Gegenstände
für den Menschen, sowohl als Gegenstand des Genusses wie der Tätigkeit. –

Das
Geld
, indem es die
Eigenschaft
besitzt, alles zu kaufen, indem es die
Eigenschaft
besitzt, alle Gegenstände sich anzueignen, ist also der
Gegenstand
im eminenten Besitz. Die Universalität seiner
Eigenschaft
ist die Allmacht seines Wesens; es gilt daher als allmächtiges Wesen ... Das Geld ist der
Kuppler
zwischen dem Bedürfnis und dem Gegenstand, zwischen dem Leben und dem Lebensmittel des Menschen.
Was
mir aber
mein
Leben vermittelt, das
vermittelt mir
auch das Dasein der andren Menschen für mich. Das ist für mich der
andre
Mensch.

„Was Henker! Freilich Händ’ und Füße

Und Kopf und Hintre, die sind dein!

Doch alles, was ich frisch genieße,

Ist des drum weniger mein?

Wenn ich sechs Hengste zahlen kann

Sind ihre Kräfte nicht die meine?

Ich renne zu und bin ein rechter Mann

Als hätt’ ich vierundzwanzig Beine.“

Goethe,
Faust
(Mephisto)

Shakespeare im
Timon von Athen
:

„Gold? Kostbar, flimmernd, rotes Gold? Nein, Götter!

Nicht eitel ficht’ ich.

So viel hievon macht schwarz weiß, häßlich schön;

Schlecht gut, alt jung, feig tapfer, niedrig edel.

Dies lockt ... den Priester vom Altar;

Reißt Halbgenesnen weg das Schlumrnerkissen:

Ja, dieser rote Sklave lost und bindet

Geweihte Bande; segnet den Verfluchten;

Er macht den Aussatz lieblich, ehrt den Dieb

Und gibt ihm Rang, gebeugtes Knie und Einfluß

Im Rat der Senatoren; dieser führt

Der überjähr’gen Witwe Freier zu;

Sie, von Spital und Wunden giftig eiternd,

Mit Ekel fortgeschickt, verjüngt balsamisch

Zu Maienjugend dies. Verdammt Metall,

Gemeine Hure du der Menschen, die

Die Völker tört“

Und weiter unten:

„Du süßer Königsmörder, edle Scheidung

Des Sohns und Vaters! glänzender Besudler

Von Hymens reinstem Lager! tapfrer Mars!

Du ewig blüh’nder, zartgeliebter Freier,

Des roter Schein den heil’gen Schnee zerschmelzt

Auf Dianas reinem Schoß!
sichtbare Gottheit
,

Die du
Unmöglichkeiten
eng verbrüderst,

Zum Kuß sie zwingst! du sprichst in jeder Sprache,

||XLII| Zu jedem Zweck! o du, der Herzen Prüfstein!

Denk, es empört dein Sklave sich, der Mensch!

Vernichte
deine Kraft sie all verwirrend,

Daß Tieren wird die Herrschaft dieser Welt!“

Shakespeare schildert das Wesen des
Geldes
trefflich. Um ihn zu verstehn, beginnen wir zunächst mit der Auslegung der goethischen Stelle.

Was durch das
Geld
für mich ist, was ich zahlen, d.h., was das Geld kaufen kann, das
bin ich
, der Besitzer des Geldes selbst. So groß die Kraft des Geldes, so groß ist meine Kraft. Die Eigenschaften des Geldes sind meine – seines Besitzers – Eigenschaften und Wesenskräfte. Das, was ich
bin
und
vermag
, ist also keineswegs durch meine Individualität bestimmt. Ich
bin
häßlich, aber ich kann mir die
schönste
Frau kaufen. Also bin ich nicht
häßlich
, denn die Wirkung der
Häßlichkeit
, ihre abschreckende Kraft ist durch das Geld vernichtet. Ich – meiner Individualität nach – bin
lahm
, aber das Geld verschafft mir 24 Füße; ich bin also nicht lahm; ich bin ein schlechter, unehrlicher, gewissenloser, geistloser Mensch, aber das Geld ist geehrt, also auch sein Besitzer. Das Geld ist das höchste Gut, also ist sein Besitzer gut, das Geld überhebt mich überdem der Mühe, unehrlich zu sein; ich werde also als ehrlich präsumiert; ich bin
geistlos
, aber das Geld ist der
wirkliche
Geist aller Dinge, wie sollte sein Besitzer geistlos sein? Zudem kann er sich die geistreichen Leute kaufen, und wer die Macht über die Geistreichen hat
[1*]
, ist der nicht geistreicher als der Geistreiche? Ich, der durch das Geld
alles
, wonach ein menschliches Herz sich sehnt, vermag, besitze ich nicht alle menschlichen Vermögen? Verwandelt also mein Geld nicht alle meine Unvermögen in ihr Gegenteil?

Wenn das
Geld
das Band ist, das mich an das
menschliche
Leben, das mir die Gesellschaft, das mich mit der Natur und den Menschen verbindet, ist das Geld nicht das Band aller
Bande
? Kann es nicht alle Bande lösen und binden? Ist es darum nicht auch das allgemeine
Scheidungsmittel
? Es ist die wahre
Scheidemünze
, wie das wahre
Bindungsmittel
, die [...]
[2*]

chemische
Kraft der Gesellschaft.

Shakespeare hebt an dem Geld besonders 2 Eigenschaften heraus:

1. Es ist die sichtbare Gottheit, die Verwandlung aller menschlichen und natürlichen Eigenschaften in ihr Gegenteil, die allgemeine Verwechslung und Verkehrung der Dinge; es verbrüdert Unmöglichkeiten;

2. Es ist die allgemeine Hure, der allgemeine Kuppler der Menschen und Völker.

Die Verkehrung und Verwechslung aller menschlichen und natürlichen Qualitäten, die Verbrüderung der Unmöglichkeiten – die
göttliche
Kraft –des Geldes liegt in seinem
Wesen
als dem entfremdeten, entäußernden und sich veräußernden
Gattungswesen
der Menschen. Es ist das entäußerte
Vermögen
der
Menschheit
.

Was ich qua
Mensch
nicht vermag, was also alle meine individuellen Wesenskräfte nicht vermögen, das vermag ich durch das
Geld
. Das Geld macht also jede dieser Wesenskräfte zu etwas, was sie an sich nicht ist, d.h. zu ihrem
Gegenteil
.

Wenn ich mich nach einer Speise sehne oder den Postwagen brauchen will, weil ich nicht stark genug bin, den Weg zu Fuß zu machen, so verschafft mir das Geld die Speise und den Postwagen, d.h., es verwandelt meine Wünsche aus Wesen der Vorstellung, es übersetzt sie aus ihrem gedachten, vorgestellten, gewollten Dasein in ihr
sinnliches, wirkliches
Dasein, aus der Vorstellung in das Leben, aus dem vorgestellten Sein in das wirkliche Sein. Als diese Vermittlung ist das [Geld] die
wahrhaft schöpferische
Kraft.

Die
demande

[3*]
existiert wohl auch für den, der kein Geld hat, aber seine demande ist ein bloßes Wesen der Vorstellung, das auf mich, auf den 3ten, auf die [anderen] ||XLIII| keine Wirkung, keine Existenz hat, also für mich selbst
unwirklich, gegenstandlos
bleibt. Der Unterschied der effektiven, auf das Geld basierten und der effektlosen, auf mein Bedürfnis, meine Leidenschaft, meinen Wunsch etc. basierten demande ist der Unterschied zwischen
Sein
und
Denken
, zwischen der bloßen in mir
existierenden
Vorstellung und der Vorstellung, wie sie als
wirklicher Gegenstand
außer mir für mich ist.

Ich, wenn ich kein Geld zum Reisen habe, habe kein
Bedürfnis
, d.h. kein wirkliches und sich verwirklichendes Bedürfnis zum Reisen. Ich, wenn ich
Beruf
zum Studieren, aber kein Geld dazu habe, habe
keinen
Beruf zum Studieren, d.h. keinen
wirksamen
, keinen
wahren
Beruf. Dagegen ich, wenn ich wirklich
keinen
Beruf zum Studieren habe, aber den Willen
und
das Geld, habe einen
wirksamen
Beruf dazu. Das
Geld
– als das äußere, nicht aus dem Menschen als Menschen und nicht von der menschlichen Gesellschaft als Gesellschaft herkommende allgemeine –
Mittel
und
Vermögen
, die
Vorstellung in die Wirklichkeit
und die
Wirklichkeit zu einer bloßen Vorstellung
zu machen, verwandelt ebensosehr die
wirklichen menschlichen und natürlichen Wesenskräfte
in bloß abstrakte Vorstellungen und darum
Unvollkommenheiten
, qualvolle Hirngespinste, wie es andrerseits die
wirklichen Unvollkommenheiten und Hirngespinste
, die wirklich ohnmächtigen, nur in der Einbildung des Individuums existierenden Wesenskräfte desselben zu
wirklichen Wesenskräften
und
Vermögen
verwandelt. Schon dieser Bestimmung nach ist es also schon die allgemeine Verkehrung der
Individualitäten
, die sie in ihr Gegenteil umkehrt und ihren Eigenschaften widersprechende Eigenschaften beilegt.

Als diese
verkehrende
Macht erscheint es dann auch gegen das Individuum und gegen die gesellschaftlichen etc. Bande, die für sich
Wesen
zu sein behaupten. Es verwandelt die Treue in Untreue, die Liebe in Haß, den Haß in Liebe, die Tugend in Laster, das Laster in Tugend, den Knecht in den Herrn, den Herrn in den Knecht, den Blödsinn in Verstand, den Verstand in Blödsinn.

Da das Geld als der existierende und sich betätigende Begriff des Wertes alle Dinge verwechselt, vertauscht, so ist es die allgemeine
Verwechslung
und
Vertauschung
aller Dinge, also die verkehrte Welt, die Verwechslung und Vertauschung aller natürlichen und menschlichen Qualitäten.

Wer die Tapferkeit kaufen kann, der ist tapfer, wenn er auch feig ist. Da das Geld nicht gegen eine bestimmte Qualität, gegen ein bestimmtes Ding, menschliche Wesenskräfte, sondern gegen die ganze menschliche und natürliche gegenständliche Welt sich austauscht, so tauscht es also – vom Standpunkt seines Besitzers angesehn – jede Eigenschaft gegen jede – auch ihr widersprechende Eigenschaft und Gegenstand – aus; es ist die Verbrüderung der Unmöglichkeiten, es zwingt das sich Widersprechende zum Kuß.

Setze den
Menschen
als
Menschen
und sein Verhältnis zur Welt als ein menschliches voraus, so kannst du Liebe nur gegen Liebe austauschen, Vertrauen nur gegen Vertrauen etc. Wenn du die Kunst genießen willst, mußt du ein künstlerisch gebildeter Mensch sein; wenn du Einfluß auf andre Menschen ausüben willst, mußt du ein wirklich anregend und fördernd auf andere Menschen wirkender Mensch sein. Jedes deiner Verhältnisse zum Menschen – und zu der Natur – muß eine
bestimmte
, dem Gegenstand deines Willens entsprechende
Äußrung
deines
wirklichen individuellen
Lebens sein. Wenn du liebst, ohne Gegenliebe hervorzurufen, d.h., wenn dein Lieben als Lieben nicht die Gegenliebe produziert, wenn du durch deine
Lebensäußrung
als liebender Mensch dich nicht zum ge
liebten Menschen
machst, so ist deine Liebe ohnmächtig, ein Unglück. |XLIII||

Redaktionelle Fußnoten

1*.
In der Handschrift: ist

2*.
in der Handschrift ein Wort nicht zu entziffern

3*.

Nachfrage

Anmerkungen

33.
Siehe Goethes
Faust
. Ersten Teil. 4. Szene: Studierzimmer.

34.
Shakespeare,
Timon von Athen
, 4. Akt, 3. Szene.

### [Kritik der Hegelschen Dialektik und Philosophie überhaupt]

||XI| 6. An diesem Punkte ist vielleicht der Ort, sowohl zur Verständigung und Berechtigung über die Hegelsche Dialektik überhaupt als namentlich über ihre Ausführung in der
Phänomenologie
und
Logik
, endlich über das Verhältnis der neuern kritischen Bewegung einige Andeutungen zu geben. –

Die Beschäftigung mit dem Inhalt der alten Welt, die von dem Stoff befangne Entwicklung der modernen deutschen Kritik war so gewaltsam, daß ein völlig kritikloses Verhalten zur Methode des Kritisierens und eine völlige Bewußtlosigkeit über die
scheinbar formelle
, aber wirklich
wesentliche
Frage stattfand, wie halten wir es nun mit der Hegelschen
Dialektik
? Die Bewußtlosigkeit – über das Verhältnis der modernen Kritik zur Hegelschen Philosophie überhaupt und zur Dialektik namentlich – war so groß, daß Kritiker wie
Strauß
und
Bruno Bauer
, der erstere vollständig, der zweite in seinen „Synoptikern“ (wo er dem Strauß gegenüber das „Selbstbewußtsein“ des abstrakten Menschen an die Stelle der Substanz der „abstrakten Natur“ stellt) und selbst noch im
Entdeckten Christentum
wenigstens der Potenz nach noch vollständig innerhalb der Hegelschen Logik befangen sind. So heißt es z.B. in dem
Entdeckten Christentum
:

„Als ob nicht das Selbstbewußtsein, indem es die Welt, den Unterschied setzt und in dem, was es hervorbringt, sich selbst hervorbringt, da es den Unterschied des Hervorgebrachten von ihm selbst wieder aufhebt, da es nur im Hervorbringen
[1*]
und in der Bewegung es selber ist – als ob es nicht in dieser Bewegung seinen Zweck hätte“ etc. oder: „Sie“ (die französischen Materialisten) „haben noch nicht sehn können, daß die Bewegung des Universums erst als die Bewegung des Selbstbewußtseins wirklich für sich geworden und zur Einheit mit ihr selbst zusammengegangen ist.“

Ausdrücke, die auch nicht einmal in der Sprache einen Unterschied von der Hegelschen Auffassung zeigen, sondern sie vielmehr wörtlich wiederholen.

||XII| Wie wenig während des Akts der Kritik (Bauer, die „Synoptiker“) ein Bewußtsein vorhanden war über das Verhältnis zur Hegelschen Dialektik, wie wenig dieses Bewußtsein auch nach dem Akt der stofflichen Kritik entstand, beweist Bauer, wenn er in seiner
Guten Sache der Frei
-
heit
die vorlaute Frage des Herrn Gruppe, „was nun mit der Logik“, dadurch abweist, daß er ihn auf kommende Kritiker verweist.

Aber auch nun, nachdem
Feuerbach
– sowohl in seinen „Thesen“ in den
Anecdotis
als ausführlich in der
Philosophie der Zukunft
– die alte Dialektik und Philosophie dem Keim nach umgeworfen hat, nachdem dagegen jene Kritik, welche diese Tat gar nicht zu vollbringen wußte, dagegen die Tat vollbracht sah, als reine, entschiedne, absolute, mit sich ins klare gekommene Kritik ausgerufen, nachdem sie in ihrem spiritualistischen Hochmut die ganze geschichtliche Bewegung auf das Verhältnis der übrigen Welt – die ihr gegenüber unter die Kategorie der „Masse“ fällt – zu ihr selbst reduziert und alle dogmatischen Gegensätze in dem
einen
dogmatischen Gegensatz ihrer eignen Klugheit und der Dummheit der Welt, des kritischen Christus und der Menschheit, als den „
Haufen
„, aufgelöst hat, nachdem sie ihre eigne Vortrefflichkeit täglich und stündlich an der Geistlosigkeit der Masse bewiesen hat, nachdem sie endlich das kritische
jüngste Gericht
unter der Gestalt verkündigt hat, daß der Tag herannahe, wo die ganze verfallende Menschheit ihr gegenüber sich scharen werde, von ihr in Gruppen sondiert, und jeder besondre Haufen sein testimonium paupertatis erhalten werde, nachdem sie ihre Erhabenheit über menschliche Empfindungen, wie über die Welt, über welche sie in erhabener Einsamkeit thronend, nur von Zeit zu Zeit das Gelächter der olympischen Götter von ihren sarkastischen Lippen schallen läßt, hat drucken lassen – nach allen diesen ergötzlichen Gebarungen des unter der Form der Kritik verscheidenden Idealismus (des Junghegeltums) hat er auch nicht einmal die Ahnung ausgesprochen, daß man sich nun kritisch mit seiner Mutter, der Hegelschen Dialektik, auseinanderzusetzen habe, ja selbst als kein kritisches Verhältnis zur Feuerbachischen Dialektik anzugeben gewußt. Ein völliges unkritisches Verhalten zu sich selbst.

Feuerbach
ist der einzige, der ein
ernsthaftes
, ein
kritisches
Verhältnis zur Hegelschen Dialektik hat und wahrhafte Entdeckungen auf diesem Gebiete gemacht hat, überhaupt der wahre Überwinder der alten Philosophie ist. Die Größe der Leistung und die geräuschlose Einfachheit, womit F[euerbach] sie der Welt gibt, stehn in einem wunderlichen Gegensatz zu dem umgekehrten Verhältnis.

Feuerbachs große Tat ist:

1. der Beweis, daß die Philosophie nichts andres ist als die in Gedanken gebrachte und denkend ausgeführte Religion; eine andre Form und Daseinsweise der Entfremdung des menschlichen Wesens; also ebenfalls zu verurteilen ist;

2. die Gründung des
wahren Materialismus
und der
reellen Wissenschaft
, indem Feuerbach das gesellschaftliche Verhältnis „des Menschen zum Menschen“ ebenso zum Grundprinzip der Theorie macht;

3. indem er der Negation der Negation, die das absolut Positive zu sein behauptet, das auf sich selbst ruhende und positiv auf sich selbst begründete Positive entgegenstellt.

Feuerbach erklärt die Hegelsche Dialektik – (und begründet dadurch den Ausgang vom Positiven, vom Sinnlich-Gewissen) – folgendermaßen:

Hegel geht aus von der Entfremdung (logisch: dem Unendlichen, abstrakt Allgemeinen) der Substanz, der absoluten und fixierten Abstraktion. – D.h. populär ausgedrückt, er geht von der Religion und Theologie aus.

Zweitens
: Er hebt das Unendliche auf, setzt das Wirkliche, Sinnliche, Reale, Endliche, Besondre (Philosophie, Aufhebung der Religion und Theologie).

Drittens
: Er hebt das Positive wieder auf, stellt die Abstraktion, das Unendliche, wieder her. Wiederherstellung der Religion und Theologie.

Feuerbach faßt also die Negation der Negation
nur
als Widerspruch der Philosophie mit sich selbst auf, als die Philosophie, welche die Theologie (Transzendenz etc.) bejaht, nachdem sie dieselbe verneint hat, also im Gegensatz zu sich selbst bejaht.

Die Position oder Selbstbejahung und Selbstbestätigung, die in der Negation der Negation liegt, wird für eine ihrer selbst noch nicht sichere, darum mit ihrem Gegensatz behaftete, an sich selbst zweifelnde und darum des Beweises bedürftige, also nicht durch ihr Dasein sich selbst beweisende, als nicht eingestandne ||XIII| Position gefaßt und darum ihr direkt und unvermittelt die sinnlich gewisse, auf sich selbst gegründete Position entgegengestellt.
[A]

Aber indem Hegel die Negation der Negation – der positiven Beziehung nach, die in ihr liegt, als das wahrhaft und einzig Positive, der negativen Beziehung nach, die in ihr liegt, als den einzig wahren Akt und Selbstbetätigungsakt alles Seins – aufgefaßt hat, hat er nur den
abstrakten, logischen, spekulativen
Ausdruck für die Bewegung der Geschichte gefunden, die noch nicht
wirkliche
Geschichte des Menschen als eines vorausgesetzten Subjekts, sondern erst
Erzeugungsakt, Entstehungsgeschichte
des Menschen ist. – Sowohl die abstrakte Form werden wir erklären, als den Unterschied, den diese Bewegung bei Hegel im Gegensatz zur modernen Kritik zu demselben Prozeß in Feuerbachs
Wesen des Christentums
hat oder vielmehr die
kritische
Gestalt dieser bei Hegel noch unkritischen Bewegung. – Ein Blick auf das Hegelsche System. Man muß beginnen mit der Hegelschen
Phänomenologie
, der wahren Geburtsstätte und dem Geheimnis der Hegelschen Philosophie. –

Phänomenologie.

A.
Das Selbstbewußtsein.

I.
Bewußtsein
. a) Sinnliche Gewißheit oder das Dieses und das
Meinen
. b) Die
Wahrnehmung
oder das Ding mit seinen Eigenschaften und die
Täuschung
. g) Kraft und Verstand, Erscheinung und übersinnliche Welt.

II.
Selbstbewußtsein
. Die Wahrheit der Gewißheit seiner selbst. a) Selbständigkeit und Unselbständigkeit des Selbstbewußtseins, Herrschaft und Knechtschaft. b) Freiheit des Selbstbewußtseins. Stoizismus, Skeptizismus, das unglückliche Bewußtsein.

III.
Vernunft
. Gewißheit und Wahrheit der Vernunft. a) Beobachtende Vernunft; Beobachtung der Natur und des Selbstbewußtseins. b) Verwirklichung des vernünftigen Selbstbewußtseins durch sich selbst. Die Lust und die Notwendigkeit. Das Gesetz des Herzens und der Wahnsinn des Eigendunkels. Die Tugend und der Weltlauf. c) Die Individualität, welche sich an und für sich reell ist. Das geistige Tierreich und der Betrug oder die Sache selbst. Die gesetzgebende Vernunft. Die gesetzprüfende Vernunft.

B.
Der Geist
.

I. Der
wahre
Geist; die Sittlichkeit. II. Der sich entfremdete Geist, die Bildung. III. Der seiner selbst gewisse Geist, die Moralität.

C. Die Religion.
Natürliche, Kunstreligion, offenbare
Religion.

D.
Das absolute Wissen
.

Wie die
Enzyklopädie
Hegels mit der Logik beginnt, mit dem
reinen spekulativen Gedanken
, und mit dem
absoluten Wissen
, dem selbstbewußten, sich selbst erfassenden philosophischen oder absoluten, d.i. übermenschlichen abstrakten Geiste, aufhört, so ist die ganze „Enzyklopädie“ nichts als das
ausgebreitete Wesen
des philosophischen Geistes, seine Selbstvergegenständlichung; wie der philosophische Geist nichts ist als der innerhalb seiner Selbstentfremdung denkend, d.h. abstrakt sich erfassende entfremdete Geist der Welt. – Die
Logik
– das
Geld
des Geistes, der spekulative, der
Gedankenwert
des Menschen und der Natur – ihr gegen alle wirkliche Bestimmtheit vollständig gleichgültig gewordnes und darum unwirkliches Wesen – das
entäußerte
, daher von der Natur und dem wirklichen Menschen abstrahierende
Denken
; das
abstrakte
Denken. – Die
Äußerlichkeit dieses abstrakten Denkens
... die
Natur
, wie sie für dies abstrakte Denken ist. Sie ist ihm äußerlich, sein Selbstverlust; und es faßt sie auch äußerlich, als abstrakten Gedanken, aber als entäußertes abstraktes Denken – endlich der
Geist
, dies in seine eigne Geburtsstätte heimkehrende Denken, welches sich als anthropologischer, phänomenologischer, psychologischer, sittlicher, kunstlich-religiöser Geist immer noch nicht für sich selbst gilt, bis es sich endlich als
absolutes
Wissen und darum absoluter, i.e. abstrakter Geist vorfindet und selbstbejaht, sein bewußtes und ihm entsprechendes Dasein erhält. Denn sein wirkliches Dasein ist die
Abstraktion
. –

Ein doppelter Fehler bei Hegel.

[Der] 1. tritt in der
Phänomenologie
als der Geburtsstätte der Hegelschen Philosophie am klarsten hervor. Wenn er z.B. Reichtum, Staatsmacht etc. als dem
menschlichen
Wesen entfremdete Wesen gefaßt, so geschieht dies nur in ihrer Gedankenform ... Sie sind Gedankenwesen – daher bloß eine Entfremdung des
reinen
, d.i. abstrakten philosophischen Denkens. Die ganze Bewegung endet daher mit dem absoluten Wissen. Wovon diese Gegenstände entfremdet sind und wem sie mit der Anmaßung der Wirklichkeit entgegentreten, das ist eben das abstrakte Denken. Der
Philosoph
legt sich – also selbst eine abstrakte Gestalt des entfremdeten Menschen – als den
Maßstab
der entfremdeten Welt an. Die ganze
Entäußerungsgeschichte
und die ganze
Zurücknahme
der Entäußerung ist daher nichts als die
Produktionsgeschichte
des abstrakten, i.e. absoluten ||XVII|
[2*]
Denkens, des logischen spekulativen Denkens. Die
Entfremdung
, welche daher das eigentliche Interesse dieser Entäußerung und Aufhebung dieser Entäußerung bildet, ist der Gegensatz von
an sich
und
für sich
, von
Bewußtsein und Selbstbewußtsein
, von
Objekt und Subjekt
, d.h. der Gegensatz des abstrakten Denkens und der sinnlichen Wirklichkeit oder der wirklichen Sinnlichkeit innerhalb des Gedankens selbst. Alle andern Gegensätze und Bewegungen dieser Gegensätze sind nun der
Schein
, die
Hülle
, die
exoterische
Gestalt dieser einzig interessanten Gegensätze, welche den
Sinn
der andren profanen G[egensätze] bilden. Nicht, daß das menschliche Wesen sich
unmenschlich
, im Gegensatz zu sich selbst sich
vergegenständlicht
, sondern, daß es im
Unterschied
vom und im
Gegensatz
zum abstrakten Denken sich
vergegenständlicht
, gilt als das gesetzte und als das aufzuhebende Wesen der Entfremdung.

||XVIII| Die Aneignung der zu Gegenständen und zu fremden Gegenständen gewordenen Wesenskräfte des Menschen ist also erstens nun eine
Aneignung
, die im
Bewußtsein
, im
reinen Denken
, i.e. in der
Abstraktion
von sich geht, die Aneignung dieser Gegenstände als
Gedanken
und
Gedankenbewegungen
, weshalb schon in der
Phänomenologie
– trotz ihres durchaus negativen und kritischen Aussehns und trotz der wirklich in ihr enthaltnen, oft weit der spätren Entwicklung vorgreifenden Kritik – schon der unkritische Positivismus und der ebenso unkritische Idealismus der spätern Hegelschen Werke – diese philosophische Auflösung und Wiederherstellung der vorhandnen Empirie – latent liegt, als Keim, als Potenz, als ein Geheimnis vorhanden ist.
Zweitens
. Die Vindizierung der gegenständlichen Welt für den Menschen – z.B. die Erkenntnis, daß das
sinnliche
Bewußtsein kein
abstrakt
sinnliches Bewußtsein, sondern ein
menschlich
sinnliches Bewußtsein, daß die Religion, der Reichtum etc. nur die entfremdete Wirklichkeit der
menschlichen
Vergegenständlichung, der zum Werk herausgebornen
menschlichen
Wesenskräfte und darum nun der
Weg
zur wahren
menschlichen
Wirklichkeit sind –, diese Aneignung oder die Einsicht in diesen Prozeß erscheint daher bei Hegel so, daß die
Sinnlichkeit, Religion
, Staatsmacht etc.
geistige
Wesen sind – denn nur der
Geist
ist das
wahre
Wesen des Menschen, und die wahre Form des Geistes ist der denkende Geist, der logische, spekulative Geist. Die
Menschlichkeit
der Natur und der von der Geschichte erzeugten Natur, der Produkte des Menschen, erscheint darin, daß sie
Produkte
des abstrakten Geistes sind und insofern also
geistige
Momente,
Gedankenwesen
. Die
Phänomenologie
ist daher die verborgne, sich selbst noch unklare und mystizierende Kritik; aber insofern sie die
Entfremdung
des Menschen – wenn auch der Mensch nur in den Gestalt des Geistes erscheint – festhält, liegen in ihn
alle
Elemente der Kritik verborgen und oft schon in einer weit den Hegelschen Standpunkt überragenden Weise
vorbereitet
und
ausgearbeitet
. Das „unglückliche Bewußtsein“, das „ehrliche Bewußtsein“, der Kampf des „edelmütigen und niederträchtigen Bewußtseins“ etc. etc., diese einzelnen Abschnitte enthalten die
kritischen
Elemente – aber noch in einer entfremdeten Form – ganzer Sphären, wie der Religion, des Staats, des bürgerlichen Lebens etc. Wie also das
Wesen
, der
Gegenstand
als Gedankenwesen, so ist das
Subjekt
immer
Bewußtsein
oder
Selbstbewußtsein
, oder vielmehr der Gegenstand erscheint nun als
abstraktes
Bewußtsein, der Mensch nun als
Selbstbewußtsein
, die unterschiedenen Gestalten der Entfremdung, die auftreten, sind daher nur verschiedne Gestalten des Bewußtseins und Selbstbewußtseins. Wie
an sich
das abstrakte Bewußtsein – als welches der Gegenstand gefaßt wird – bloß ein Unterscheidungsmoment des Selbstbewußtseins ist –, so tritt auch als Resultat der Bewegung die Identität des Selbstbewußtseins mit dem Bewußtsein, das absolute Wissen, die nicht mehr nach außen hin, sondern nun noch in sich selbst vorgehende Bewegung des abstrakten Denkens als Resultat auf, d.h. die Dialektik des reinen Gedankens ist das Resultat
[3*]
. |XVIII||

||XXIII|
[4*]

Das Große an der Hegelschen
Phänomenologie
und ihrem Endresultate – der Dialektik der Negativität als dem bewegenden und erzeugenden Prinzip – ist also einmal, daß Hegel die Selbsterzeugung des Menschen als einen Prozeß faßt, die Vergegenständlichung als Entgegenständlichung, als Entäußerung und als Aufhebung dieser Entäußerung; daß er also das Wesen der
Arbeit
faßt und den gegenständlichen Menschen, wahren, weil wirklichen Menschen, als Resultat seiner
eignen Arbeit
begreift. Das
wirkliche, tätige
Verhalten des Menschen zu sich als Gattungswesen oder die Betätigung seinen als eines wirklichen Gattungswesens, d.h. als menschlichen Wesens, ist nun möglich dadurch, daß er wirklich alle seine
Gattungskräfte
– was wieder nur durch das Gesamtwirken der Menschen möglich ist, nur als Resultat der Geschichte – herausschafft, sich zu ihnen als Gegenständen verhält, was zunächst wieder nun in der Form der Entfremdung möglich ist.

Die Einseitigkeit und die Grenze Hegels werden wir nun ausführlich an dem Schlußkapitel der
Phänomenologie
– „Das absolute Wissen“ – ein Kapitel, welches sowohl den zusammengefaßten Geist der Phänomenologie, ihr Verhältnis zur spekulativen Dialektik, als auch das
Bewußtsein
Hegels über beide und ihr wechselseitiges Verhältnis enthält – darstellen.

Vorläufig nehmen wir nur noch das vorweg: Hegel steht auf dem Standpunkt der modernen Nationalökonomen. Er erfaßt die
Arbeit
als das
Wesen
, als das sich bewährende Wesen des Menschen; er sieht nun die positive Seite der Arbeit, nicht ihre negative. Die Arbeit ist das
Fürsichwerden
des
Menschen
innerhalb der
Entäußerung
oder als
entäußerter
Mensch. Die Arbeit, welche Hegel allein kennt und anerkennt, ist die
abstrakt geistige
. Was also überhaupt das
Wesen
der Philosophie bildet, die
Entäußerung des sich wissenden Menschen
oder die sich
denkende entäußerte
Wissenschaft, dies erfaßt Hegel als ihr Wesen, und er kann daher der vorhergehenden Philosophie gegenüber ihre einzelnen Momente zusammenfassen und seine Philosophie als
die
Philosophie darstellen. Was die andern Philosophen taten – daß sie einzelne Momente der Natur und des menschlichen Lebens als Momente des Selbstbewußtseins und zwar des abstrakten Selbstbewußtseins fassen –, das
weiß
Hegel als das
Tun
der Philosophie. Darum ist seine Wissenschaft absolut.

Gehn wir nun zu unserm Gegenstand über.

„Das absolute Wissen“. Letztes Kapitel der
Phänomenologie
.

Die Hauptsache ist, daß der
Gegenstand
des
Bewußtseins
nichts andres als das
Selbstbewußtsein
oder daß der Gegenstand nur das
vergegenständlichte Selbstbewußtsein
, das Selbstbewußtsein als Gegenstand ist. (Setzen des Menschen = Selbstbewußtsein.)

Es gilt daher den
Gegenstand des Bewußtseins
zu überwinden. Die
Gegenständlichkeit
als solche gilt für ein
entfremdetes
, dem
menschlichen Wesen
, dem Selbstbewußtsein nicht entsprechendes Verhältnis des Menschen. Die
Wiederaneignung
des als fremd, unter der Bestimmung der Entfremdung erzeugten gegenständlichen Wesens des Menschen, hat also nicht nun die Bedeutung, die
Entfremdung
, sondern die
Gegenständlichkeit
aufzuheben, d.h. also der Mensch gilt als ein
nicht-gegenständliches, spiritualistisches
Wesen.

Die Bewegung der
Überwindung des Gegenstandes des Bewußtseins
beschreibt Hegel nun wie folgt:

Der
Gegenstand
zeigt sich nicht nur (dies ist nach Hegel die
einseitige
– also die die eine Seite erfassende – Auffassung jener Bewegung) als
zurückkehrend
in das
Selbst
. Der Mensch wird = Selbst gesetzt. Das Selbst ist aber nun der
abstrakt
gefaßte und durch Abstraktion erzeugte Mensch. Der Mensch
ist
selbstisch. Sein Auge, sein Ohr etc. ist
selbstisch
; jede seinen Wesenskräfte hat in ihm die Eigenschaft der
Selbstigkeit
. Aber deswegen ist es nun ganz falsch zu sagen: Das
Selbstbewußtsein
hat Aug’, Ohr, Wesenskraft. Das
Selbstbewußtsein
ist vielmehr eine Qualität der menschlichen Natur, des menschlichen Auges etc., nicht die menschliche Natur ist eine Qualität des ||XXIV|
Selbstbewußtseins
.

Das für sich abstrahierte und fixierte Selbst ist der Mensch als
abstrakter Egoist
, der in seine reine Abstraktion zum Denken erhobne
Egoismus
. (Wir kommen später hierauf zurück.)

Das
menschliche Wesen
, der
Mensch
, gilt für Hegel =
Selbstbewußtsein
. Alle Entfremdung des menschlichen Wesens ist daher
nichts
als
Entfremdung des Selbstbewußtseins
. Die Entfremdung des Selbstbewußtseins gilt nicht als
Ausdruck
, im Wissen und Denken sich abspiegelnder Ausdruck der
wirklichen
Entfremdung des menschlichen Wesens. Die
wirkliche
, als real erscheinende Entfremdung vielmehr ist ihrem
innersten
verborgnen – und erst durch die Philosophie ans Licht gebrachten – Wesen nach nichts andres als die
Erscheinung
von der Entfremdung des wirklichen menschlichen Wesens, des
Selbstbewußtseins
. Die Wissenschaft, welche dies begreift, heißt daher
Phänomenologie
. Alle Wiederaneignung des entfremdeten gegenständlichen Wesens erscheint daher als eine Einverleibung in das Selbstbewußtsein; der sich seines Wesens bemächtigende Mensch ist
nur
das der gegenständlichen Wesen sich bemächtigende Selbstbewußtsein. Die Rückkehr des Gegenstandes in das Selbst ist daher die Wiederaneignung des Gegenstandes.

Allseitig
ausgedrückt ist die
Überwindung des Gegenstandes des Bewußtseins
:

1. daß der Gegenstand als solchen sich dem Bewußtsein als verschwindend darstellt;

2. daß die Entäußerung des Selbstbewußtseins es ist, welche die Dingheit setzt;

3. daß diese Entäußerung nicht nun
negative
, sondern
positive
Bedeutung hat;

4. sie nicht nun
für uns
oder an sich, sondern
für es selbst
hat.

5.
Für es
hat das Negative des Gegenstandes oder dessen Sich-Selbst-Aufheben dadurch die
positive
Bedeutung, oder es
weiß
diese Nichtigkeit desselben dadurch, daß es sich selbst entäußert, denn in diesen Entäußerung setzt es
sich
als Gegenstand oder den Gegenstand um der untrennbaren Einheit des
Fürsichseins
willen als sich selbst.

6. Andrerseits liegt hierin zugleich dies andre Moment, daß es diese Entäußerung und Gegenständlichkeit ebensosehr auch aufgehoben und in sich zurückgenommen hat, also in
seinem
Anderssein
als solchem bei sich
ist.

7. Dies ist die Bewegung des Bewußtseins, und dies ist darum die Totalität seinen Momente.

8. Es muß sich ebenso zu dem Gegenstand nach der Totalität seiner Bestimmungen verhalten und ihn nach jeder derselben so erfaßt haben. Diese Totalität seiner Bestimmungen macht ihn
an sich
zum
geistigen Wesen
und für das Bewußtsein wird dies in Wahrheit durch das Auffassen einer jeden einzelnen derselben als des
Selbsts
oder durch das eben genannte
geistige
Verhalten zu ihnen.

ad 1. Daß der Gegenstand als solcher sich dem Bewußtsein als verschwindend darstellt, ist die oben erwähnte
Rückkehr des Gegenstandes in das Selbst
.

ad 2. Die
Entäußerung des Selbstbewußtseins
setzt die
Dingheit
. Weil der Mensch = Selbstbewußtsein, so ist sein entäußertes gegenständliches Wesen oder die
Dingheit
(das,
was für ihn Gegenstand
ist, und Gegenstand ist wahrhaft nur für ihn, was ihm wesentlicher Gegenstand, was also sein
gegenständliches
Wesen ist. Da nun nicht der
wirkliche Mensch
, darum auch nicht die
Natur
– der Mensch ist die
menschliche Natur
–, als solcher zum Subjekt gemacht wird, sondern nur die Abstraktion des Menschen, das Selbstbewußtsein, so kann die Dingheit nun das entäußerte Selbstbewußtsein sein) = dem
entäußerten Selbstbewußtsein
, und die
Dingheit
ist durch diese Entäußerung gesetzt. Daß ein lebendiges, natürliches, mit gegenständlichen, i.e. materiellen Wesenskräften ausgerüstetes und begabtes Wesen auch sowohl
wirkliche
natürliche
Gegenstände
seines Wesens hat, als daß seine Selbstentäußerung die Setzung einer
wirklichen
, aber unter der Form der
Äußerlichkeit
, also zu seinem Wesen nicht gehörigen und übermächtigen, gegenständlichen Welt ist, ist ganz natürlich. Es ist nichts Unbegreifliches und Rätselhaftes dabei. Vielmehr wäre das Gegenteil rätselhaft. Aber daß ein
Selbstbewußtsein
durch seine Entäußerung nun die
Dingheit
, d.h. selbst nun ein abstraktes Ding, ein Ding der Abstraktion und kein
wirkliches
Ding setzen kann, ist ebenso klar. Es ist ||XXVI|
ferner klar, daß die Dingheit daher durchaus nichts
Selbständiges, Wesentliches
gegen das Selbstbewußtsein, sondern ein bloßes Geschöpf, ein von ihm
Gesetztes
ist, und das Gesetzte, statt sich selbst zu bestätigen, ist nun eine Bestätigung des Aktes des Setzens, der einen Augenblick seine Energie als das Produkt fixiert und zum
Schein
ihm die Rolle – aber nun für einen Augenblick – eines selbständigen, wirklichen Wesens erteilt.

Wenn der wirkliche, leibliche, auf der festen wohlgerundeten Erde stehende, alle Naturkräfte aus- und einatmende
Mensch
seine wirklichen, gegenständlichen
Wesenskräfte
durch seine Entäußerung als fremde Gegenstände
setzt
, so ist nicht das
Setzen
Subjekt;
[A*]
es ist die Subjektivität
gegenständlicher
Wesenskräfte, deren Aktion daher auch eine
gegenständliche
sein muß. Das gegenständliche Wesen wirkt gegenständlich, und es wurde nicht gegenständlich wirken, wenn nicht das Gegenständliche in seinen Wesensbestimmung läge. Es schafft, setzt nun Gegenstände, weil es durch Gegenstände gesetzt ist, weil es von Haus aus
Natur
ist. In dem Akt des Setzens fällt es also nicht aus seiner „reinen Tätigkeit“ in ein
Schaffen
des
Gegenstandes
, sondern sein
gegenständliches
Produkt bestätigt nur seine
gegenständliche
Tätigkeit, seine Tätigkeit als die Tätigkeit eines gegenständlichen natürlichen Wesens.

Wir sehn hier, wie der durchgeführte Naturalismus oder Humanismus sich sowohl von dem Idealismus, als dem Materialismus unterscheidet und zugleich ihre beide vereinigende Wahrheit ist. Wir sehn zugleich, wie nur der Naturalismus fähig ist, den Akt der Weltgeschichte zu begreifen.

<Der
Mensch
ist unmittelbar
Naturwesen
. Als Naturwesen und als lebendiges Naturwesen ist er teils mit
natürlichen Kräften
, mit
Lebenskräften
ausgerüstet, ein
tätiges
Naturwesen; diese Kräfte existieren in ihm als Anlagen und Fähigkeiten, als
Triebe
; teils ist er als natürliches, leibliches, sinnliches, gegenständliches Wesen ein
leidendes
, bedingtes und beschränktes Wesen, wie es auch das Tier und die Pflanze ist, d.h. die
Gegenstände
seiner Triebe existieren außer ihm, als von ihm unabhängige
Gegenstände
; aber diese Gegenstände sind
Gegenstände
seines
Bedürfnisses
, zur Betätigung und Bestätigung seiner Wesenskräfte unentbehrliche, wesentliche
Gegenstände
. Daß der Mensch ein
leibliches
, naturkräftiges, lebendiges, wirkliches, sinnliches, gegenständliches Wesen ist, heißt, daß er
wirkliche, sinnliche Gegenstände
zum Gegenstand seines Wesens, seinen Lebensäußerung hat oder daß er nun an wirklichen, sinnlichen Gegenständen sein Leben
äußern
kann. Gegenständlich, natürlich, sinnlich
sein
und sowohl Gegenstand, Natur, Sinn außer sich haben oder selbst Gegenstand, Natur, Sinn für ein drittes sein ist identisch.> Der
Hunger
ist ein natürliches
Bedürfnis
; er bedarf also einer
Natur
außer sich, eines
Gegenstandes
außer sich, um sich zu befriedigen, um sich zu stillen. Der Hunger ist das gestandne Bedürfnis meines Leibes nach einem außer ihm seienden, zu seinen Integrierung und Wesensäußerung unentbehrlichen
Gegenstande
. Die Sonne ist der
Gegenstand
der Pflanze, ein ihr unentbehrlicher, ihr Leben bestätigender Gegenstand, wie die Pflanze Gegenstand der Sonne ist, als
Äußerung
von der lebenserweckenden Kraft der Sonne, von der
gegenständlichen
Wesenskraft der Sonne.

Ein Wesen, welches seine Natur nicht außer sich hat, ist kein
natürliches
Wesen, nimmt nicht teil am Wesen der Natur. Ein Wesen, welches keinen Gegenstand außer sich hat, ist kein gegenständliches Wesen. Ein Wesen, welches nicht selbst Gegenstand für ein drittes Wesen ist, hat kein Wesen zu seinem
Gegenstand
, d.h. verhält sich nicht gegenständlich, sein Sein ist kein gegenständliches.

||XXVII| Ein ungegenständliches Wesen ist ein
Unwesen
.

Setzt ein Wesen, weiches weder selbst Gegenstand ist noch einen Gegenstand hat. Ein solches Wesen wäre erstens das
einzige
Wesen, es existierte kein Wesen außer ihm, es existierte einsam und allein. Denn sobald es Gegenstände außer mir gibt, sobald ich nicht
allein
bin, bin ich ein
andres
, eine
andre Wirklichkeit
als der Gegenstand außer mir. Für diesen 3ten Gegenstand bin ich also eine
andre Wirklichkeit
als er, d.h.
sein
Gegenstand. Ein Wesen, welches nicht Gegenstand eines andren. Wesens ist, unterstellt also, daß
kein
gegenständliches Wesen existiert. Sobald ich einen Gegenstand habe, hat dieser Gegenstand mich zum Gegenstand. Aber ein
ungegenständliches
Wesen ist ein unwirkliches, unsinnliches, nun gedachtes, d.h. nun eingebildetes Wesen, ein Wesen der Abstraktion.
Sinnlich
sein, d.h. wirklich sein, ist Gegenstand des Sinns sein,
sinnlicher
Gegenstand sein, also sinnliche Gegenstände außer sich haben, Gegenstände seinen Sinnlichkeit haben. Sinnlich sein ist
leidend
sein.

Der Mensch als ein gegenständliches sinnliches Wesen ist daher ein
leidendes
und, weil sein Leiden empfindendes Wesen, ein
leidenschaftliches
Wesen. Die Leidenschaft, die Passion ist die nach seinem Gegenstand energisch strebende Wesenskraft des Menschen.

<Aber der Mensch ist nicht nur Naturwesen, sondern er ist
menschliches
Naturwesen; d.h. für sich selbst seiendes Wesen, darum
Gattungswesen
, als welches er sich sowohl in seinem Sein als in seinem Wissen bestätigen und betätigen muß. Weder sind also die
menschlichen
Gegenstände die Naturgegenstände, wie sie sich unmittelbar bieten, noch ist der
menschliche Sinn
, wie er unmittelbar
ist
, gegenständlich ist,
menschliche
Sinnlichkeit, menschliche Gegenständlichkeit. Weder die Natur – objektiv – noch die Natur subjektiv ist unmittelbar dem
menschlichen
Wesen adäquat vorhanden.> Und wie alles Natürliche
entstehn
muß, so hat auch der
Mensch
seinen Entstehungsakt, die
Geschichte
, die aber für ihn eine gewußte und darum als Entstehungsakt mit Bewußtsein sich aufhebender Entstehungsakt ist. Die Geschichte ist die wahre Naturgeschichte des Menschen. – (Darauf ist zurückzukommen.)

Drittens, weil dies Setzen der Dingheit selbst nun ein Schein, ein dem Wesen der reinen Tätigkeit widersprechender Akt ist, muß es auch wieder aufgehoben, die Dingheit geleugnet werden.

ad 3, 4, 5, 6.
– 3. Diese Entäußerung des Bewußtseins hat nicht nun
negative
, sondern auch
positive
Bedeutung und 4. diese positive Bedeutung nicht nun
für uns
oder an sich, sondern für es, das Bewußtsein, selbst. 5.
Für es
hat das Negative des Gegenstandes oder dessen Sich-Selbst-Aufheben dadurch die
positive
Bedeutung, oder es
weiß
diese Nichtigkeit desselben dadurch, daß es
sich
selbst entäußert, denn um diese Entäußerung
weiß
es als Gegenstand oder den Gegenstand um der untrennbaren Einheit des
Fürsichseins
willen als sich selbst. 6. Andrerseits liegt hierin zugleich das andre Moment, daß es diese Entäußerung und Gegenständlichkeit ebensosehr auch aufgehoben und in sich zurückgenommen hat, also in seinem
Anderssein als solchem bei sich
ist.

Wir haben schon gesehn. Die Aneignung des entfremdeten gegenständlichen Wesens oder die Aufhebung der Gegenständlichkeit unter der Bestimmung der
Entfremdung
– die von der gleichgültigen Fremdheit bis zur wirklichen feindseligen Entfremdung fortgehn muß – hat für Hegel zugleich oder sogar hauptsächlich die Bedeutung, die
Gegenständlichkeit
aufzuheben, weil nicht der
bestimmte
Charakter des Gegenstandes, sondern sein
gegenständlicher
Charakter für das Selbstbewußtsein das Anstößige und die Entfremdung ist. Der Gegenstand ist daher ein Negatives, ein sich selbst Aufhebendes, eine
Nichtigkeit
. Diese Nichtigkeit desselben hat für das Bewußtsein nicht nun eine negative, sondern eine
positive
Bedeutung, denn jene
Nichtigkeit
des Gegenstandes ist eben die
Selbstbestätigung
der Ungegenständlichkeit, der ||XXVIII|
Abstraktion
, seinen selbst. Für das
Bewußtsein selbst
hat die Nichtigkeit des Gegenstands darum eine positive Bedeutung, daß es diese Nichtigkeit, das gegenständliche Wesen, als seine
Selbstentäußerung weiß
; daß es weiß, daß sie nur ist durch seine Selbstentäußerung ...

Die Art, wie das Bewußtsein ist, und wie etwas für es ist, ist das
Wissen
. Das Wissen ist sein einziger Akt. Etwas wird daher für dasselbe, insofern es dies
Etwas weiß
. Wissen ist sein einziges gegenständliches Verhalten. – Es weiß nun die Nichtigkeit des Gegenstandes, d.h. das Nichtunterschiedensein des Gegenstandes von ihm, das Nichtsein des Gegenstandes für es – dadurch, daß es den Gegenstand als seine
Selbstentäußerung
weiß, d.h. sich – das Wissen als Gegenstand – dadurch weiß, daß der Gegenstand nun der
Schein
eines Gegenstandes, ein vorgemachter Dunst ist, seinem Wesen nach aber nichts andres als das Wissen selbst, welches sich sich selbst entgegengestellt und daher sich eine
Nichtigkeit
, ein Etwas entgegengestellt hat, was
keine
Gegenständlichkeit außer dem Wissen hat; oder das Wissen weiß, daß es, indem es sich zu einem Gegenstand verhält, nun
außer
sich ist, sich entäußert; daß
es selbst
sich nun als Gegenstand
erscheint
, oder daß das, was ihm als Gegenstand erscheint, nun es selbst ist.

Andrerseits, sagt Hegel, liegt hierin zugleich dies andre Moment, daß es diese Entäußerung und Gegenständlichkeit ebensosehr aufgehoben und in sich zurückgenommen hat, also in seinem
Anderssein als solchem bei sich
ist.

Wir haben in dieser Auseinandersetzung alle Illusionen der Spekulation zusammen.

Einmal:
Das Bewußtsein, das Selbstbewußtsein ist in
seinem Anderssein als solchem bei sich
. Es ist daher – oder wenn wir hier von der Hegelschen Abstraktion abstrahieren und statt das Selbstbewußtsein das Selbstbewußtsein des Menschen setzen –, es ist in seinem
Anderssein als solchem bei sich
. Darin liegt einmal, daß das Bewußtsein – das Wissen als Wissen – das Denken als Denken – unmittelbar das
andre
seiner selbst [zu] sein, Sinnlichkeit, Wirklichkeit, Leben zu sein vorgibt – das im Denken sich über-bietende Denken. (Feuerbach.
) Diese Seite ist hierin enthalten, insofern das Bewußtsein als nun Bewußtsein nicht an der entfremdeten Gegenständlichkeit, sondern an der
Gegenständlichkeit als solcher
seinen Anstoß hat.

Zweitens liegt hierin, daß der selbstbewußte Mensch, insofern er die geistige Welt – oder das geistige allgemeine Dasein seinen Welt – als Selbstentäußerung erkannt und aufgehoben hat, er dieselbe dennoch wieder in dieser entäußerten Gestalt bestätigt und als sein wahres Dasein ausgibt, sie wiederherstellt, [
in seinem
]
[5*]

Anderssein als solchem bei sich
zu sein vorgibt, also nach Aufhebung z.B. der Religion, nach der Erkennung der Religion als eines Produkts der Selbstentäußerung, dennoch in der
Religion
als
Religion
sich bestätigt findet. Hier
ist
die Wurzel des
falschen
Positivismus Hegels oder seines nun
scheinbaren
Kritizismus: was Feuerbach als Setzen, Negieren und Wiederherstellen der Religion oder Theologie bezeichnet – was aber allgemeiner zu fassen ist. Also die Vernunft ist bei sich in der Unvernunft als Unvernunft. Der Mensch, der in Recht, Politik etc. ein entäußertes Leben zu führen erkannt hat, führt in diesem entäußerten Leben als solchem sein wahres menschliches Leben
[6*]
. Die Selbstbejahung, Selbstbestätigung im
Widerspruch
mit sich selbst, sowohl mit dem Wissen als mit dem Wesen des Gegenstandes, ist also das wahre
Wissen
und
Leben
.

Von einen Akkommodation Hegels gegen Religion, Staat etc. kann also keine Rede mehr sein, da diese Lüge die Lüge seines Prinzips ist.

||XXIX| Wenn ich die Religion als
entäußertes
menschliches Selbstbewußtsein
weiß
, so weiß ich also in ihr als Religion nicht mein Selbstbewußtsein, sondern mein entäußertes Selbstbewußtsein in ihn bestätigt. Mein sich selbst, seinem Wesen angehöriges Selbstbewußtsein weiß ich also dann nicht in der
Religion
, sondern vielmehr in der
vernichteten, aufgehobnen
Religion bestätigt.

Bei Hegel ist die Negation der Negation daher nicht die Bestätigung des wahren Wesens, eben durch Negation des Scheinwesens, sondern die Bestätigung des Scheinwesens oder des sich entfremdeten Wesens in seinen Verneinung oder die Verneinung dieses Scheinwesens als eines gegenständlichen, außer dem Menschen hausenden und von ihm unabhängigen Wesens und seine Verwandlung in das Subjekt.

Eine eigentümliche Rolle spielt daher das
Aufheben
, worin die Verneinung und die Aufbewahrung, die Bejahung verknüpft sind.

So z.B. ist in Hegels Rechtsphilosophie das aufgehobne
Privatrecht
=
Moral
, die aufgehobne Moral =
Familie
, die aufgehobne Familie =
bürgerlicher Gesellschaft
, die aufgehobne bürgerliche Gesellschaft =
Staat
, der aufgehobne Staat
Weltgeschichte
. In der
Wirklichkeit
bleiben Privatrecht, Moral, Familie, bürgerliche Gesellschaft, Staat etc. bestehn, nur sind sie zu
Momenten
geworden, zu Existenzen und Daseinsweisen des Menschen, die nicht isoliert gelten, sich wechselseitig auflösen und erzeugen etc.,
Momente der Bewegung
.

In ihrer wirklichen Existenz ist dies ihr
bewegliches
Wesen verborgen. Zum Vorschein, zur Offenbarung kömmt es erst im Denken, in der Philosophie, und darum ist mein wahres religiöses Dasein mein
religionsphilosophisches
Dasein, mein wahres politisches Dasein mein
rechtsphilosophisches
Dasein, mein wahres natürliches Dasein das
naturphilosophische
Dasein, mein wahres künstlerisches Dasein das
kunstphilosophische
Dasein, mein wahres
menschliches
Dasein mein
philosophisches Dasein
. Ebenso ist die wahre Existenz von Religion, Staat, Natur, Kunst: die Religions-, Natur-, Staats-, Kunst
philosophie
. Wenn aber nur die Religionsphilosophie etc. mir das wahre Dasein der Religion ist, so bin ich auch nur als
Religionsphilosoph
wahrhaft religiös, und so verleugne ich die
wirkliche
Religiosität und den wirklich
religiösen
Menschen. Aber zugleich
bestätige
ich sie, teils innerhalb meines eignen Daseins oder innerhalb des fremden Daseins, das ich ihnen entgegensetze, denn dieses
ist
nur ihr
philosophischer
Ausdruck; teils in ihrer eigentümlichen ursprünglichen Gestalt, denn sie gelten mir als das nur
scheinbare
Anderssein, als Allegorien, unten sinnlichen Hüllen verborgne Gestalten ihres eignen wahren, id est meines
philosophischen
Daseins.

Ebenso ist die aufgehobne
Qualität
=
Quantität
, die aufgehobne Quantität =
Maß
, das aufgehobne Maß =
Wesen
, das aufgehobne Wesen =
Erscheinung
, die aufgehobne Erscheinung =
Wirklichkeit
, die aufgehobne Wirklichkeit =
Begriff
, der aufgehobne Begriff =
Objektivität
, die aufgehobne Objektivität =
absoluter Idee
, die aufgehobne absolute Idee =
Natur
, die aufgehobne Natur =
subjektivem
Geist, der aufgehobne subjektive Geist =
sittlichem
objektivem Geist, der aufgehobne sittliche Geist =
Kunst
, die aufgehobne Kunst =
Religion
, die aufgehobne Religion =
absolutem Wissen
.

Einerseits ist dies Aufheben ein Aufheben des gedachten Wesens, also das
gedachte
Privateigentum hebt sich auf in den
Gedanken
der Moral. Und weil das Denken sich einbildet, unmittelbar das andre seiner selbst zu sein,
sinnliche Wirklichkeit
, also ihm seine Aktion auch für
sinnliche wirkliche
Aktion gilt, so glaubt dies denkende Aufheben, welches seinen Gegenstand in der Wirklichkeit stehnläßt, ihn wirklich überwunden zu haben und andrerseits, weil er ihm nun als Gedankenmoment geworden ist, darum gilt er ihm auch in seinen Wirklichkeit als Selbstbestätigung seiner selbst, des Selbstbewußtseins, der Abstraktion.

||XXX| Nach den einen Seite hin ist das Dasein, welches Hegel in die Philosophie
aufhebt
, daher nicht die
wirkliche
Religion, Staat, Natur, sondern die Religion selbst schon als ein Gegenstand des Wissens, die
Dogmatik
, so die
Jurisprudenz, Staatswissenschaft, Naturwissenschaft
. Nach den einen Seite steht er also im Gegensatz sowohl zu dem
wirklichen
Wesen als zu den unmittelbaren unphilosophischen
Wissenschaft
oder zu den unphilosophischen
Begriffen
dieses Wesens. Er widerspricht daher ihren gangbaren Begriffen.

Andrerseits kann sich den religiöse etc. Mensch in Hegel seine letzte Bestätigung finden.

Es sind nun die
positiven
Momente den Hegelschen Dialektik – innerhalb der Bestimmung der Entfremdung – zu fassen.

a) Das
Aufheben
, als gegenständliche, die Entäußerung in sich
zurücknehmende
Bewegung. – Es ist dies die innerhalb den Entfremdung ausgedrückte Einsicht von der
Aneignung
des gegenständlichen Wesens durch die Aufhebung seiner Entfremdung, die entfremdete Einsicht in die
wirkliche Vergegenständlichung
des Menschen, in die wirkliche Aneignung seines gegenständlichen Wesens durch die Vernichtung der
entfremdeten
Bestimmung der gegenständlichen Welt, durch ihre Aufhebung, in ihrem entfremdeten Dasein, wie der Atheismus als Aufhebung Gottes das Werden des theoretischen Humanismus, der Kommunismus als Aufhebung des Privateigentums die Vindikation des wirklichen menschlichen Lebens als seines Eigentums ist, das Wenden des praktischen Humanismus ist, oder der Atheismus ist den durch Aufhebung der Religion, der Kommunismus der durch Aufhebung des Privateigentums mit sich vermittelte Humanismus. Erst durch die Aufhebung dieser Vermittelung – die aber eine notwendige Voraussetzung ist – wird den positiv von sich selbst beginnende, der
positive
Humanismus.

Aber Atheismus, Kommunismus sind keine Flucht, keine Abstraktion, kein Verlieren der von dem Menschen erzeugten gegenständlichen Welt, seinen zur Gegenständlichkeit herausgebornen Wesenskräfte, keine zur unnatürlichen, unentwickelten Einfachheit zurückkehrende Armut. Sie sind vielmehr erst das wirkliche Werden, die wirklich für den Menschen gewordne Verwirklichung seines Wesens und seines Wesens als eines wirklichen.

Hegel faßt also, indem er den
positiven
Sinn den auf sich selbst bezognen Negation – wenn auch wieder in entfremdeter Weise – faßt, die Selbstentfremdung, Wesensentäußenung, Entgegenständlichung und Entwirklichung des Menschen als Selbstgewinnung, Wesensäußerung, Vergegenständlichung, Verwirklichung. (Kurz, er faßt – innerhalb der Abstraktion – die Arbeit als den
Selbsterzeugungsakt
des Menschen, das Verhalten zu sich als fremdem Wesen und das Betätigen seiner als eines fremden Wesens als das werdende
Gattungsbewußtsein
und
Gattungsleben
.>

b) Bei Hegel – abgesehn oder vielmehr als Konsequenz der schon geschilderten Verkehrtheit – erscheint dieser Akt aber einmal als ein
nur formeller
, weil als ein abstrakter, weil das menschliche Wesen selbst nur als
abstraktes denkendes Wesen
, als Selbstbewußtsein gilt; und

zweitens, weil die Fassung
formell
und
abstrakt
ist, darum wird die Aufhebung den Entäußerung zu einen Bestätigung den Entäußerung, oder für Hegel ist jene Bewegung des
Selbsterzeugens
, des
Selbstvergegenständlichens
als
Selbstentäußerung und Selbstentfremdung
die
absolute
und darum die letzte, sich selbst bezweckende und in sich bruhigte, bei ihrem Wesen angelangte
menschliche Lebensäußerung
.

Diese Bewegung in ihren abstrakten ||XXXI| Form als Dialektik gilt daher als das
wahrhaft menschliche Leben
, und weil es doch eine Abstraktion, eine Entfremdung des menschlichen Lebens ist, gilt es als
göttlicher Prozeß
, aber als der göttliche Prozeß des Menschen – ein Prozeß, den sein von ihm unterschiednes abstraktes, reines, absolutes Wesen selbst durchmacht.

Drittens:
Dieser Prozeß muß einen Träger haben, ein Subjekt; aber das Subjekt wird erst als Resultat; dies Resultat, das sich als absolutes Selbstbewußtsein wissende Subjekt, ist daher der
Gott, absoluter Geist, die sich wissende und betätigende Idee
. Der wirkliche Mensch und die wirkliche Natur werden bloß zu Prädikaten, zu Symbolen dieses verborgnen unwirklichen Menschen und diesen unwirklichen Natur. Subjekt und Prädikat haben daher das Verhältnis einen absoluten Verkehrung zueinander,
mystisches Subjekt-Objekt
oder über das
Objekt übergreifende Subjektivität
, das
absolute Subjekt
als ein
Prozeß
, als sich
entäußerndes
und aus der Entäußerung in sich zurückkehrendes, aber sie zugleich in sich zurücknehmendes
Subjekt
und das Subjekt als dieser Prozeß; das reine,
rastlose
Kreisen in sich.

Einmal. Formelle und abstrakte
Fassung des Selbsterzeugungs- oder Selbstvergegenständlichungakts des Menschen.

Der entfremdete Gegenstand, die entfremdete Wesenswirklichkeit des Menschen ist – da Hegel den Menschen = Selbstbewußtsein setzt – nichts als Bewußtsein, nun den Gedanke den Entfremdung, ihr
abstrakter
und darum inhaltsloser und unwirklichen Ausdruck, die
Negation
. Die Aufhebung der Entäußerung ist daher ebenfalls nichts als eine abstrakte, inhaltslose Aufhebung jener in-haltslosen Abstraktion, die
Negation der Negation
. Die inhaltsvolle, lebendige, sinnliche, konkrete Tätigkeit den Selbstvergegenständlichung wird daher zu ihrer bloßen Abstraktion, den
absoluten Negativität
, eine Abstraktion, die wieder als solche fixiert und als eine selbständige Tätigkeit, als die Tätigkeit schlechthin gedacht wird. Weil diese sogenannte Negativität nichts andres ist als die
abstrakte, inhaltslose
Form jenes wirklichen lebendigen Aktes, darum kann auch ihn Inhalt bloß ein
formeller
, durch die Abstraktion von allem Inhalt erzeugter Inhalt sein. Es sind daher die allgemeinen, abstrakten, jedem Inhalt angehörigen, darum auch sowohl gegen allen Inhalt gleichgültigen, als eben darum für jeden Inhalt gültigen
Abstraktionsformen
, die Denkformen, die logischen Kategorien, losgerissen vom
wirklichen
Geist und von der
wirklichen
Natur. (Wir werden den
logischen
Inhalt der absoluten Negativität weiter unten entwickeln.)

Das Positive, was Hegel hier vollbracht hat – in seinen spekulativen Logik – ist, daß die
bestimmten Begriffe
,
[B*]
die allgemeinen
fixen Denkformen
in ihrer Selbständigkeit gegen Natur und Geist ein notwendiges Resultat der allgemeinen Entfremdung des menschlichen Wesens, also auch des menschlichen Denkens sind und daß Hegel sie daher als Momente des Abstraktionsprozesses dargestellt und zusammengefaßt hat. Z.B. das aufgehobne Sein ist Wesen, das aufgehobne Wesen Begriff, den aufgehobne Begriff ... absolute Idee. Aber was ist nun die absolute Idee? Sie hebt sich selbst wieder auf, wenn sie nicht wieder von vorn den ganzen Abstraktionsakt durchmachen und sich damit begnügen will, eine Totalität von Abstraktionen oder die sich erfassende Abstraktion zu sein. Aber die sich als Abstraktion erfassende Abstraktion weiß sich als nichts; sie muß sich, die Abstraktion, aufgeben, und so kömmt sie bei einem Wesen an, welches grade ihn Gegenteil ist, bei den
Natur
. Die ganze Logik ist also den Beweis, daß das abstrakte Denken für sich nichts ist, daß die absolute Idee für sich nichts ist, daß erst die
Natur
etwas ist.

||XXXII| Die absolute Idee, die abstrakte Idee, welche

„nach ihrer Einheit mit sich
betrachtet Anschauen
ist“ (Hegels
Encyclopädie
, 3te Ausgabe, p.222 [§ 244]), welche (
l.c.
) „in der absoluten Wahrheit ihrer selbst sich
entschließt
, das Moment ihrer Besonderheit oder des ersten Bestimmens und Andersseins, die
unmittelbare Idee
, als ihren Widerschein, sich als
Natur
frei
aus sich zu entlassen
“ (
l.c.
),

diese ganze, so sonderbar und barock sich gebarende Idee, welche den Hegelianern ungeheure Kopfschmerzen verursacht hat, ist durchaus nichts anders als die
Abstraktion
, i.e. der abstrakte Denker, die, durch Erfahrung gewitzigt und über ihre Wahrheit aufgeklärt, sich unten mancherlei – falschen und selbst noch abstrakten – Bedingungen dazu entschließt,
sich aufzugeben
und ihr Anderssein, das Besondere, Bestimmte an die Stelle ihres Beisichseins, Nichtsseins
[7*]
, ihnen Allgemeinheit und ihnen Unbestimmtheit zu setzen, die
Natur
, die sie nun als Abstraktion, als Gedankending in sich verbarg,
frei aus sich zu entlassen
, d.h. die Abstraktion zu verlassen und sich einmal die von ihr
freie
Natur anzusehn. Die abstrakte Idee, die unmittelbar
Anschauen
wird, ist durchaus nichts andres als das abstrakte Denken, das sich aufgibt und zur
Anschauung
entschließt. Diesen ganze Übergang den Logik in die Naturphilosophie ist nichts andres als den – dem abstrakten Denker so schwer zu bewerkstelligende und daher so abenteuerlich von ihm beschriebne Übergang aus dem
Abstrahieren
in das
Anschauen
. Das
mystische
Gefühl, was den Philosophen aus dem abstrakten Denken in das Anschauen treibt, ist die
Langweile
, die Sehnsucht nach einem Inhalt.

(Der sich selbst entfremdete Mensch ist auch seinem
Wesen
, d.h. dem natürlichen und menschlichen Wesen entfremdeter Denker. Seine Gedanken sind daher außer den Natur und dem Menschen hausende fixe Geister. Hegel hat in seinen Logik alle diese fixen Geister zusammengesperrt, jeden derselben einmal als Negation, d.h. als
Entäußerung
des
menschlichen
Denkens, dann als Negation den Negation, d.h. als Aufhebung diesen Entäußerung, als
wirkliche
Äußerung des menschlichen Denkens gefaßt; aber da – als selbst noch in den Entfremdung befangen – ist diese Negation den Negation teils das Wiederherstellen derselben in ihren Entfremdung, teils das Stehnbleiben bei dem letzten Akt, das Sichaufsichbeziehn in den Entäußerung, als dem wahren Dasein dieser fixen Geister
[B]
, teils insofern diese Abstraktion sich selbst erfaßt und über sich selbst eine unendliche Langweile empfindet, erscheint bei Hegel das Aufgeben des abstrakten, nun im Denken sich bewegenden Denkens, das ohne Aug’, ohn’ Zahn, ohn’ Ohr, ohn’ alles ist, als Entschließung, die
Natur
als Wesen anzuerkennen und sich auf die Anschauung zu verlegen.)

||XXXIII| Aber auch die
Natur
, abstrakt genommen, für sich, in den Trennung vom Menschen fixiert, ist für den Menschen
nichts
. Daß den abstrakte Denken, den sich zum Anschauen entschlossen hat, sie abstrakt anschaut, versteht sich von selbst. Wie die Natur, von dem Denken in seinen ihm selbst verborgnen und rätselhaften Gestalt, als absolute Idee, als Gedankending eingeschlossen lag, so hat er in Wahrheit, indem er sie aus sich entlassen hat, nur diese
abstrakte Natur
– aber nun mit den Bedeutung, daß sie das Anderssein des Gedankens ist, daß sie die wirkliche angeschaute, vom abstrakten Denken unterschiedne Natur ist – nun das
Gedankending
der Natur aus sich entlassen. Oder, um eine menschliche Sprache zu reden, bei seinen Naturanschauung erfährt den abstrakte Denken, daß die Wesen, welche er in den göttlichen Dialektik als reine Produkte der in sich selbst webenden und nirgends in die Wirklichkeit hinausschauenden Arbeit des Denkens aus dem Nichts, aus der puren Abstraktion zu schaffen meinte, nichts andres sind, als
Abstraktionen
von
Naturbestimmungen
. Die ganze Natur wiederholt ihm also nur in einen sinnlichen, äußerlichen Form die logischen Abstraktionen. – Er
analysiert
sie und diese Abstraktionen wieder. Seine Naturanschauung ist also nun den Bestätigungsakt seinen Abstraktion von den Naturanschauung
[8*]
, der von ihm mit Bewußtsein wiederholte Zeugungsgang seinen Abstraktion. So ist z.B. die Zeit = Negativität, die sich auf sich bezieht (p.238
l.c.
). Dem aufgehobnen Werden als Dasein entspricht in natürlichen Form – die aufgehobne Bewegung als Materie. Das Licht ist – die
natürliche
Form – die
Reflexion in sich
. Der Körper als
Mond
und
Komet
ist – die
natürliche
Form – des
Gegensatzes
, den nach den Logik einerseits das
auf sich selbst ruhende Positive
, andrerseits das auf sich selbst ruhende
Negative
ist. Die Erde ist die
natürliche
Form des logischen
Grundes
, als negative Einheit des Gegensatzes etc.

Die
Natur als Natur
, d.h. insofern sie sich sinnlich noch unterscheidet von jenem geheimen, in ihn verborgnen Sinn, die Natur getrennt, unterschieden von diesen Abstraktionen ist
Nichts
, ein sich als
Nichts bewährendes Nichts
, ist
sinnlos
oder hat nun den Sinn einer Äußerlichkeit, die aufgehoben werden muß.

„In dem endlich-
teleologischen
Standpunkt findet sich die nichtige Voraussetzung daß die Natur den absoluten Zweck nicht in ihn selbst enthält.“ p.225 [§ 245].

Ihr Zweck ist die Bestätigung den Abstraktion.

„Die Natur hat sich als die Idee in den
Form
des
Andersseins
ergeben. Da die
Idee
so als das Negative ihrer selbst oder
sich äußerlich
ist, so ist die Natur nicht äußerlich, nur relativ gegen diese Idee, sondern die
Äußerlichkeit
macht die Bestimmung aus, in welcher sie als Natur ist.“ p. 227 [§ 247].

Die
Äußerlichkeit
ist hier nicht als die sich
äußernde
und dem Licht, dem sinnlichen Menschen erschloßne
Sinnlichkeit
zu verstehn. Die Äußerlichkeit ist hier im Sinne den Entäußerung, eines Fehlens, eines Gebrechens, das nicht sein soll, zu nehmen. Denn das Wahre ist immer noch die Idee. Die Natur ist nur die
Form
ihres
Andersseins
. Und da das abstrakte Denken das
Wesen
ist, so ist das, was ihm äußerlich ist, seinem Wesen nach ein nur
Äußerliches
. Der abstrakte Denker erkennt zugleich an, daß die
Sinnlichkeit
das Wesen den Natur ist, die
Äußerlichkeit
im Gegensatz zu dem
in sich
webenden Denken. Aber zugleich spricht er diesen Gegensatz so aus, daß diese
Äußerlichkeit der Natur
ihr
Gegensatz
zum Denken, ihr
Mangel
, daß sie, insofern sie sich von der Abstraktion unterscheidet, ein mangelhaftes Wesen ist. ||XXXIV| Ein nicht nun für mich, in meinen Augen mangelhaftes, ein an sich selbst mangelhaftes Wesen hat etwas außen sich, was ihm mangelt. D.h. sein Wesen ist ein andres als es selbst. Die Natur muß sich daher selbst aufheben für den abstrakten Denken, weil sie schon von ihm als ein den Potenz nach
aufgehobenes
Wesen gesetzt ist.

„Der Geist hat
für uns die Natur
zu seiner
Voraussetzung
, deren
Wahrheit
und damit deren
absolutes Erstes
er ist. In dieser Wahrheit ist die Natur
verschwunden
, und den Geist hat sich als die zu ihrem Fürsichsein gelangte Idee ergeben, deren
Objekt
ebensowohl als das
Subjekt der Begriff
ist. Diese Identität ist
absolute Negativität
, weil in der Natur der Begriff seine vollkommene äußerliche Objektivität hat, diese seine Entäußerung aber aufgehoben, und er in dieser sich identisch mit sich geworden ist. Er ist diese Identität somit nun als Zurückkommen aus den Natur.“ p.392 [§ 381].

„Das
Offenbaren
, welches als die
abstrakte Idee
unmittelbarer Übergang,
Werden
der Natur ist, ist als Offenbaren des Geistes, der frei ist,
Setzen
der Natur als
seiner
Welt; ein Setzen, das als Reflexion zugleich
Voraussetzen
der Welt als selbständiger Natur ist. Das Offenbaren im Begriffe ist Erschaffen derselben als seines Seins, in welchem er die
Affirmation
und
Wahrheit
seiner Freiheit sich gibt.“ „Das
Absolute ist der Geist
: dies ist die höchste Definition des Absoluten.“ [p.393, § 384.] |XXXIV||

Fußnoten von Marx

A.
Am unteren Rand der Manuskriptseite steht ohne Verweis die Bemerkung: Feuerbach faßt noch die Negation der Negation, den konkreten Begriff als das sich im Denken überbietende und als Denken unmittelbar Anschauung. Natur, Wirklichkeit sein wollende Denken.

B.
(d.h. – Hegel setzt den in sich kreisenden Akt den Abstraktion an die Stelle jener fixen Abstraktionen; damit hat er einmal das Verdienst, die Geburtsstätte aller dieser ihrem ursprünglichen Datum nach einzelnen Philosophen zugehörigen ungehörigen Begriffe nachgewiesen, sie zusammengefaßt und statt einer bestimmten Abstraktion die in ihrem ganzen Umkreis erschöpfte Abstraktion als Gegenstand der Kritik geschaffen zu haben) (warum Hegel das Denken vom
Subjekt
trennt, werden wir später sehn; es ist aber jetzt schon klar, daß, wenn den Mensch nicht ist, auch seine Wesensäußerung nicht menschlich sein kann, also auch das Denken nicht als Wesensäußerung des Menschen als eines menschlichen und natürlichen mit Augen, Ohren etc. in den Gesellschaft und Welt und Natur lebenden Subjekts gefaßt werden konnte.)

Redaktionelle Fußnoten

1*.
In der Handschrift: in Bewegung

2*.
In der Handschrift steht den Hinweis: (Siehe p.XIII.)

3*.
In den Handschrift steht der Hinweis: (Siehe Fortsetzung p.XXII.)

4*.
in der Handschrift steht der Hinweis: (Sieh p.XVIII.)

5*.
Durch einen Tintenfleck verdeckt

6*.
in der Handschrift: ist

7*.
„Nichtsseins“ steht in der Handschrift über „Beisichseins“

8*.
In den Handschrift folgt die gestrichene Stelle: Betrachten wir einen Augenblick die Hegelsche Naturbestimmung und den Übergang aus den Natur in den Geist. Die Natur hat sich als die Idee in der Form des Andersseins ergeben. Da die Id[ee]

Anmerkungen

35.
Bruno Bauer,
Das entdeckte Christenthum ...
, Zürich und Winterthur 1843, S.113 und 114-115.

36.
Marx meint die gegen Hegel gerichteten kritischen Betrachtungen Ludwig Feuerbachs, die in den §§29-30 seiner Schrift
Grundsätze der Philosophie der Zukunft
dargelegt sind.

37.
Bei den Numerierung seines Manuskriptes übersprang Marx die Ziffer XXII.

38.
Die acht Punkte der „
Überwindung des Gegenstandes des Bewußtseins
“ sind fast wörtlich dem Kapitel
Das absolute Wissen
aus Hegels
Phänomenologie des Geistes
entnommen.

39.
Bei der Numerierung seines Manuskriptes übersprang Marx die Ziffer XXV.

40.
In seiner Schrift
Grundsätze der Philosophie der Zukunft
sagt Feuerbach im § 30: „Hegel ist ein sich im Denken
überbietender
Denker.“

Anmerkungen des Korrektors

A*.
Im
MEW
-Text steht neben diesen Zeilen ein Doppelstrich im Rande.

B*.
Im
MEW
-Text steht neben diesen Zeilen ein Doppelstrich im Rande.